„Münte“ gibt den Alten Tipps

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Nach kurzer und herzlicher Begrüßung hatte er sich im Handumdrehen in das Podium eingereiht und unaufgeregt erste Gespräche geführt.

Recklingsen – „Die Gedanken sind frei“, mit diesem alten Studentenlied untermalt durch akustische Begleitung von Akkordeon-Spieler Willi Arns begrüßte der Landwirte-Seniorenkreis gestern auf Osthoffs Deele den früheren Bundesminister und SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering .

Auf Einladung der Vorsitzenden, Mechthild Thiemann-Balks, reiste Müntefering mit der Bahn von seinem Wohnsitz in Herne nach Welver an. Sein Auftrag: Einen Vortrag halten zum Thema „Älter werden in unserer Zeit.“ Von seinem Erscheinen machte der erfahrene Politiker kein großes Aufsehen. Nach kurzer und herzlicher Begrüßung hatte er sich im Handumdrehen in das Podium eingereiht und unaufgeregt erste Gespräche geführt.

Politiker kennt sich im Kreis gut aus

Im Kreis Soest kennt sich der in Sundern am Sorpesee aufgewachsene Politiker gut aus. Mechthild Thiemann-Balks bestand darauf, dass Kaffee und Kuchenbüfett dem Vortrag vorangehen sollten, und das war dem Polit-Profi auch ganz recht.

Ex-Vizekanzler und SPD-Parteivorsitzender Franz Müntefering sprach auf Osthoffs Deele in Recklingsen.

In seinem gut einstündigen Vortrag in freier Rede ermunterte Müntefering die Senioren, die Zeit die man im Leben hat zu nutzen und mutig anzugehen sowie im Alter aktiv zu sein und sich weiterhin Ziele zu setzen. 

Auch gemeinsam Kaffeetrinken ist Kultur

Und da lobte er schon mal die Organisatoren der Veranstaltung in Recklingsen. Es sei wichtig, solche Treffen zu organisieren, bei denen soziale Kontakte stattfinden und viele persönliche Gespräche geführt werden. Gemeinsam Kaffeetrinken sei ein Stück guter Kultur, heute allerdings sei gemeinsames Essen nicht mehr überall üblich. 

Laufen, lernen und lachen nicht verlernen

Den Senioren empfahl er, im Alter die Worte mit den drei großen L nicht aus den Augen zu verlieren: - Laufen, was so viel bedeute, dafür zu sorgen dass man so lange wie möglich mobil, selbstständig und beweglich bleibt und „die Bewegung der Beine nährt das Gehirn.“; - Lernen, was soviel bedeute, dass man sich nicht mit Ausruhen, Kreuzworträtseln und Fernsehen ins Alter treiben lassen sollte, sondern neugierig bleiben und immer noch dazulernen solle; - Lachen, was bedeute, dass Humor und Freude beim Älterwerden nicht verloren gehen dürfen. 

Auch das Sterben gehört zum Lebenslauf

Müntefering mahnte die Alten, sich um die Zukunft bis hin zum Sterben zu kümmern. Wer zu fallen drohe, solle seinen dicken Teppich an die Wand nageln und auch andere Stolperfallen beseitigen. 

Auf Einladung der Vorsitzenden, Mechthild Thiemann-Balks, reiste Müntefering mit der Bahn von seinem Wohnsitz in Herne nach Welver an. Sein Auftrag: Einen Vortrag halten zum Thema „Älter werden in unserer Zeit.“

8000 Tote pro Jahr durch Stürze im Haushalt sprächen eine deutliche Sprache gegenüber vergleichsweise wenigen 3000 Verkehrstoten. Die Frage, ob man alt oder jung sei, bedeute nicht gleichzeitig, dass man des einen oder anderen wegen auch vernünftig sei. Jung und alt sollten zusammenalten und aufeinander hören. Keiner für sich allein habe die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Über Franz Müntefering

Aufgewachsen als Sauerländer in Sundern am Sorpesee. 2005 bis 2007 Vizekanzler und Minister für Arbeit und Soziales in der großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel. 1998 bis 1999 Bundesminister für Verkehr bei Kanzler Gerhard Schröder. 2002 bis 2005 SPD Fraktionsvorsitzender im Bundestag 2008 bis 2009 Bundesvorsitzender SPD Seit 2013 nicht mehr im Bundestag Heute unter anderem noch Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) mit über 8 Millionen Mitgliedern in den einzelnen Verbänden.

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