Wieder Großeinsatz in Welver / Kripo ermittelt

Altreifenlager-Brand in Scheidingen: Gebäude teilweise eingestürzt

[Update, 14.10 Uhr] Welver - Erheblichen Schaden hat am Sonntagmorgen ein Feuer auf einer Abfallverwertungsanlage im Industriegebiet Am Bierbäumchen in Scheidingen verursacht. Neben einem größeren Haufen Altreifen war ein benachbartes Betriebsgebäude in Brand geraten.

Die Feuerwehr warnte die Anwohner zwischenzeitlich vor dem giftigen Rauch und riet dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Gegen Mittag konnten die Einsatzkräfte bis auf die Brandwache abgezogen werden. Personen wurden zum Glück nicht verletzt.

Gemeldet worden war der Feuerwehr gegen 7.51 Uhr ein so genannter Kleinbrand, doch beim Eintreffen auf dem Gelände des Entsorgungsbetriebs zeigte sich schnell, dass ein großer Haufen Altreifen brannte. Über dem Gelände stand eine pechschwarze Rauchwolke, berichtete Carsten Habicht, Pressesprecher der Feuerwehr Welver.

Die Feuerwehr warnte die Bevölkerung daher ab 8.18 Uhr über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App NINA des Bundes vor dem giftigen Rauch. Wegen der Dimension des Feuers wurde zunächst der erste und alsbald auch der dritte Löschzug aus Welver nachalarmiert, da es galt, ausreichend Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben.

Großeinsatz in Scheidingen: Alte Reifen in Brand

Zusätzlich waren Kräfte der Feuerwehren Werl und Soest im Einsatz, darunter wegen der Schadstoffbelastung auch das Messleitfahrzeug aus Werl. Alles in allem waren somit etwa 80 Feuerwehrmänner vor Ort. Für das Löschen mussten die Trupps unter Atemschutz eingesetzt werden.

Weil in dem Gebäude Gasflaschen lagerten, bestand für die Löschtrupps besondere Gefahr. „Das war hochgefährlich, der Löschangriff erfolgte deshalb aus der Deckung“, erklärte Habicht. In der Tat seien drei Gasflaschen auch explodiert, durch das Kühlen der anderen Behälter sei die Explosionsgefahr schließlich beseitigt worden.

Der Löschschaum stand stellenweise knietief auf dem Gelände.

Zum Löschen war eine erhebliche Menge Löschschaum erforderlich, der mehrfach nachgeliefert werden musste und stellenweise knietief auf dem Gelände stand. Der Löschschaum und das kontaminierte Löschwasser flossen in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde durch die Kanalisation ins nahe gelegene Regenrückhaltebecken. Hier werden die Flüssigkeiten durch eine Spezialfirma aufgenommen.

Das ebenfalls in Brand geratene Gebäude ist teilweise eingestürzt, der Sachschaden dürfte deshalb erheblich sein. Immerhin konnte der Betreiber während der Löscharbeiten noch zwei Sattelschlepper aus der Gefahrenzone fahren.

Gegen Mittag war das Feuer so weit gelöscht, dass die Einsatzkräfte abgezogen werden konnten. Zurück blieb allerdings ein Fahrzeug mitsamt Besatzung als Brandwache, um zwischen den Altreifen aufflackernde Flammen zu ersticken.

Dichter schwarzer Rauch: Die Feuerwehr war am Morgen in Scheidingen im Einsatz.

Angaben zur Brandursache machte die Polizei Soest am Sonntag noch nicht, die Kriminalpolizei nahm jedoch erste Ermittlungen auf. Fest steht nach den Beobachtungen von Feuerwehrkameraden wohl, dass der Brand außerhalb des Gebäudes im Bereich des Reifenhaufens entstanden war.

Für die Feuerwehr ist es bereits der zweite große Einsatz in dieser Woche auf dem Gemeindegebiet Welver. Erst am Dienstag hatte ein Feuer auf dem Gelände eines Gebrauchtwagenhändlers in Klotingen gewütet und 15 Fahrzeuge zerstört.

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