Investition in barrierefreies Bad - Geld einfach verloren?

Schwerbehinderte in Wohnungsnot: "Wir wissen nicht wohin"

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Beatrix und Bernd Krausch noch in ihrem Wohnzimmer am Pferdekamp. Zusammen mit Beagle-Mischling Fiona haben sie sich wegen der Eigenbedarfskündigung schon mal auf Wohnungssuche begeben – bisher vergeblich.

Welver – „Wir wissen nicht wohin“, sagen Beatrix und Bernd Krausch aus dem Pferdekamp in Welver. Seit Juni 2016 wohnen sie dort, jetzt haben sie vom neuen Hauseigentümer eine Eigenbedarfskündigung bekommen, weil der nun selber einziehen will.

Die beiden Schwerbehinderten haben sich deshalb schon nach einer passenden Wohnung im Umkreis von rund 30 Kilometern umgesehen, doch etwas Vergleichbares und Barrierefreies im Erdgeschoss, das auch noch bezahlbar ist, haben sie bislang nicht gefunden. 

Beim Einzug Schimmel vorgefunden

Was die beiden so enttäuscht hat, ist das Verhalten ihres ehemaligen Vermieters. Als sie vor drei Jahren in die Wohnung einzogen und die Tapeten entfernten, fanden sie reichlich Schimmel vor. Die Wohnung sei sehr feucht gewesen, schildern sie die Anfangszeit. Lange Zeit mussten Trockengeräte laufen, bis die Feuchtigkeit entzogen war. „Manchmal hatten wir bis zu 55 Grad in der Wohnung“, erklärt Beatrix Krausch. Als das mit der Nässe vorbei war, musste das Badezimmer für Bernd Krausch barrierefrei umgebaut werden. 

8000 Euro für barrierefreies Badezimmer

Der Vermieter habe dem zugestimmt, so Krausch, und man habe 4000 Euro selber investiert und obendrein noch 4000 Euro Zuschuss von der Krankenkasse bekommen, um das Bad zu renovieren. Damals habe der Vermieter noch keine Andeutung gemacht, das Haus zu veräußern, deshalb fühlen sie sich jetzt um ihre Investition gebracht. Schließlich habe das Haus dadurch auch einen deutlichen Mehrwert bekommen. Von einem Ausgleich sei aber nun keine Rede. „Ich würde das nie wieder machen“, sagt Krausch, dass er aus dieser Erfahrung viel gelernt hat. Bernd Krausch, von Beruf Maurer und Fliesenleger, hat lange als Hauer auf den Zechen Radbod und Heinrich Robbert in Hamm gearbeitet. Heute ist der 57-jährige wegen schlecht gelungener Rückenoperationen zu 70 Prozent schwerbehindert. 

Beide Mieter Schwerbehindert

Auch seine Frau ist Frührentnerin. Wie sie eine passende Wohnung finden sollen, wenn sie im Pferdekamp ausziehen müssen, ist ihnen vorerst ein Rätsel. Der Kündigung wegen Eigenbedarfs haben Beatrix und Bernd Krausch jetzt erst einmal über ihren Anwalt widersprochen. Das Kündigungsverfahren wird sich wohl noch einige Zeit hinziehen. Über kurz oder lang werden sie aber wohl eine neue Bleibe brauchen. Wer einen Tipp hat, wendet sich per E-Mail an wohnungssuche@gmx.de

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