Verwaltung soll zum Musterknaben werden

Welver - Beim Thema Haushalt befindet sich die Gemeinde schon auf klarem Kurs. Jetzt soll die Verwaltung insgesamt fit für die Zukunft gemacht werden.

Bereits in den nächsten Wochen will die Gemeindeprüfungsanstalt ein Beratungsinstitut beauftragen, das das Optimierungspotenzial aufzeigen soll. Im März soll das Team mit seiner Arbeit beginnen. Und zwar mit Leuten, die ihr Handwerk wirklich verstehen und entsprechend teuer sind. „Das werden keine Nobodys sein,“ betont Ferdinand Aßhoff, Leiter der Kommunalaufsicht in Arnsberg. Die Kosten dafür übernimmt komplett die Gemeindeprüfungsanstalt. 

Das grobe Ziel ist dabei schon formuliert. „Ohne das Nutzen von Synergieeffekten geht es auf Dauer nicht“, macht Aßhoff deutlich und unterstreicht den Sinn von interkommunaler Zusammenarbeit, beispielsweise bei der Buchhaltung. Bei diesem Prozess wird auch die Kommunalaufsicht noch auf längere Zeit mit im Boot sitzen. Sie hat es sich in Kopf gesetzt, aus der Problemgemeinde Welver eine Musterkommune zu machen, die anderen zum Vorbild taugt. Das geht nur, wenn nicht nur die Pläne gut sind, sondern auch die Umsetzung gelingt. 

An Bedarf mangelt es nicht: Verwaltungsstrukturen wie in Welver gibt es Dutzende im ganzen Land. Und viele plagt die demografische Entwicklung. So fehlt es einerseits an qualifiziertem Nachwuchs, andererseits dominieren festgefahrene Abläufe und Zuständigkeiten. Der Wandel soll dabei nicht zum Selbstzweck werden, sondern Verbesserungen für Mitarbeiter und Bürger bringen, letztlich aber auch das Rathaus effizienter machen.

 Aßhoff betont: „Es darf nicht nur an der Ertragsschraube gedreht werden, jetzt ist auch mal die Aufwandsschraube dran.“ Verbindlichkeiten „effektiv“ abgebaut In Zukunft sollen exorbitante steigende Gebühren vermieden und die Handlungsfähigkeit der Gemeinde auf Dauer gesichert werden. Die Mitgliedschaft im Stärkungspakt könne keine Dauerlösung sein. Spätestens in vier Jahren soll Welver finanziell wieder auf eigenen Füßen stehen. Dabei ist Welver aktuell gar nicht mal so schlecht aufgestellt, wie Dr. Andreas Hohlfeld, Finanzexperte bei der Kommunalaufsicht betont: „In der Vergangenheit wurden effektiv Verbindlichkeiten abgebaut.“ 

Für die weiteren, jetzt anstehenden Schritte nimmt die Bezirksregierung auch den Rat in die Pflicht. Mit Grund: Mit dem Thema Abwasserbeseitigungskonzept lauert schon in den nächsten Wochen eine Aufgabe mit hohem Konfliktpotenzial. Und auch hier will die Bezirksregierung hartnäckig bleiben. „Das ist eine schwierige Situation“, weiß Aßhoff, lässt aber keinen Zweifel daran, dass er sie bis zur Lösung „im Sinne der Bürger und der Rechtsordnung“ begleiten will. Das dürfe nicht als „Gängelung von oben“ verstanden werden, sondern vielmehr als eine „enge Kooperation“. 

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