1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Welver

Eine Werkstatt für Teddybären mitten in Welver

Erstellt:

Von: Sandra Goerdt-Heegt

Kommentare

Ganz schön zottelig ist Teddy „Roddy“ auf dem Arm seiner Erschafferin Gudrun Warsany.
Ganz schön zottelig ist Teddy „Roddy“ auf dem Arm seiner Erschafferin Gudrun Warsany. © Goerdt-Heegt

Welver – Das kleinste Exemplar misst gerade sieben Zentimeter, der größte Bär im Hause Warsany satte 45.

„Ein Bär muss lächeln“, sagt Gudrun Warsany und lacht. Und weil das Gesicht des plüschigen Wesens eben eine besondere Herausforderung ist, funktioniert das nicht „mal eben“. Für das Gesicht des Bären muss man sich Zeit nehmen und Lust dazu haben. Lust und Spaß an ihrem Hobby hat Gudrun Warsany mittlerweile seit mehr als acht Jahren. 

null
© Goerdt-Heegt

„Ich habe in Sachen Handarbeiten immer alles mögliche ausprobiert, neue Trends haben mich stets gereizt, nur mit Puppen konnte ich nie etwas anfangen“, erklärt sie weiter. Mehr als 100 Bären hat Gudrun Warsany seither kreiert, jeder davon ist ein Unikat, manche werden „zur Adoption“ freigegeben und wechseln damit den Besitzer. 

Wer ein solches Exemplar ergattert, kann sich glücklich schätzen, „denn natürlich hängt das Herz an jedem einzelnen und ziehen lässt man sie nicht so gerne.“ Bezahlt werden nur das Material und ein kleiner Obolus fürs Nähen. „Handarbeiten muss man zu schätzen wissen“, ist Warsany überzeugt, „den realen Arbeitsaufwand von 15 bis 20 Stunden pro Bär bekommt man sowieso nie bezahlt.“

Das Zubehör, um einen Bären zu erschaffen, besorgt die Mutter zweier erwachsener Söhne in Gronau. Hier finden sich Mohair-Felle oder solche aus Edel-Viskose und manchmal auch das eine oder andere Bären-Set. „Wenn man das Fell vor sich hat, sieht man den Bären schon vor seinem geistigen Auge“, erklärt sie lachend. 

Es sei ein schönes Hobby, um runterzukommen, zu entspannen und sie genießt es ebenso wie die Spaziergänge mit ihren beiden Hunden. Besuche auf Messen sorgen für neuen Input, die Teilnahme an Basaren und Märkten für ein gutes Feedback. 

null
© Goerdt-Heegt

Die neuste Kreation aus der „Bärenschmiede“ war kürzlich ein Nickibär für das Enkelkind der Eheleute Warsany. „Bären für Babys müssen gewaschen werden können, Sicherheitsaugen haben und weiche Gelenke.“ Piratenbär Jack Sparrow, mit Schwert dem Fluch der Karibik folgend, erfüllt diese Voraussetzungen zwar nicht, macht aber inmitten von Sand, Muscheln und Schatzkisten eine ganz ausgezeichnete Figur. „Er ist einer der wenigen mit Bekleidung“, aber die steht ihm wirklich ganz ausgezeichnet.

Auch interessant

Kommentare