Politik einig über neuen Standort im Welveraner Ortsteil

Feuerwehrgerätehaus in Schwefe an den Soestweg

Am Ortsausgang von Schwefe in Richtung Einecke soll das neue Feuerwehrgerätehaus entstehen.
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Am Ortsausgang von Schwefe in Richtung Einecke soll das neue Feuerwehrgerätehaus entstehen.

Die Welveraner Politik zieht mit der Freiwilligen Feuerwehr an einem Strang. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Bau- und Feuerwehr-Ausschusses schlugen die Vertreter aller Fraktionen den Weg ein, den Bürgermeister Camillo Garzen in vielen Gesprächen im Vorfeld vorgezeichnet hatte. Das Feuerwehrgerätehaus in Schwefe, bislang Zankapfel in der Politik, soll weder an den Hohen Weg noch an den Wirtschaftsweg zwischen Schwefer Straße und Soestweg. Vielmehr ist es Ziel der Welveraner Politik, es direkt am westlichen Ortseingang von Schwefe an der südlichen Seite des Soestwegs zu platzieren.

Welver - Die Sache hat nur einen Haken: Dieses Gelände zählt zum Vogelschutzgebiet, das rund um Schwefe besteht. Hier hoffen Bürgermeister, Feuerwehr und Politik, dass der Kreis Soest als Untere Landschaftsbehörde mit sich reden lässt. Eine Ausgleichsfläche für die benötigten 4000 Quadratmeter müsste geschaffen werden, laut Politik sollte es daran aber nicht scheitern.

„Für mich ist entscheidend, dass alle mitgezogen haben“, freut sich Garzen über die Rückendeckung. „Sonst wäre ich auch nicht dafür angetreten“, will er sich nun gegenüber dem Kreis für den Standort im Vogelschutzgebiet stark machen. „Hier bietet sich die Chancen, die beste Lösung für den Brandschutz sicherzustellen.“

Dass mit dieser Weichenstellung eine Verzögerung des Vorhabens in Schwefe verbunden sein dürfte, erscheint allen Beteiligten klar. Das Prozedere mit Änderung des Flächennutzungsplans mit Genehmigung durch den Kreis und dem Grunderwerb wird dauern, eine Übergangslösung für die Standorte rund um Schwefe unerlässlich. Sogar das zeitraubende Beschreiten des Klageweges erscheint in letzter Konsequenz nicht ausgeschlossen.

Für Dirk Steinweg, Chef der Welveraner Feuerwehr, ist es wichtig, dass die Belange der zusammenzuführenden Löschgruppen zum Tragen kommen. „Entscheidend ist, dass die Kollegen aus Einecke und Eineckerholsen eingebunden werden, sonst bekommen wir in Schwefe auf Dauer Personalprobleme“, hebt er hervor.

„Von dem Standort direkt an der Hauptstraße können die Kräfte optimal in alle Richtungen nach Schwefe, Einecke, Eineckerholsen, Ehningsen und Merklingsen ausrücken“, sieht er nur Vorteile bei dieser Wahl. Hier an der L747 könne den Anforderungen Rechnung getragen werden, die öffentliche Sicherheit über alle anderen Belange zu stellen.

Kauf in Klotingen

Einstimmigkeit herrschte im Ausschuss bezüglich der anderen Feuerwehrgerätehäuser. Für den Anbau am Feuerwehrgerätehaus in Vellinghausen gab es grünes Licht. Der Kauf des Grundstücks in Klotingen an der Straße „Auf der Anwende“ soll demnach noch in diesem Monat über die Bühne gehen, um die entsprechenden Fördermittel generieren zu können. Finanziert werden soll der Kauf durch eine Umschichtung von Haushaltsmitteln, die bislang für einen Umbau der Asylunterkunft in der ehemaligen Hauptschule vorgesehen waren.

Beim Bau der neuen Feuerwehrgerätehäuser soll ein integriertes Notstromaggregat zum Standard werden. Angesichts der jüngsten Flutkatastrophen müsse Sorge getragen werden, dass die neuen Standorte der Feuerwehr auch im Falle eines Stromausfalls funktionsfähig bleiben, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Auch müsse dafür gesorgt werden, dass die Sirenen im Gemeindegebiet funktionieren. Eine flächendeckende Beschallung müsse gesichert werden. Da die Sirenen aber nur mit Strom funktionieren, müsse auch hier gewährleistet sein, dass sie über ein Notstromaggregat versorgt werden können.

Zentrale Reinigung

Per Dringlichkeitsbeschluss umgesetzt werden soll die Beteiligung der Gemeinde Welver am Konzept des Kreises zur Beschaffung und Pflege der persönlichen Schutzausrüstung für die Feuerwehr. Das Konzept umfasst die qualifizierte Reinigung und Pflege der Einsatzkleidung, die Einrichtung einer Beschaffungsplattform für Einsatzkleidung und die Beschaffung und Vorhaltung von Einsatzkleidung nach größeren Einsätzen.

Beim ersten Punkt herrschte Klarheit, dass eine zentrale Reinigung kontaminierter Einsatzkleidung sinnvoll sei. Auch der dritte Punkt, dass für den Zeitraum der Reinigung Ersatzkleidung vorgehalten werden müsse, erschien unstrittig. Beim zweiten Punkt, der Beschaffung der Kleidung, hingegen, verwies Gemeindewehrführer Dirk Steinweg darauf, dass die Gemeinde unabhängig die Kleidung kaufen könne: „In Lippstadt und Soest wurden Jacken für 800 Euro pro Stück angeschafft, wir hatten welche für 450 Euro gekauft, die den Vorschriften ebenso entsprechen.“ Da das Konzept kurzfristig umgesetzt werden soll, wird der Rat, der erst am 6. Oktober tagt, nachträglich den Dringlichkeitsbeschluss absegnen, der dem Beschluss des Feuerwehrausschusses entsprechend auf den Weg gebracht werden soll.

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