Deshalb lässt das schnelle Internet in Welver auf sich warten

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Die Spuren des Internet-Ausbaus sind an vielen Stellen im Gemeindegebiet zu sehen, wie hier auf dem Radweg bei Kirchwelver. Doch bis das schnelle Netz beim Kunden verfügbar ist, dauert es noch.

Welver – Beim schnellen Internet geht’s im Moment nur langsam voran. Die von der Westnetz-Tochter Innogy beauftragten Bauarbeiten geraten ins Stocken, weil die Witterung in den letzten Monaten einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Zudem läuft neben dem aktuellen FTTC-Ausbau auch der FTTB-Ausbau an. Um nicht innerhalb weniger Monate zwei Mal Baustellen einrichten und Straßen aufreißen zu müssen, setzt Innogy auf Synergie-Effekte. Warten heißt es also vorerst noch für die Internetnutzer. Dabei lesen sich die nackten Zahlen gar nicht so schlecht. 

Nach Angaben von Westnetz sind die Tiefbauarbeiten beim FTTC-Ausbau nördlich der Bahnlinie auf einer Länge von acht Kilometern abgeschlossen. 700 Meter fehlen noch. Sechs Kilometer Glasfaser liegen bereits in den Rohren. Parallel wird der FTTB-Ausbau in Bereichen wie Beckumer Straße, Brunnenstraße und Recklingser Straße vorangetrieben. Letzteres geschieht in „offener Bauweise“. Südlich der Bahnhline ist etwa die Hälfte der zehn Kilometer langen FTTC-Tiefbauarbeiten abgeschlossen. 

Prognose gestaltet sich schwierig

Von den elf benötigten Multifunktionsgehäusen sind bereits zehn montiert. Zudem steht in Straßen wie Soestfeld oder Landwehrkamp noch der FTTB-Ausbau auf der Liste. Wieland Dierks, Sprecher von Westnetz in Arnsberg, geht davon aus, dass das angestrebte Ziel, die FTTC-Arbeiten innerhalb des ersten Quartals zu vollenden, „nicht einzuhalten ist“. Eine Prognose sei „schwierig“. 

Dierks sichert zu, dass alle betroffenen Haushalte informiert werden, wenn sich die Arbeiten in ihrem Bereich dem Ende nähern. Er räumt ein, dass die Situation für den einen oder anderen im Moment „irritierend“ sein könne. Das Thema treibt auch die heimischen Politiker um. Klaus Theo Rohe (SPD) spricht von einer „merkwürdigen Informationspolitik“. Es gebe kaum Antworten auf Fragen. 

Auch Wolfgang Daube (CDU) kann den Unmut der Bürger nachvollziehen. „Der Eindruck am Anfang war, dass das alles viel schneller geht und morgen schon fertig ist“, so Daube. Wirtschaftförderer Detlev Westphal wirbt derweil um Verständnis. Immerhin habe Innogy „ein strammes Programm“ zu stemmen. Hinzu käme eben jetzt noch der angestrebte Randlagen-Ausbau. Westphal: „Da kann man nur um Geduld bitten.“ 

Ursprünglich war eine förmliche Bürgerversammlung geplant. Danach sieht es aktuell nicht aus. Im Hause Innogy fürchtet man, dass dabei den Bürgern womöglich die verschiedenen Ausbauvarianten verquickt werden und bei einer Sammelveranstaltung kein vernünftiges Ergebnis zu erzielen ist. Auch Westphal rät – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – davon ab: „Das würde nur Unruhe stiften.“

FTTB und FTTC 

FTTB bedeutet „Fibre to the Building“. Dabei werden die Glasfaserleitungen bis in den Keller des Gebäudes verlegt. Für die Überbrückung der noch verbleibenden relativ kurzen Strecke bis zum Kunden können die vorhandenen Leitungen genutzt werden. Bei FTTC endet die Glasfaser (Fiber) in den Verteilerkästen auf dem Bürgersteig (Curb). Die „letzte Meile“ zu den einzelnen Haushalten wird weiterhin mit den vorhandenen Kupferkabeln bewältigt.

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