Bürgerbus rollt rund - mit kleinen Aussetzern

Welver - Seit ziemlich genau einem Jahr ist jetzt der Bürgerbus auf Achse. Wie sieht die Bilanz aus? Kommt das Angebot an? Gibt es Verbesserungsbedarf? Wenn einer die Antworten auf diese Fragen kennt, dann Detlev Westphal.

Der Wirtschaftsförderer der Gemeinde ist zugleich 1. Vorsitzender des Bürgerbusvereins und obendrein noch Fahrer. Er ist mit dem Fahrgastaufkommen ganz zufrieden. Von Januar bis Dezember 2017 nutzten 4536 Fahrgäste den Bürgerbus.

Stärkster Monat war der November mit 450 Passagieren. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei das Ergebnis okay. „Es gibt bessere, aber auch wesentlich schlechtere Zahlen“, so Westphal. Unterm Strich findet er: „Start geglückt!“ Es gibt aber auch Probleme. Viele der Nutzer sind Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Eilmser Wald. An der dortigen Haltestelle wartet oft ein Dutzend Menschen auf eine Mitfahrgelegenheit. Der Bürgerbus kann aber maximal nur acht Leute mitnehmen. „Da kommt es schon mal zu Reibereien“, so Westphal.

Weiterhin keine Stopps in Scheidingen/Illingen

Die Gemeinde sei bemüht, die Situation gemeinsam mit Ehrenamtlichen, Hausmeistern und Sozialarbeitern zu entschärfen. Unbefriedigend ist auch immer noch der Umstand, dass die Bereiche Scheidingen/Illingen gar nicht erst im Fahrplan auftauchen. Eine Besserung ist aus Konzessionsgründen nicht in Sicht. Alle bisherigen Gespräche mit dem Ziel, den Bürgerbus auch hier rollen zu lassen, sind gescheitert. Gerade in schulfreien Zeiten sei die öffentliche Mobilität in diesen Ortsteilen extrem eingeschränkt, betont Illingens Ortsvorsteher Helmut Peters.

Änderungen wird es dennoch im Fahrplan geben: Die Fahrt über das Lippetaler Gemeindegebiet soll ebenso wegfallen wie die praktisch verwaiste Haltestelle „Im Hagen“. Der Wohnpark Klostergarten und Hachenbruch werden im Gegenzug als zusätzliche Haltestellen neu aufgenommen. Um noch mehr Frequenz auf den Dörfern zu erzielen, sollen in Kooperation mit den Ortsvorstehern Infoabende durchgeführt werden.

Bürgerbus Thema bei der Fraktion Welver 21

Mit dem Thema Bürgerbus hatte sich in jüngster Zeit besonders die Fraktion Welver 21 beschäftigt. Sie fragt sich, warum der Bürgerbus praktisch nur zum Einkaufen genutzt werde. „Warum nutzen wir den Bürgerbus nicht, um die Bürger zur Scheidinger Herbstkirmes zu fahren oder zum Schützenfest im Nachbarort, vielleicht auch zum Jugendtreff oder zum Seniorennachmittag – eben zu Sonderfahrten?“ so Fraktionschef Kay Philliper. Nicht möglich, so Westphal.

Der Bürgerbus verkehre im Linienverkehr mit festgelegter Route. „Wenn wir die auch nur einem Meter verlassen, bekommen wir rechtliche Schwierigkeiten“, betont der Vorsitzende. Das - da sind sich alle Beteiligten einig – ist aber kein Hinderungsgrund, das Angebot regelmäßig zu überprüfen und Verbesserungen zu erarbeiten. 

Die Fahrt kostet für Zweibeiner 2 Euro. Bezahlt wird allerdings fast ausschließlich der Welver-Card. Sie ist für 3 Euro im Rathaus erhältlich. Die dazugehörigen Chips gibt es in kleinen Mengen dort kostenfrei. Derzeit sind 15 Fahrer aktiv. Wer links vorne im Bürgerbus Platz nehmen will, sollte sich bei Detlev Westphal (Telefon 0 23 84/51-111; E-Mail d.westphal@welver.de) oder Peter Schlüter (Telefon 0 23 88/8 00 61 97); E-Mail peschl@atem-therapie.de) melden. Die Kosten für den nötigen Personenbeförderungsschein werden übernommen.

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