Landwirte stellen zwölf Hektar für Insekten bereit

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Zwischen Klotingen und Einecke liegt dieser Blühstreifen mit Sonnenblumen, den der Landwirt Carsten Risse zur Verfügung stellt.

Welver - Wer in diesen Tagen mit offenen Augen in der Soester Börde unterwegs ist, dem fallen vor vielen Feldern Streifen blühender Blumen auf.

Vor dem hohen grünen Mais ragen gelbe Sonnenblumen hoch empor, kleinere Blumen rahmen Rübenfelder ein. Auf rund 40 Kilometern haben Landwirte im Ortsverband Welver entlang ihrer Felder die Ränder mit blühenden Pflanzen bestellt. Dies ist Teil eines Projekts der „Stiftung Westfälischer Kulturlandschaft“, die 2005 vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und der Landwirtschaftskammer NRW gegründet wurde. um die nachhaltige Nutzungsfähigkeit, Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaften in Westfalen-Lippe als Lebensraum für ihre charakteristische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und zu fördern. 

Auch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) begrüßt die Initiative der Landwirte. Dr. Ralf Joest, Biologe mit Schwerpunkt Naturschutz in der Agrarlandschaft, Feldvögel, Vogelschutzgebiet Hellwegbörde, Libellen, Tagfalter: „Ich finde es gut, dass die Landwirte im Naturschutz aktiv werden. Wir haben jedoch auch fachlich gewisse Ansprüche und wünschen uns mehr Dialog mit ihnen. 

Viele Landwirte machen es richtig, aber wir können auch noch viel voneinander lernen. Vor allem die Lage der Blühstreifen und die Blühmischungen können noch verbessert werden“, findet er zwar die Aktion an sich wichtig und richtig, sieht aber noch Bedarf in der Kommunikation. Auf zwölf Hektar ihrer Ackerfläche, das sind umgerechnet 40 Kilometer Länge bei drei Metern Breite, wurden nicht Getreide, Kartoffeln oder Mais angebaut, sondern eine Mischung aus verschiedenen Wildblumen und Kräutern. Die bunte Farbenpracht bietet – öffentlich gefördert – Nektar für Schmetterlinge, Bienen und viele weitere Insekten.

 Hier finden Bodenbrüter Brutflächen und Wildtiere geeignete Rückzugsgebiete. Die Samen sind zudem Nahrung zahlreicher Vögel. Bei der Auswahl der Mischung haben die Landwirte besonders darauf geachtet, dass viele Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten enthalten sind und somit ein langer Blühzeitraum von Frühjahr bis Herbst entsteht. Besonders schnellkeimende Arten wie der Buchweizen stellen bereits wenige Wochen nach der Aussaat ein Angebot an attraktiver Nahrung für Wildtiere inklusive Pollen und Nektar in annähernd 1800 Einzelblüten pro Pflanze für Insekten zur Verfügung.

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