Barrierefrei mit Rampen

Bahn stellt Planung für Haltepunkt Welver vor: So hoch sollen die Kosten sein

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Der Bahn Pluspunkt am Haltepunkt Welver soll vom Mittelbahnsteig auf den Seitenbahnsteig zur Ladestraße verlegt werden.

Welver – Start für den Umbau des Bahnhaltepunktes Welver: In der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Planung, Naturschutz und Umwelt wird ein Planungsbüro der Deutsche Bahn AG am Mittwoch (6. März) ab 17 Uhr im Rathaus seinen Entwurf vorstellen.

Er sieht im Wesentlichen den Neubau zweier 190 Meter langer und drei Meter breiter gepflasterter Außenbahnsteige samt Leitsystem und Wartehäuschen in Tritthöhe zu den Waggons vor, die den jetzigen Mittelbahnsteig ablösen. 

Außerdem soll neben den Treppen zu den Bahnsteigen durch den Bau von leicht schrägen Rampen am Ostbusch (92 Meter Länge) und an der Ladestraße (geschlängelt und in zwei Teilstücken zusammen 90 Meter lang ) Barrierefreiheit hergestellt werden. 

Drei Meter breite Unterführung

Dritter großer Baustein ist der Bau einer Fußgänger-Unterführung unter den Gleisen zwischen Ostbusch und Ladestraße auf Höhe der Straße Starenschleife. 

Die Kosten der Gesamtmaßnahme im Standard-Ausbau für Bahnhaltepunkte beziffert das Planungsbüro der DB AG auf etwa 6,8 Millionen Euro. Die Ausführung der Maßnahme ist für das Jahr 2022 geplant. Als Bauzeit sind rund 18 Monate vorgesehen. 

Reicht Barriefreiheit mit Rampen?

Für die Politik stellen sich jetzt in der Hauptsache zwei Fragen – erstens: Reicht die Barrierefreiheit über die Rampen aus – oder müssen für ganz grob geschätzte Kosten von 800000 Euro zusätzlich zwei Aufzüge zu den Bahnsteigen geplannt und gebaut werden? 

Denn allein auf der Seite am Ostbusch muss ein Bürger mit Handicap eine 92 Meter lange Rampe mit einer Steigung von teils sechs und teils zwei Prozent Steigung in Richtung Hamm laufen und danach noch einmal weit über hundert Meter zurück in Richtung Soest laufen, um zum Wetterhäuschen zu gelangen. 

Bahn zahlt nicht für Fahrstühle

Laut Pressesprecher Detlev Westphal verweigert die Bahn beim Einbau von Aufzügen eine Beteiligung sowohl an der Planung als auch an der Investition und den laufenden auf 20000 Euro per anno geschätzten Folgekosten durch Wartung, Reparaturen und Reinigung. 

All das müsste die Gemeinde Welver wohl bezahlen, wenn man sich für die Aufzüge entscheidet, die allerdings dann insbesondere für schwer gehandicapte Mitbürger eine reale Barrierefreiheit bieten würden. Und zweitens: Reicht der Politik die Größe des Durchlasses der Personen-Unterführung aus. 

Die 19,3 Meter lange Untertunnelung zwischen Ladestraße und Ostbusch soll gemäß der DB-Planung eine Breite von drei Metern und eine lichte Höhe von 2,50 Metern bekommen. 

Größere Unterführung für 460000 Euro?

Hier gibt es Meinungen, die eine Vergrößerung des Durchlasses verlangen, um den Durchgang freundlicher und weniger dunkel zu gestalten. Allerdings verweigert die Bahn laut Verwaltung auch hier eine Vergrößerung auf ihre Kosten, sodass die Gemeinde Welver bei einer Breite im Tunnel von vier Metern wohl rund 460.000 Euro für die Planung und den Bau der Verbreiterung bezahlen müsste.

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