Endgültiges "Ja" zum Kanalbau

Welver - Jahrzehntelang wurde um die alternative Entwässerung in Klotingen, Berwicke, Einecke und Stocklarn gerungen. Am Mittwochabend hat der Rat endgültig und einstimmig grünes Licht für die Kanalisierung der vier Dörfer gegeben.

Ein in jeder Hinsicht historisches Ereignis. Es fühlte sich allerdings anders an: Keine Reden, keine Vorwürfe, ja noch nicht einmal ein einziger Redebeitrag – das Ende der Kleinkläranlagen wurde innerhalb von fünf Minuten schweigend von den Ratsmitgliedern besiegelt.

 Der Beschluss sieht vor, die betroffenen Ortsteile mit Druckentwässerungsnetzen zu versehen. Dazu hat die Gemeindeverwaltung den Auftrag, ein Planungsbüro mit der Aufgabe zu betrauen. Spätestens bis Ende April soll die Auftragserteilung sichtbar für die Obere Wasserbehörde (Bezirksregierung) erfolgt sein. Ein fertiges Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) für ganz Welver soll bis Ende September nach Arnsberg geschickt werden. Machbar: Ein Großteil des ABK für das Gesamtgemeindegebiet liegt praktisch aus früheren Jahren bereits fertig in der Schublade. Allerdings gibt es in einigen Ortsteilen darüberhinaus noch eine Menge zu tun, beispielsweise in Schwefe und Borgeln. 

Außerdem verzichtet Welver darauf, die beim Verwaltungsgericht Arnsberg anhängige Klage gegen den Kreis Soest fortzuführen. Damit erfüllt Welver alle vom Kreis Soest geforderten Voraussetzungen. In naher Zukunft dürfte es demnach wieder zur Bearbeitung von Baugenehmigungsersuchen aus Welver kommen. 

Basis für die rasante Entwicklung der letzten Wochen ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster, das faktisch die Kleinklärlösung für absolut unzulässig erklärt hat. Welver steht vor einer großen Herausforderung und die Bürger in den vier Ortsteilen müssen endgültig hinnehmen, dass alle Investitionen in ihre Anlagen jetzt wertlos sind.

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