Jahrelang für den Dinkerberg gekämpft

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Der BI-Vorsitzende Friedrich Schulze zur Wiesch, Stellvertreter Wilhelm Jürgens und Friedhelm Pieper (von rechts) am Mahnkreuz gegen eine Mülldeponie auf dem Dinkerberg.

Dinker. Sechs Jahre lang kämpften sie in in ihrer Bürgerinitiative in erster Reihe gegen eine Hausmülldeponie auf dem Dinkerberg. Von 1986 bis 1992 dauerte die intensive Auseinandersetzung in Sachen Standortfindung mit Gutachtern und der Bezirksregierung. Dann kam vom Umweltminister Matthiessen 1992 die Entwarnung. Die Standortsuche für die Deponie wurde aufgegeben. 26 Jahre später ist die Gefahr gebannt, kann sich die BI auflösen. D

Der BI-Vorsitzende Friedrich Schulze zur Wiesch, sein Stellvertreter Wilhelm Jürgens und Friedhelm Pieper aus dem Vorstand kamen jetzt zum Gespräch mit dem Anzeiger über den Kampf gegen die Hausmülldeponie noch einmal am „Tatort-Dinkerberg“ zusammen.

 Sie erinnern sich, dass der damalige Regierungspräsident Grünschläger 1986 die Planungen für Sonder- und Hausmülldeponien bekanntgab. In NRW sollten in allen Regierungsbezirken Deponien für Sonderabfall eingerichtet werden. Daraufhin bildeten sich im hiesigen Raum drei Bürgerinitiativen, um gegen die Errichtung einer Deponie an den Suchstandorten Dinkerberg, Hasenpfanne bei Hultrop und einer Fläche an der Autobahn 2 anzukämpfen. E

iner der Höhepunkte des Protestes war das Aufstellen eines Mahnkreuzes zum Schutze der Schöpfung, am Sonntag, 11. April 1987. Zuvor hatte es einen gemeinsamen Gottesdienst in der St.Othmar-Kirche in Dinker gegeben. Die hiesigen Pfarrer hatten dazu die Initiative ergriffen. Nach dem Gottesdienst zog eine Prozession auf den Dinkerberg, um das Mahnmal zu errichten. Ein weiterer Höhepunkt des Widerstandes war eine Sondersynode, die in der St.Othmar-Kirche veranstaltet wurde. In dieser höchst seltenen Veranstaltung sprachen sich die Synodalen gegen die Deponie-Planungen aus. In Dinker hatten sich alle betroffenen Landeigentümer verpflichtet, keine Probebohrungen auf ihrem Land zuzulassen. Um den Verkauf an das Land NRW zu verhindern, bekam die Bürgerinitiative von allen Eigentümern das Vorkaufsrecht für die fraglichen Flächen. Später erwarb die BI auch noch Flächen im Plangebiet.

 Die Bürgerinitiativen erarbeiteten ein Zehn-Punkte-Papier, dass sich kritisch mit den Planungen beschäftigte und große Beachtung fand, bis hin zur Landesregierung. Es bewirkte, das das gesamte Standort-Suchverfahren neu aufgerollt werden musste. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe beim RP gebildet. Die Bürgerinitiativen setzten durch, dass Sie einen eigenen Gutachter in die Arbeitsgruppe entsenden konnten. Mit Prof. Lühr vom Institut für Wassergefährdende Stoffe aus Berlin konnte ein Fachmann gefunden werden. Danach fielen erste Standorte aus dem Verfahren. 

Am 1. Juli 1992 war es auch für den Dinkerberg soweit. Moderne Technik und neue gesamtheitliche Verfahren hatten die Deponien überflüssig gemacht. J dümi

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