Eichenprozessionsspinner entdeckt

Direkt vor der Bördehalle: Gift-Raupe erreicht auch Welver

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Der Eichenprozessionsspinner – hier vor der Bördehalle in Welver – hält sich oftmals unter den Ästen des Baumes auf. So konnte selbst der starke Regen am Mittwoch ihnen kaum etwas anhaben.

Welver - Der Eichenprozessionsspinner ist inzwischen auch in der Gemeinde Welver angekommen. „Zuletzt gab es etwa drei Meldungen auf Privatflächen“, bestätigt Verwaltungssprecher Detlev Westphal auf Anzeiger-Anfrage.

In dieser Woche ist nun auch der erste Fall im öffentlichen Raum entdeckt worden – und zwar genau vor der Bördehalle. Die giftige Raupe hat sich dort in einer der vielen Eichen auf dem Parkplatz zwischen Bördehalle und Judoclub ausgebreitet. 

Betroffen waren davon vor allem die Besucher des Jugendtreffs, vor dessen Eingang die befallene Eiche steht, aber auch die Fußballer des SV Welver, die den Parkplatz zu ihren Trainingszeiten nutzen. Was am Pfingstmontag noch so groß wie eine Geldmünze war, hat sich im Laufe der Woche zu einem großen Nest entwickelt. Jugendsozialarbeiterin Ingrid Ries informierte daraufhin die zuständige Abteilung im Rathaus und nahm die provisorische Absperrung vor. 

Das sagt der Schädlingsbekämpfer

Die Jugendlichen, die bescheid wussten, warnten am Mittwochabend die Passanten vor dem Eichenprozessionsspinner: „Vorsicht, da sind Raupen im Baum!“ 

Für das Schützenfest, das in der kommenden Woche ebendort stattfinden soll, besteht allerdings keine Gefahr mehr: Die Schädlingsbekämpfer waren bereits am Donnerstag vor Ort und haben sich um das Problem gekümmert – die Eiche ist jetzt vorerst Spinner-frei. „Das geht glücklicherweise sehr kurzfristig“, so Westphal, „Gerade da, wo Leute sind, reagieren wir sehr sensibel.“ Die Entfernung erfolgt durch das Absaugen der Raupen, eine Maßnahme, die in Welver die Fachfirma „Schimpf“ übernimmt. 

Kleine Vorkommen

Neben der mittlerweile befreiten Eiche und weiteren Bäumen in Richtung Tennisplatz gab es auch mehrere Meldungen auf Privatgrundstücken, zum Beispiel in der Rossbierke. Bislang handelte es sich dabei jedoch lediglich um „kleinere Vorkommen“. Hans Wilms vom Bauhof der Gemeinde weist darauf hin, dass besonders an Kindergärten, Schulen und Asyleinrichtungen auf die Eichenprozessionsspinner zu achten sei. Die Raupe ist vor allem an Eichen zu finden und giftig. 

In den vergangenen Wochen war das Insekt in der Umgebung von Welver gesichtet worden. Besonders in den Nachbarstädten Hamm und Werl ist der Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch. Die Warnung vor den Raupen gilt für das gesamte Land NRW. Denn die giftigen Brennhaare des Spinners können nicht nur Hautausschlag, Atemnot oder andere allergische Reaktionen auslösen, sondern sind als Gefahr für Eichen auch ein Problem der Forstwirtschaft. 

Wer mit den Raupenhaaren in Kontakt gerät, sollte schnell duschen und die Haare waschen. Auch die Kleidung sollte möglichst heiß gewaschen werden. Im Notfall ist ein Arztbesuch ratsam.

Erkennungsmerkmale

„Thaumetopoea processionea“ kommt laut Nabu nicht ausschließlich an Eichen vor, sondern kann auch auf andere Bäume wie Buchen ausweichen. Die weiß-grauen Gespinste ähneln einem Nest, das am Stamm der Eiche hängt. Befallene Eichen erkennt man an kahl gefressenen Ästen. Die Raupen sind zu Beginn ihres Lebens gelblich-braun, mit zunehmendem Alter verfärben sie sich graublau bis schwarz. Sie können bis zu fünf Zentimeter groß werden. 

Eichenprozessionsspinner

Die Raupen ziehen in großen Gruppen über die Gehölze und fressen sie kahl. Auf der nächtlichen Futtersuche bilden sie lange Ketten, die sogenannten Prozessionen. Die Anzahl und Länge der Brennhaare nimmt bis zum Erreichen des letzten Larvenstadiums mit jeder Häutung zu. Das dort enthaltene Nesselgift gefährdet die menschliche Gesundheit.

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