Nur drei Stände in Welver

Minimarkt vor Ostern: So reagieren die Kunden und Händler

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„Wir wünschen schon mal frohe Ostern!“: Bernd Marek (rechts) und Ratsfrau Anita Bauer (dahinter) verteilten rot gefärbte Eier an die Wochenmarktbesucher – und die griffen gerne zu.

Welver - Sehr übersichtlich präsentierte sich der Wochenmarkt in Welver am Donnerstag. Die Verlegung auf den ungewohnten Vormittagstermin hatte nur drei Händlern in ihren Terminplan gepasst. 

Rote Ostereier, und davon einen ganzen Korb voll: Bernd Marek und Ratsfrau Anita Bauer von der SPD reichten die herum auf dem Mini-Wochenmarkt und wünschten schon einmal frohe Feiertage. Die Besucher griffen gerne zu. 

„Dabei sein ist alles“, sagen Jutta und Heinz-Joachim Nölken. Und: „Markt lebt davon, dass von jeder Sache eins da ist...“

Gut, es waren jetzt nicht die Massen auf dem Rathausvorplatz, aber steter Zulauf leert die Theken auch. Ob irgendjemand verärgert sei über die Vorverlegung des Marktes vom Nachmittag auf den Vormittag, ob irgendjemand dem Marktmeister Vorwürfe mache? Marktbeschicker und Besucher sagen: „Nein!“

Von der Aufregung im Netz, über die der Anzeiger am Mittwoch berichtet hatte, war gestern Vormittag nichts zu hören: Niemand sprach von „inkompetenten Großkopferten aus dem Schildbürger-Rathaus in Welver“, wie es in der Facebook-Gruppe „Unsere Heimat Welver und Umgebung“ hieß. 

Sonst sind es elf Stände

Friedrich-Wilhelm Rüsse-Markhoff weiß aus dem Stegreif, dass er am 27. November 2005 zum ersten Mal in Welver auf dem Wochenmarkt stand. „Warum? Weil da die Schneekatastrophe im Münsterland war – und hier hatten wir gerade mal zwei Zentimeter...“. Die Meckerei über den Mini-Wochenmarkt sah er ganz gelassen.

„Es muss ja immer was geben, über das man sich aufregen kann“, sagt Friedrich-Wilhelm Rüsse-Markhoff ziemlich entspannt. Er ist mit seinen beliebten Fleisch- und Wurstwaren vom gleichnamigen Hof in Ehingsen einer von drei Anbietern, die Donnerstagvormittag vor dem Rathaus standen. Dass es sonst anders aussieht, das kann er aus dem Effeff beschreiben: „Da vorne steht Käse-Weber, da steht Honig-Klaus, da hinten steht immer magnetischer Schmuck, da die Fischtheke. Für normal sind’s elf Stände hier und es ist voll, und sonst stehen wir ja auch am Freitag hier. Fisch fehlt heute, das ist schade.“ Ob das jetzt alles richtig schlimm sei? Er lächelt milde: „Nö.“ 

Weil Karfreitag aber nun ein stiller Feiertag ist, wurde der Markt auf Donnerstag verlegt, auf besonderen Wunsch auf den Vormittag, weil ein Stamm-Beschicker sonst nicht hätte dabei sein können mit seinen Fleisch- und Wurstwaren. Doch der sagte dann kurzfristig wegen Krankheit ab. 

Ausweichtermin passt nur drei Händlern

Gepasst hat dieser Ausweichtermin dann nur für Friedrich-Wilhelm Rüsse Markhoff, für Familie Nölken aus Scheidingen mit ihrer rollenden Gemüsetafel und für Guido Bauer aus Soest mit seinem Blumen-Wagen. „Ich verstehe die anderen Händler“, sagt Blumen-Händler Guido Bauer zu den Absagen. Fünf Wagen hat er auf unterschiedlichen Märkten stehen. Ein Donnerstag in Welver, das sei für ihn ohnehin nicht ganz günstig gewesen und deshalb sei es ihm auch egal gewesen ob Vormittag oder Nachmittag. „Nächste Woche wird’s wieder voller. Natürlich ist das schöner.“ Ob er wegen der Verlegung Kritik üben wolle? „Nein.“ 

„Nächste Woche wird’s wieder voller“, sagt Blumen-Händler Guido Bauer.

„Dabei sein ist alles“, sagt Heinz-Joachim Nölken am Gemüse-Stand. Er findet grundsätzlich: „Ein Markt lebt davon, dass von jeder Sache eins da ist. Was nützt mir das Suppengrün, wenn ich kein Hühnchen kaufen kann…?“ Was er zum Mini-Markt sage? „Man trägt’s mit Fassung.“ Vorwürfe? Keine. 

„Leer sieht’s aus“, sagt Martina Palz, die auf den Blumenstand zusteuert. „Ich bin etwas überrascht. Das ist ungewohnt so, es fehlt ja einiges…“. Ob sie jetzt knurrig sei wegen des geschrumpften Angebots? „Nein, aber ich fänd’s besser, wenn es wieder wird wie sonst…“. Die Blumen hat sie, jetzt geht es rüber zur Wurst. „Ich kann das nur bestätigen“, sagt eine weitere Dame. Den Namen möchte sie nicht nennen für die Zeitung. „Aber wie gesagt: Ich habe gerade mitgehört – und ich kann die Dame nur bestätigen…“.

Der Marktmeister ist nicht da

Der Fairness halber ein Besuch im Rathaus, wo es doch nur zwei, drei Schritte bis zur Türe sind. Ob der Marktmeister da sei? „Nein, der ist heute nicht im Haus“, hat die freundliche Dame am Empfang schnell am Rechner herausgefunden.

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