Premiere in Scheidingen

Flüchtling legt Gesellenprüfung ab

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Premiere: Hejrat Safi (links) hat bei Tischlermeister Alexander Plattfaut als erster Flüchtling in Welver nach drei Jahren Lehrzeit seine Ausbildung zum Tischlergesellen abgeschlossen. Im vergangenen Monat bekam er seinen Gesellenbrief von der Handwerkskammer überreicht.

2016 kam Hejrat Safi auf der Flucht vor den Taliban aus seinem Heimatland Afghanistan nach Deutschland. Er kannte niemanden in dem fremden Land und beherrschte auch die Sprache nicht. Heute, vier Jahre später, ist er ausgebildeter Tischlergeselle, spricht deutsch und ist in seinem Betrieb fest integriert.

2016 kam Hejrat Safi auf der Flucht vor den Taliban aus seinem Heimatland Afghanistan nach Deutschland. Er kannte niemanden in dem fremden Land und beherrschte auch die Sprache nicht. Heute, vier Jahre später, ist er ausgebildeter Tischlergeselle, spricht deutsch und ist in seinem Betrieb fest integriert.

Ein gutes Beispiel gelungener Integration sei Hejrat Safi, findet auch sein Lehrmeister Alexander Plattfaut, bei dem der junge Afghane zunächst eine Möglichkeit für eine Einstiegsqualifikation fand, später auch als Lehrling in dem Scheidinger Betrieb aufgenommen wurde.

Die Firmenchefs Alexander und Johannes Plattfaut sind voll des Lobes für ihren Schützling, der neben den Holzarbeiten auch ein besonderes Händchen für Lackierarbeiten zeigt. „Natürlich haben wir ihn als Gesellen übernommen“ war die Weiterbeschäftigung nach der Lehre keine Frage für sie. In dem Team mit sieben Angestellten ist Hejrat Safi voll integriert.

Seit 2013 gibt es die Tischlerei Plattfaut in Scheidingen, die in dem ehemaligen Edeka-Geschäft im Schatten der St.-Peter-und-Paul-Kirche ihren Standort fand. Direkt nach der Ausbildung zum Tischlergesellen hatte Alexander Plattfaut die Selbstständigkeit als Ziel ins Auge gefasst und den Meistertitel 2013 erworben. Da er ohnehin vorhatte, in seinem Heimatort zu bleiben und durch einen Zufall die Immobilie mitten im Ort fand, baute er sie zu der Tischlerei um. Unterstützt wird er von seinem Vater, Johannes Plattfaut, der als gelernter Holzkaufmann auch über ausreichende Hintergrundinformationen verfügt.

Für den anerkannten Flüchtling Hejrat Safi kehrt nun Ruhe in sein Leben ein. Er wohnt mit seinem Bruder im Klosterhof in Kirchwelver. Der Bruder ist derzeit ebenfalls in einer Ausbildung im Autohaus Gretenkort. Die ersten neun Monate in Deutschland verbrachten beide in einem Zentralen Aufnahmelager in Düsseldorf. Die Erinnerungen daran sind jedoch nicht so angenehm, schildert der sympathische junge Mann seine erste Station. Anschließend fand er in Welver seine Bleibe. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder und ohne Eltern flüchtet er, da sie von den Taliban verfolgt wurden und ihr Leben in Gefahr sahen.

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