CDU, Bürgergemeinschaft und Bürgermeister äußern sich zum Thema Bahnhof

„Blockadehaltung aufgegeben“

+
Neuer Bahnhaltepunkt in Welver: Die Grafik zeigt Rampe, Treppe und Unterführung vom Ostbusch aus gesehen.

Welver – Zur Berichterstattung über die Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und die Zukunft des Bahnhaltepunktes in Welver erreichte die Redaktion Stellungnahmen von Michael Schulte (CDU), Tim-Fabian Römer (BG) und Bürgermeister Uwe Schumacher.

Letztere wurde wegen Überlänge gekürzt. Die komplette Stellungnahme finden unsere Leser am Ende dieses Berichtes.

CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Schulte schreibt: 

„Die neue Männerfreundschaft hat im letzten Planungsausschuss den Bahnhof nicht gerettet, sondern eine vernünftige zukunftsorientierte Lösung für den Bahnhof Welver verhindert. Immerhin wurde die bisherige Blockadehaltung der beiden in Bezug auf die zwei möglichen Varianten auf politischen Druck aufgegeben. Bis dato hatten sie die Variante 1 bevorzugt bei der der Fahrgast nach Austritt aus dem Tunnel auf eine etwa acht Meter hohe Wand schauen wird und dies einfach nur erschlagend wirkt. BG, W21 und CDU bevorzugten schon seit Wochen die wesentlich optimalere Variante 2 die einen kompletten Durchstich darstellt. Dies wurde den Fraktionen im letzten Planungsausschuss durch die Experten des NWL auch sehr eingehend visuell bestätigt. Eine Tunnelbreite von vier Metern ist nun die logische Konsequenz, damit die von den Aufsichtsbehörden geforderte Städteteilverbindung hergestellt werden kann.

 In den Stoßzeiten 

Gerade in den Stoßzeiten morgens und nachmittags mit hohen Fahrgastzahlen bietet die Breite von vier Metern eine optimale Möglichkeit zum Passieren des Tunnels und verringert so Panik oder Angsträume. Wie eng ein drei-Meter-Tunnel ist, kann sich jeder in Bad Sassendorf ansehen. – Ja, der ein-Meter mehr Tunnel kostet zusätzlich rund 460 000 Euro, aber zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass dieser ebenfalls mit 70 Prozent gefördert wird und nur die jährliche Abschreibung dieser Investition belastet die Gemeinde marginal. Welver hat die einmalige Chance für relativ kleines Geld eine zukunftsorientierte Lösung für die nächsten 80 bis 100 Jahre mit einer Tunnelbreite von vier Metern zu bekommen. Wenn erst ein drei-Meter-Tunnel von der Bahn gebaut wurde, lässt es sich leider nicht mehr ändern. Jetzt haben wir noch die Möglichkeit das Optimale für Welver zu realisieren.“ Ratsherr 

Tim-Fabian Römer (BG), der an der Sitzung des Geemindeentwicklungsausschusses nicht teilgenommen hat, schreibt:

„Daube und Rohe retten den Bahnhof“ – 30 Jahre hat eine Zusammenarbeit nicht funktioniert. 30 Jahre lang arbeiteten Daube und Rohe Faust auf Faust. Und nun soll es auf die letzten politischen Tage der beiden Alteingesessenen ein Hand in Hand geben? Wohl kaum! Viel mehr ist dies ein Zeichen gekränkter Eitelkeit des einen und der letzte Versuch der Machtdemonstration des anderen. Lieber Herr Daube, lieber Herr Rohe. Bitte treffen Sie die letzten Entscheidungen Ihres politischen Handelns nicht auf dem Rücken unserer Bürger, sondern lassen Sie wenigstens einmal Vernunft walten. Das Thema „Bahnhaltepunkt“ ist brennend und mittlerweile so heiß, dass es sogar scheitern kann. Mehr als fünfmal saßen alle Fraktionen zusammen und haben beraten. 

Alle für vier Meter 

Einhellige Meinung war, dass ein Durchstich mit einer entsprechenden städtebaulichen Entwicklung der Nord- und der Südseite notwendig ist, sodass der Bahnhaltepunkt keine Atmosphäre eines Hinterhofs erfährt. Auch eine vier Meter breite Unterführung war einstimmige Meinung. Das war ja schließlich das Ergebnis der Bereisungen unterschiedlicher Bahnhaltepunkte durch alle Fraktionen. Es entstehen der Gemeinde Welver dadurch zwar Mehrkosten in Höhe von 460.000 Euro; diese werden jedoch in Höhe von 322.000 Euro gefördert. Der verbleibende Eigenanteil von 138.000 Euro belastet den Haushalt jedoch bilanziell auf 80 Jahre abgeschrieben zu gleichen Anteilen in Höhe von nur jeweils 1.725 Euro. Meine Frage an Herrn Rohe, Herrn Daube und deren Armhebern von SPD, FDP und Grünen? Ist Ihnen ein sicheres Bahnhofsumfeld, eine vernünftige Beleuchtung, die Vermeidung von Angsträumen, die Sicherheit unserer Schüler und Senioren pro Jahr etwa nicht 1725 Euro wert? Das wäre sehr traurig. Und nun an die Armheber: Wenn Sie schon nicht eine von Vernunft geprägte Entscheidung treffen können; dann treffen Sie doch bitte eine Entscheidung im Sinne unserer Kinder und Enkelkinder. Denn dieses Projekt ist ein Jahrhundertprojekt.“ 

Bürgermeister Uwe Schumacher schreibt:

 „Mit großer Verwunderung habe ich den Artikel gelesen und festgestellt, dass Herr Daube und Herr Rohe die Retter des Bahnhofes sind. Gerade die beiden Ratsvertreter, die sich in den letzten Monaten vehement gegen eine Gemeindeentwicklung – in der Form, wie sie jetzt beschlossen wurde, gewehrt haben. Einvernehmlich, ich betone noch einmal einvernehmlich, waren sich alle Fraktionen einig, dass es eine 4 Meter breite Personenunterführung für Welver geben soll. 

In die richtige Richtung 

Seit der letzten GPNU Sitzung am Mittwoch ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung erfolgt. Die städtebauliche Entwicklung mit einem Durchstich (PU) und einem offen zu planendem Bahnhofsumfeld wird von allen getragen. Lediglich die Breite der Personenunterführung (PU) von drei Metern oder vier Metern gilt es zu klären. Das nunmehr die von Anzeiger-Redakteur zitierten Protagonisten als „Retter des Bahnhofs“ bezichtigt werden, ist nicht nachvollziehbar, grotesk und lächerlich. Als Bürgermeister der Gemeinde Welver darf ich an dieser Stelle noch einmal meinen Einsatz für die anzustrebende Bahnhofsentwicklung darlegen.

70 Prozent Förderung

 Und zwar eindeutig mit einer vier Meter breiten PU. Ja, diese Maßnahme bringt Mehrkosten in Höhe von rund 460000 Euro mit sich, bei einer 70-prozentigen Förderung beträgt der Eigenanteil dabei lediglich 138 000 Euro. Und hier stehe ich zu meinem Wort: Eine richtige und gute Investition für ein Jahrhundertbauwerk in Welver. Schade nur, dass bei Nichtteilnahme einer einzelnen Person abgesprochene Ergebnisse bei den Fraktionen von SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen ihre Wertigkeit und somit ihre Gültigkeit verlieren.“

Schumacher-Stellungnahme im Wortlaut und ungekürzt:

Stellungnahme des Bürgermeisters Uwe Schumacher zur Berichterstattung im Soester Anzeiger vom 06.03.2020 Artikel „Daube und Rohe retten den Bahnhof“ Mit großer Verwunderung habe ich den Artikel gelesen und festgestellt, dass Herr Daube und Herr Rohe die Retter des Bahnhofes sind. Gerade die beiden Ratsvertreter, die sich in den letzten Monaten vehement gegen eine Gemeindeentwicklung – in der Form, wie sie jetzt beschlossen wurde, gewehrt haben. 

