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Tonnenschwere Sandsteinblöcke markieren jetzt die Ortseingänge Illingens

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Von: Michael Dülberg

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Initiator Thomas Horstmann und Ortsvorsteher Helmut Peters am südlichen Ortseingang, wo der neue rund 1,80-Meter hohe und eine Tonne schwere „Hinkelstein“ auf dem Grundstück der Familie Vollmer platziert wurde.
Initiator Thomas Horstmann und Ortsvorsteher Helmut Peters am südlichen Ortseingang, wo der neue rund 1,80-Meter hohe und eine Tonne schwere „Hinkelstein“ auf dem Grundstück der Familie Vollmer platziert wurde. © Michael Dülberg

Neben den traditionellen Ortsschildern grüßen an den Ortseingängen von Illingen ab sofort mächtige Sandsteinblöcke. „Dorp Illingen“ heißt es darauf zur Begrüßung der Verkehrsteilnehmer, mit einem plattdeutschen „Gurt guohn!“ werden sie verabschiedet.

Illingen - „Fest gemauert in der Erde“ – stehen die Blöcke aus Anröchter Grünsandstein seit ein paar Tagen an der Illinger Straße. Urheber dieser neuen massiven Monumente ist der Vorsitzende des Illinger Schützenvereins, Thomas Horstmann. Der kommt als prüfender Dekra-Ingenieur und Fahrzeug-Gutachter im Außendienst viel herum im Raum Anröchte und da trifft er natürlich öfter auf Bauwerke oder Denkmäler aus dem sedimentalen Baustoff Grünsandstein.

Eines Tages kam dem in Scheidingen aufgewachsenen und seit 1999 in Illingen ansässigen Maschinenbauer die Idee, Monumente aus Grünsandstein an den Ortseingängen aufzustellen. Im Gespräch mit einem Rentner aus Suttrop bei Warstein hatte er vom so genannten „Heimat-Scheck“ erfahren, den die Bezirksregierung in Arnsberg herausgibt. Auf Antrag können eine Einzelperson oder ein Verein ein Projekt mit bis zu 2000 Euro finanziert bekommen, das die Heimat ergänzt oder verbessert.

Zunächst stimmte sich Thomas Horstmann mit Ortsvorsteher Helmut Peters ab, der das Vorhaben begrüßte und den neuen Schützen-Chef motivierte, sofort loszulegen. Nicht zuletzt das Jubiläum zum 800-jährigen Bestehen von Illingen war ja geeignet, das Dorf noch attraktiver zu machen, zumal eine große Jubiläumsfeier wegen Corona bislang nicht möglich war.

Mit seinem Antrag beim Regierungsbezirk war Thomas Horstmann erfolgreich und konnte so mit der Umsetzung seiner Pläne beginnen. Er organisierte zwei so genannte Blockspitzen aus der ersten Schicht des Anröchter Grünsandstein-Steinbruchs bei Rinsche und beauftragte den Werler Steinmetz Hans-Dieter Schütte, der auch den 800-Jahr-Feier-Jubiläumsstein in Illingen gemeißelt hat, mit der Bearbeitung. Bei Heimatkundlerin Agnes Karbowski machte er sich schlau, was die Inschriften auf den Steinen anbetraf. Sie einigten sich auf das überlieferte Plattdeutsch aus der Umgebung und so steht heute auf der Vorderseite der Steine als Willkommens-Gruß die Inschrift „Dorp Illingen“ und auf der Rückseite für alle, die das Dorf verlassen „Gurt guohn!“, also „Lasst es Euch gut gehen!“ ebenfalls im überlieferten Heimat-Plattdeutsch.

Mit im Boot waren die beiden Grundstückseigentümer der Flächen, Rainer Schulte im Busch (Nordseite) und Familie Vollmer (Südseite), auf deren Grund und Boden die Steine aufgestellt wurden. Sie stimmten dem Vorhaben als echte Illinger natürlich sofort zu. Thomas Horstmann zementierte mit Helfern die 80 Zentimeter tiefen Fundamente mit einem halben Kubikmeter Beton und dann wurden die jeweils eine Tonne wiegenden Steine mit maschineller Hilfe aufgesetzt und montiert - eine durchweg anspruchsvolle Aufgabe, weil die Steine nach oben hin spitz zulaufen und es so schwierig war, sie beim Hochheben und Absetzen fest in der Waage zu halten.

Schließlich war es aber doch geschafft und die Monumente stehen jetzt bombenfest und gut sichtbar an den Ortseingängen. Allerdings wird noch erwogen, die Inschriften, die, nur durch ihre Schattierung gezeichnet, schwer erkennbar sind, noch mit verdunkelnder Farbe sichtbarer zu machen.

Nach der Schützenmesse am Sonntag ab 10.45 Uhr am Schützenhaus und nach der Gefallenen-Ehrung mit Kranzniederlegung sollen die Steine von Pfarrer Assheuer gesegnet und eingeweiht werden.

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