Camillo Garzen will als Beigeordneter die Arbeitsfreude im Rathaus in Welver fördern

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Camillo Garzen (rechts) ist neuer Beigeordneter der Gemeinde Welver. Das Bild zeigt ihn bei der Begrüßung durch Bürgermeister Uwe Schumacher.

Welver - Der Mann wusste worauf er sich einlässt: Bevor sich Camillo Garzen als Beigeordneter der Gemeinde Welver beworben hat, verfolgte er aufmerksam die Anzeiger-Berichterstattung über das Klima im Rat und das ungewöhnliche Eingreifen der Kommunalaufsicht in die Verwaltungsarbeit.

Abgeschreckt hat ihn all das nicht. Seit dem1. Januar ist er offiziell der neue starke Mann im Rathaus und will an der Seite von Bürgermeister Uwe Schumacher die „Aufgabe Welver“ meistern. An Verwaltungserfahrung mangelt es dem 47-Jährigen nicht. Schon 1987 begann seine Laufbahn im öffentlichen Dienst. Seine Erfahrungen will der parteilose Wahlbeamte auch in Welver einbringen. „Wichtig ist, einen engen Kontakt zu den Mitarbeitern zu pflegen und ihnen Vertrauen entgegen zu bringen.“ Schließlich habe jeder sein Handwerk gelernt. Garzen hat sich vorgenommen, möglichst täglich einmal alle Abteilungen des Rathauses zu sehen.

Rheinländer, aber „nicht völlig jeck“

Lebensstationen

Camillo Alexander Matthias Garzen wurde am 10. Februar 1969 in Euskirchen geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Hobbies sind Fußball, Laufen, Musik.

Auszüge aus dem beruflichen Werdegang: 1987 bis 1989: Laufbahnausbildung des mittleren Dienstes bei der Bundesstadt Bonn. 1989 bis 1990: Wehrdienstzeit. 1990 bis 1993: verschiedene Verwendungen im mittleren Dienst bei der Bundesstadt Bonn (Stadtkasse, Personalamt). 1993 bis 1996: Studium an der FH des Landes NRW; Aufstieg in den gehobenen Dienst. 1996 bis 2001: Servicebetrieb Stadtgrün in Bonn. 2001 bis 2016: verschiedene Stationen im Bundesverwaltungsamt, unter anderem in Dozenten- und Leiterfunktion, dazu Prüfungsausschussvorsitzender für den Beruf des Verwaltungsfachangestellten, Mitglied der Auswahlkommissionen des mittleren Dienstes und des gehobenen Dienstes, Geprüfter Ausbilder nach IHK.

Um die Belegschaft näher kennen zu lernen, hat der Hobbyfußballer in den vergangenen Wochen die Gemeinde „inoffiziell“ schon häufiger besucht. Selbst an der Weihnachtsfeier hat er teilgenommen. Der nächste gesellige Höhepunkt steht mit dem Karneval schon vor der Tür. Da macht der Rheinländer natürlich gern mit, allerdings nicht „völlig jeck“, wie er betont. Der Mann denkt nämlich schon an die kommenden Aufgaben. Das Abwasserbeseitigungskonzept steht zum Leidwesen der Kommuanlaufsicht zumindest noch einige Wochen auf der Tagesordnung und im Frühjahr soll die Strukturreform innerhalb der Verwaltung mit einer ersten Bestandsanalyse eingeleitet werden.

Für Garzen eine spannende Phase, zumal er auf Bundesebene ähnliche Prozesse bereits kennt. Unter anderem leitete er selbst ein Referat „Verwaltungsmodernisierung und Organisationsberatung“. Mit den Ratsfraktionen strebt er eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit an. „Verwaltungsaufgabe ist es, dem Rat alle Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die er für gute Entscheidungen benötigt“, so Garzen. Die Umsetzung dieser Entscheidungen – egal, wie sie ausgehen – sei dann wieder Sache der Verwaltung. In der Vergangenheit hat es dabei bekanntlich hier und da geklemmt. 

Garzen ist überzeugt, dass er es mit motivierten Mitarbeitern zu tun hat. Das habe sich unter anderem bei der Aufstellung des Haushaltes gezeigt. Trotzdem gehe es jetzt darum, die notwendigen Veränderungen gemeinsam anzugehen. Sein persönliches Ziel: Am Ende soll die Arbeit allen Spaß machen. Das schlage sich letztlich auch im Ergebnis nieder und komme dem Bürger zu Gute, ist Garzen überzeugt.

„Ich bin ein Dorfkind“

Der „Bürger“ ist es auch, der ihn veranlasst hat, sich für den Posten in Welver für acht Jahre festzulegen: „Die Bundesverwaltung ist interessant, aber jetzt war für mich der richtige Zeitpunkt, wieder in die Kommune zurück zu gehen“. Hier treffe man die Menschen und bekomme hautnah mit, wie sich Entscheidungen auswirken. „Ich bin ein Dorfkind“ gesteht der gebürtige Euskirchener. Derzeit lebt Garzen im Hotel und pendelt an den Wochenenden zu seiner Familie nach Nörvenich. Jetzt steht die Wohnungssuche an. Nach der Schulausbildung seiner beiden jugendlichen Kinder soll irgendwann der gesamte Familienmittelpunkt in Welver sein. „Ein Beigeordneter gehört in die Gemeinde, für die er arbeitet“, betont er.

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