Diskussionen

Vollsperrung der Werler Straße wird zum Zankapfel

+
Nur Anlieger dürfen den abgesperrten Teil der Werler Straße passieren. 

Welver – Die Vollsperrung der Werler Straße ist ein echtes Streitthema. Seit dem 15. Juni ist die Hauptverkehrsstraße nun schon unbefahrbar, bis Mitte August soll das noch so bleiben. Doch schon nach dieser kurzen Zeit prasselt von vielen Seiten Kritik wegen der Baustelle auf die Gemeinde ein.

Im Rahmen der Arbeiten auf der Werler Straße wurden die umliegenden Wege zum Anwohnerschutz nämlich zur reinen Anliegerstraßen erklärt. Jetzt dürfen hier nur noch die Anwohner durch, das Abkürzen für den Durchfahrtsverkehr ist verboten. Und gerade an den ersten Tagen kontrollierte das Ordnungsamt an diesen Stellen – und an der Werler Straße selbst – aufmerksam. 

„Es gab erhebliche Beschwerden, dass die Sperrung nicht beachtet wurde“, erklärt Erich Kreyenbrink, Bezirksdienstbeamter der Polizei in Welver. „Nach dem neuen Bußgeldkatalog fallen bei Nicht-Beachten einer Sperrung 50 Euro Bußgeld an.“ Der ein oder andere Autofahrer handelte sich somit ein dickes Knöllchen ein. Die günstigere Alternative ist aktuell die Umleitung. Diese führt über Klotingen und Flerke nach Scheidingen – für viele ein nicht hinnehmbarer Umweg. „Deswegen haben sich schon einige Bürger beschwert“, sagt Bürgermeister Uwe Schumacher. „Das ist auch verständlich, doch ich sehe nicht, wie man es hätte anders lösen sollen.“ Kay Philipper, Fraktionsvorsitzender von Welver 21, ist allerdings der Meinung, eine bessere Lösung parat zu haben. Seine Fraktion fordert eine Ampelregelung statt einer Vollsperrung an der Werler Straße. „Die Vollsperrung sorgt für einen wirtschaftlichen Totalschaden“, kritisiert Philipper mit Blick auf den lokalen Einzelhandel im Zentralort.

 Aktuell seien 3000 bis 4000 Welveraner aus Illingen, Flerke, Meyerich und Scheidingen von Einkaufsmöglichkeiten in Welver abgeschnitten. „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die jetzt lieber nach Werl fahren“, sagt er. „Dabei brauchen wir sie zur Sicherung der Arbeitsplätze im Ort. Deshalb wäre sogar schon nur eine Woche Vollsperrung zu viel.“ Eine Ampelregelung, die zumindest einen Teilverkehr über die Werler Straße zulassen würde, wäre daher die bessere Lösung. Die war aber niemals Thema, war die Baustelle doch stets ausschließlich als Vollsperrung ausgeschrieben. Was für Philipper ein Fehler war, ist für Schumacher alternativlos. „Würden wir eine Ampel aufstellen, blieben nur noch 1,5 Meter Breite als Platz für die Baufahrzeuge. Das ist viel zu wenig“, meint der Bürgermeister. „Dazu würde es zu einem enormen Verkehrsrückstau kommen und die Bauzeit würde sich verlängern.“ 

Eine kritische Situation für den lokalen Einzelhandel sieht Schumacher dazu nicht. Brisant: Für Busse ist die Werler Straße weiterhin befahrbar, trotz der Vollsperrung. „Das scheint mir schon arg komisch“, versteht Philipper diese Regelung nicht. „Für die ÖPNV-Durchfahrt soll die Straße breit genug sein. Für die Pkw-Durchfahrt aber nicht.“ Schumacher erklärt dazu: „So viele Busse fahren in Welver nicht und die Zeiten liegen der Baufirma vor. 

Dafür stellen sie dann ihre Fahrzeuge aus dem Weg.“ Viel mehr stört Philipper aber die Umleitungsführung und die damit verbundene mangelnde Aufklärung. „Ich hatte noch am Mittwoch vor dem Baustart (der 10. Juni, Anm. d. Red.) im Rat gefragt, wo die Umleitung herführen soll“, erzählt der Fraktionsvorsitzende. „Doch niemand konnte mir das beantworten. Hätte ich vorher gewusst, wie das geregelt wird, hätte ich auf jeden Fall protestiert.“

 Dem Anzeiger lag allerdings schon am 9. Juni eine schriftliche Stellungnahme der Gemeinde vor, in welcher die Umleitungsführung erläutert wurde. Bürgermeister Schumacher nimmt die Kritik jedoch gelassen. „Irgendwer ist immer betroffen und dann nicht zufrieden“, sagt er. „Die aktuelle Lage ist zwar nervig, aber ich halte diese Regelung für die einzig mögliche.“ Die Baustellendauer von acht Wochen sei zudem überschaubar. „Ich hätte nie gedacht, dass das Ganze solche Wellen schlägt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare