Beigeordneter Camillo Garzen will ganz auf Welver setzen und nicht erneut im Bergischen kandidieren

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Die drei ziehen im Welveraner Rathaus die Strippen: (von links) Bürgermeister Uwe Schumacher, sein Stellvertreter Camillo Garzen, Bauamtsleiter Detlev Westphal. Einfach ist das Miteinander gerade nicht, beteuern sie im Anzeiger-Gespräch. Garzen will Schumacher im Bürgermeister-Amt ablösen, der bittet sich noch bis Februar Bedenkzeit aus, um zu entscheiden, ob er überhaupt noch mal antreten will.

Welver – Ein zweites Mal will Welvers Kämmerer Camillo Garzen nicht in Radevormwald als Kandidat für den Beigeordneten-Posten antreten. „Ich habe mich für Welver entschieden und sehe keine Notwendigkeit, davon abzurücken“, sagte 50-Jährige gegenüber dem Anzeiger.

In Radevormwald – etwa knapp zweimal so groß wie Welver und im Bergischen gelegen – wird das Rennen um den Leitungsposten im Rathaus gerade ein zweites Mal gestartet. Im ersten Durchgang hatte Garzens Mitbewerber Christian Klicki (CDU) das Rennen gemacht. Jetzt hat der Sieger, an dessen Qualifikation Zweifel hochgekocht waren, nach persönlichen Attacken gegen ihn die Flinte ins Korn geworfen und erklärt: Er werde nicht in Radevormwald antreten. 

Die Schlussfolgerung liegt also nah, der Stadtrat im Bergischen könnte nun mit Garzen wieder ins Gespräch kommen, zumal es im ersten Durchgang im Dezember keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen ihn gab und lediglich einige Stimmen zum Erfolg fehlten. 

Diese Woche, so erklärt Rathaus-Sprecher Wolfgang Scholl, werde sich der Rat überlegen, wie und mit wem es weitergeht. Ausgeschlossen sei weder eine neue Ausschreibung noch eine juristische Aufarbeitung. Scholl spricht von einem „schwebenden Rechtsverfahren“, bei dem wohl geprüft werden könnte, ob Sieger Klicki so ohne weiteres aufgeben dürfe. So oder so. 

Für Garzen ist das Kapitel Radevormwald geschlossen, sagt er. Und: „Das ziehen wir jetzt durch in Welver!“ Er habe sich mit seiner Familie, die seit 2017 in Welver lebt und hier ein Haus gekauft hat, beraten und entschieden, im Welveraner Rathaus zu bleiben und sich hier um den Chefposten bei der Rathauswahl um September zu bewerben. Und: „Ich sehe, dass ich Chancen habe.“ 

Als die Anzeiger-Redaktion Garzen am Dienstagmorgen um diese Stellungnahme bat, habe er von der neuen Entwicklung in Radevormwald noch nicht gehört geschweige denn einen Anruf aus dem der Stadtverwaltung dort bekommen: „Das Erste, was ich gerade höre.“ 

Nicht minder überraschend war Garzens Kandidatur in Radevormwald im Dezember vom Welveraner Rat aufgenommen worden. Tim-Fabian Römer von der BG hatte vor versammelter Mannschaft Garzen mit seiner Auswärts-Bewerbung konfrontiert und sein Verhalten als illoyal bezeichnet; schließlich agiere der 50-Jährige seit drei Jahren als Herausforderer des amtierenden Bürgermeisters Uwe Schumacher. 

SPD, Grüne und FDP hingegen äußerten Verständnis, dass sich Mitarbeiter aus dem Rathaus wegen des Klimas in der Verwaltung anderweitig bewerben. Mehr noch: Die drei Fraktionen gingen ihrerseits Römer an, Garzen wegen der Radevormwalder Geschichte „so vorzuführen“.

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