Uwe Schumacher

Bonus für Amtsinhaber? Welvers Bürgermeister will eine zweite Chance

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Seit sechs Jahren ist Bürgermeister Uwe Schumacher im Amt – wenn es nach ihm geht, bleibt er auf seinem Posten. Er kandidiert für eine zweite Amtszeit.

Welver – Amtsinhaber haben bei Bürgermeister-Wahlen oft einen ordentlichen Amts-Bonus. In Sassendorf etwa ist der so stark, dass sich erst gar kein Gegenkandidat meldet, um mit Bürgermeister Malte Dahlhoff um den Spitzenjob im Rathaus zu kämpfen.

Ganz anders die Situation in Welver. Hier kandidieren mittlerweile vier Männer, ein fünfter überlegt. Der Anzeiger stellt sie der Reihe nach vor: Heute geht es um Uwe Schumacher, den amtierenden Bürgermeister.

Seine sechs Jahre waren durchaus konfliktträchtig. SPD, Grüne und FDP, die für ihn gemeinsam in die Wahl 2014 gezogen waren, sagten sich schon kurze Zeit später nach immer währenden Streitigkeiten von ihm los. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Sie trauten ihm die Aufgabe nicht zu und warfen ihm Vertrauensbruch vor; Schumacher entgegnete, er lasse sich nicht von (einigen) Parteien instrumentalisieren und am Nasenring ziehen.

 „Mir ist wichtig, unabhängig zu bleiben, vor allem vor dem Hintergrund der teilweise destruktiven Streitkultur, die zwischen Parteien und im Rat offensichtlich sind“, sagt der 62-Jährige gegenüber dem Anzeiger. Mit seinem, wie er ihn nennt, „unabhängigen und sachlichen Kurs“ wolle er im Wahlkampf punkten. Der geht – von vielen kaum bemerkt – schon fast auf die Zielgerade; in weniger als hundert Tagen wird gewählt. 

Direkte Kommunikation

„Bislang wurde der Wahlkampf hintenangestellt“, so Schumacher, Corona habe das volle Augenmerk gefordert. Er setzt nun auf möglichst viel direkte Kommunikation mit den Welveranern; ab sofort bietet er im Monat eine zweite Bürgersprechstunde an. 

Da Treffen und Begegnungen wieder möglich sind, habe er für die kommenden Wochen seinen Terminkalender mit Besuchen bei Vereinen und örtlichen Organisationen „gut gefüllt“. Zudem will er sich aufmachen, durch die Straßen ziehen und die Bürger direkt an ihrer Haustür ansprechen. 

Social Media

Weil sich viele Menschen – nicht nur in Corona-Zeiten – inzwischen leicht und einfach übers Netz erreichen lassen, will auch Schumacher diese Kanäle bespielen. In Kürze sollen seine Homepage und Accounts in verschiedenen sozialen Medien online gehen. 

Fragt man Welvers Bürgermeister nach seinen Stärken und wofür er wiedergewählt werden will, antwortet er: „Ich habe in den vergangenen Jahren die vorhandenen Probleme untersucht, Lösungen gefunden und Maßnahmen angestoßen.“ Nun richte sich seine Motivation darauf, diese Projekte wie Bahnhof, Tunnel, Markt, Feuerwehr, Radwege und Digitalisierung auch zu verwirklichen.

Aktuell vier oder fünf Kandidaten

Neben Schumacher treten bei der Bürgermeister-Wahl am 13. September sein Stellvertreter Camillo Garzen, Sassendorfs Vize Karl-Heinz Ricken und der Sportjournalist Thorsten Teimann an. Kay Philipper, der Fraktionschef von Welver 21, hat kürzlich erklärt, er denke noch über eine Kandidatur nach; womöglich bei der Kandidatenkür seiner Wählergemeinschaft am heutigen Samstag dürfte er abschließend Farbe bekennen. Der Anzeiger stellt alle Kandidaten vor; der Beitrag über Ricken ist bereits am 6. Juni erschienen.

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