Einvernehmlich, ich betone noch einmal einvernehmlich, waren sich ALLE Fraktionen einig, dass es eine 4m breite Personenunterführung für Welver geben soll. Hierzu fand ein interfraktionelles Gespräch bereits am 07.02.2020 unter Beteiligung des NWL im Rathaus Welver statt. Herr Rohe hat noch in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am 22.01.2020 sinngemäß erklärt, dass er für die SPD-Fraktion den Tunnel mit 4 m Breite eindeutig tragen und hierfür 470.000 € bereitstellen würde, die Bahn solle lediglich das Projekt selbst durchführen. 

Zur Klarstellung hier ein zeitlicher Abriss der Fakten: Oktober 2019: Ortstermin in Welver mit Vertretern des Ministeriums, der Bezirksregierung, des NWL und der Gemeinde. Dieses Treffen diente ausschließlich zur Überzeugung des Ministeriums und der Bez.-Reg. für die Generierung einer 70 %igen Städtebauförderung. 

Umfang der angedachten Maßnahme: 1. Verbindung des nördl. und südl. Bahnhofsumfeldes mittels Durchstich. 2. Eine 4 m breite Personenunterführung. 3. Überplanung und Integration des nördl. und südl. Bahnhofsumfeldes in die Baumaßnahme der Bahn/NWL. November 2019: Für diese, mit dem Ministerium und der Bez.-Reg. besprochene Variante, hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Ende November 2019 ein Planungsbüro für Städtebau empfohlen. Dezember 2019: Anfang Dezember erfolgte ein Gespräch mit dem Planungsbüro zur Abgabe eines Angebotes für die Überplanung des nördl. und südl. Bahnhofsumfeldes in Welver. Januar 2019: Das Angebot des Planungsbüros war Grundlage der Beratungen im Welveraner Ausschuss für Gemeindeentwicklung am 22.01.2020. Hier wurde seitens der Fraktionen SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen moniert, nicht richtig informiert gewesen zu sein, weil die verwaltungsseitige Begründung für die Städtebauförderung nicht vorlag. 

Hierzu habe ich mehrfach mitgeteilt, dass diese inhaltliche Begründung für die Städtebauförderung lediglich Argumentation für eine Verbindung des nördl. und südl. Siedlungsbereichs war. Ich bin mir auch heute sicher, dass dieser eingeschlagene Weg der richtige ist. Der Bahnhofsumbau einschl. Bahnhofsumfeld ist für Welver ein Jahrhundertbauwerk und zudem eine einmalige Chance, gemeinsam mit DB und NWL eine historische Entwicklung vorzunehmen. Allein schon die –ausschließlich von Herrn Rohe praktizierte- Verzögerungstaktik und das damit verbundene Wagnis des „Aufsspielsetzen“ und das damit verbundene Scheitern der Gesamtmaßnahme galt es verwaltungsseitig zu verhindern. Seit der letzten GPNU Sitzung am 05.03.2020 ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung erfolgt. Die städtebauliche Entwicklung mit einem Durchstich (PU) und einem offen zu planendem Bahnhofsumfeld wird von allen getragen. 

Lediglich die Breite der Personenunterführung (PU) von 3m oder 4m gilt es zu klären. Das nunmehr die von Anzeiger Redakteur zitierten Protagonisten als „Retter des Bahnhofs“ bezichtigt werden, ist nicht nachvollziehbar, grotesk und lächerlich. Als Bürgermeister der Gemeinde Welver darf ich an dieser Stelle noch einmal meinen Einsatz für die anzustrebende Bahnhofsentwicklung darlegen. 

Und zwar eindeutig mit einer 4m breiten PU. Ja, diese Maßnahme bringt Mehrkosten in Höhe von rd. 460.000,- € mit sich, bei einer 70 %igen Förderung beträgt der Eigenanteil dabei lediglich 138.000,- €. Und hier stehe ich zu meinem Wort: Eine richtige und gute Investition für ein Jahrhundertbauwerk in Welver. Interfraktionelle Gespräche dienen zur Findung eines Konsenses. Schade nur, dass bei Nichtteilnahme einer einzelnen Person abgesprochene Ergebnisse bei den Fraktionen von SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen ihre Wertigkeit und somit ihre Gültigkeit verlieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare