Wie es jetzt weitergeht

Legionellen-Alarm in Welver: Lehrschwimmbecken geschlossen

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Bürgermeister Uwe Schumacher und Schwimmeisterin Christine Slawinski hoffen, dass der Schwimmbetrieb bald wieder aufgenommen werden kann.

Welver - Legionellen haben das Lehrschwimmbecken in Welver lahm gelegt. Die Stabbakterien, die jetzt im Filterbereich des Lehrschwimmbeckens gefunden wurden, sind allerdings glücklicherweise nicht im Badewasser nachgewiesen worden.

„Im Becken gab es keine Probleme mit der Mikrobiologie, es sind auch keine Erkrankungen bekannt geworden“, erklären Bürgermeister Uwe Schumacher und Schwimmmeisterin Christine Slawinski. 

Bei Routine-Untersuchung festgestellt

Bei einer routinemäßigen Untersuchung des Hygieneinstituts Gelsenkirchen wurde eine erhöhte Legionellenzahl nachgewiesen. Die Qualität des gleichzeitig analysierten Badewassers war stets einwandfrei. Bei nachfolgenden Kontrolluntersuchungen wurden erneut teils erhöhte und auch mal geringe Konzentrationen festgestellt. Vorsorglich, auch um eine genauere Untersuchung der technischen Einrichtungen des Lernschwimmbades zu ermöglichen, ist daher das Bad seitdem geschlossen. Wie lange noch, das steht noch nicht fest. 

Erste Reparaturen durchgeführt

Erste Reparaturen sind durchgeführt, so wurden die Leitungen für Warmwasser erneuert, alle anderen Wasserleitungen desinfiziert und gereinigt. Außerdem wurden die Zu- und Ablaufrinnen überprüft und der Hauptfilter geleert. Das Reinigungsgranulat daraus wird überprüft. Das Schwimmbad mit einer Länge von 16,66 Metern und einer Tiefe von 0,3 bis 1,8 Metern dient in Welver den Schulen, den Vereinen, der Volkshochschule und als öffentliches Bad den Bürgern als Sportgelegenheit, vor allem aber auch zum Schwimmenlernen. Zurzeit sind allerdings keine Aktivitäten möglich. Christine Slawinski setzt alle Hebel in Bewegung, um die Anlage wieder in Betrieb nehmen zu können. Ein genauer Zeitpunkt dafür ist allerdings noch nicht abzusehen. 

Weiter sanieren oder neu bauen?

Letztlich muss die Politik entscheiden, ob das Bad jetzt noch einmal aufwendig saniert wird, was auf Kosten von rund 60 000 Euro geschätzt wird oder ob jetzt nur das Notwendigste getan wird, was Kosten von 30 000 Euro verursachen würde. Bei der schlanken Sanierung würde sich die Frage anschließen, ob ein Schwimmbad-Neubau langfristig nicht günstiger wäre als weitere Sanierungsmaßnahmen in dem 53 Jahre alten Objekt. Für die Finanzierung der Sanierung bieten sich Zuschüsse aus dem ISEK und auch dem Programm „Gute Schule 2020“ an. 

"So schnell wie möglich wieder öffnen!"

Da das ISEK noch einmal bis zum Herbst überarbeitet werden muss, weil der Komplex rund um die Grundschule mit eingearbeitet werden soll, können Zuschüsse daraus wohl erst im Jahr 2020 erwartet werden. So lange können die Grundschulen natürlich nicht auf den Schwimmunterricht verzichten: „Ich wünsche mir natürlich erst einmal als Schulleiterin, dass das Bad so schnell wie möglich wieder eröffnet werden kann“, sagt Rektorin Cornelia Plassmann von der Bernhard Honkamp-Grundschule.

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