Neue Kirchengemeinde auf gutem Weg

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Ein Jahr Kirchengemeinde Niederbörde: Pfarrer Werner Vedder, Friedrich Schulze zur Wiesch vom Bevollmächtigtenausschuss und Pfarrer Karl-Heinz Klapetz ziehen Bilanz und stellen neue Projekte vor. Pfarrer Andreas Herzog war an dem Vormittag verhindert.

Welver – Pfarrer Werner Vedder bedient sich gern einfacher Bilder. Um darzustellen, wo die Kirchengemeinde Niederbörde heute – ein Jahr nach dem Start – steht, zieht er den Vergleich zu einem Auto. „Wir sind unterwegs“, sagt der evangelische Seelsorger, es ist uns gelungen loszufahren. Wir haben erste Ziele gesteckt, und wir brauchen Energie und Mitfahrer, um weiter voranzukommen.“

 Hier zu leben und zu arbeiten, das mache Spaß, sagt Friedrich Schulze zur Wiesch vom Bevollmächtigtenausschuss (BVA) und fügt dem Satz ein dickes Rufzeichen hinzu. Die Niederbörde schaffe auch Identifikation. Gut 6400 Protestanten gehören zu der neuen, größeren Einheit. Im vorigen Januar brachen sie gemeinsam auf. Sie schauen über den eigenen Kirchturm hinaus. Der Leitgedanke laute: „Wir in der Niederbörde“, so Pfarrer Werner Vedder, „das müssen wir immer wieder betonen.“ In der Rückschau auf die Vorbereitung und die Zeit seit dem Vereinigungsgottesdienst vorigen Januar zu Epiphanias hebt er hervor: „Wir haben schon richtig viel geschafft.“ 

 Die Kirchengemeinde Niederbörde ist noch jung, und alle, die angetreten sind, die veränderten Strukturen zu gestalten, wissen, dass sich über Jahrhunderte gewachsene Bindungen und Traditionen nicht von heute auf morgen ersetzen lassen. Das braucht seine Zeit. Friedrich Schulze zur Wiesch kennt die Sorgen, „dass uns da etwas verloren geht“. „Wir haben uns in ein neues Ganzes eingebracht, das müssen wir uns immer wieder bestätigen“, sagt er. Da gelte es zu lernen, miteinander zu reden, Geduld miteinander zu haben und zusammen Projekte anzugehen, um einen guten Ort für evangelisches Leben zu schaffen. Bei allem komme es darauf an, ein Gleichmaß zu finden zwischen dem Gemeindeleben vor Ort in den Bezirken mit ihren Eigenschaften und Stärken sowie der Zusammengehörigkeit in der Niederbörde. So biete sich die Chance erweiterter Möglichkeiten. 

Im Miteinander sei manches einfacher zu bewerkstelligen als allein für sich. Mit den Seelsorgern Werner Vedder und Karl-Heinz Klapetz wies Friedrich Schulze zur Wiesch jetzt bei einem Gespräch mit dem Anzeiger im Gemeindehaus in Welver auf die Einführung einer gemeinsamen Liturgie hin, damit jetzt an allen Orten die Form des Gottesdienstes gleich ist. 

 In den nächsten großen Ferien soll die Sommerkirche als Reihe starten – jeweils ein Gottesdienst an einer Predigtstätte in der gesamten Niederbörde. Für den Herbst ist ein großes Gemeindefest geplant, dabei soll es weiterhin Feiern in den Bezirken geben. Inzwischen liegt schon die dritte Ausgabe des gemeinsamen Gemeindebriefes vor, ein informatives Heft mit den Silhouetten der Dorfkirche in Borgeln, der Antoniuskapelle Stocklarn, von St. Severin in Schwefe, St. Othmar in Dinker, St. Jakobi in Lippborg sowie St. Albanus und Cyriakus in Welver als Symbole. Das zentral an der Reiherstraße angesiedelte Gemeindebüro erweise sich, wie Pfarrer Karl-Heinz Klapetz feststellt, als wertvolle Anlaufstelle. „Die Kommunikation ist wichtig. Es ist gut, wenn jemand da und ansprechbar ist“, führt er aus.

 Am 31. März steht ein Vorstellungsgottesdienst der aktuellen und der kommenden Konfirmanden auf dem Programm – ein weiterer Schritt in eine aufgefrischte Kinder- und Jugendarbeit. Die Familien treffen sich im Bürgerhaus in Klotingen und begehen den Tag gemeinsam. Der Unterricht soll ab dem Sommer in zwei Gruppen ausschließlich in Welver laufen. Die Einsegnung aber finde in den vier Kirchen statt, erläutert Friedrich Schulze zur Wiesch. Er nennt die Presbyterwahl nächstes Jahr als weiteren besonderen Termin. Dieses Gremium soll mit engagierten Leute besetzt werden.

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