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Bauamt jetzt im zweiten Obergeschoss

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Von: Dirk Wilms

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In neuen Büros arbeiten jetzt die Mitarbeiter des Bauamtes der Gemeinde Welver.
In neuen Büros arbeiten jetzt die Mitarbeiter des Bauamtes der Gemeinde Welver. © Dirk Wilms

Es wurde monatelang gehämmert und gesägt, geschraubt und gepinselt – jetzt sind die Renovierungsarbeiten im zweiten Stock des Welveraner Rathauses nahezu abgeschlossen. Sichtbares Zeichen dafür ist, dass das Gerüst, das seit dem Winter das Treppenhaus weitgehend nicht begehbar machte, am Dienstag dieser Woche abgebaut wurde. „Jetzt muss nur noch der oberste Teil des Geländers wieder angeschraubt werden und eine Putzkolonne die Spuren der Arbeiten beseitigen“, ist Bürgermeister Camillo Garzen froh, dass diese Etappe bewältigt worden ist.

Welver - Nach fast 40 Jahren waren es die grundlegendsten Arbeiten, die am Gebäude vorgenommen worden sind. Im zweiten Obergeschoss, wo einst ein großer Raum als Lager für das Zwischenarchiv diente und nur ein Büro für die Archivarin vorhanden war, sind sieben Büroräume und ein Technikraum entstanden. Hier hat nun das Bauamt Einzug gehalten, ist aus dem Erdgeschoss nach oben gewechselt.

„Wir hatten bislang zu wenig Platz“, erläutert Bauamtsleiter Detlev Westphal, dass es für ihn und seine Kollegen aus diesem Amtsbereich des Rathauses ein großer Fortschritt ist, in die neuen Räume eingezogen zu sein. „Hier können wir den Anforderungen der Arbeitssicherheit nachkommen, auch die Abstände einhalten“, stehen jetzt mehr Quadratmeter pro Mitarbeiter zur Verfügung.

Es mussten gravierende bauliche Maßnahmen durchgeführt werden, ehe das zweite Obergeschoss bezugsfertig war. Auf der Südseite wurden die 40 Jahren alten Fenster durch Dreifach-Verglasung und Sonnenschutz ersetzt. Gleichwohl wurde die unter dem Dach befindliche Etage mit einer Klimaanlage ausgestattet.

So konnte auf Ventilatoren verzichtet werden, die bei sommerlichen Temperaturen wie in den vergangenen drei Jahren ohnehin nicht ausgereicht hätten. Die einzelnen Büros haben Glastüren zwecks einer offenen Gestaltung des Arbeitsbereiches des gesamten Bauamts. Die Heizkörper und die entsprechenden Rohre waren schon in den 80er-Jahren verlegt worden, sodass hier nicht Hand angelegt werden musste.

Es wurden in Trockenbauweise etliche Wände errichtet und zig Meter Kabel für die Elektronik verlegt. Es wurden überall LED-Lampen installiert und unter anderem durch Zwischentüren die Brandschutzvorgaben umgesetzt. Hier steckte auch der Teufel im Detail. Denn im Treppenhaus ließ die Lieferung eines gläsernen Bauelements lange auf sich warten, was den Abschluss der Arbeiten verzögert hatte.

In den Büros wurden höhenverstellbare Schreibtische aufgestellt, die es den Mitarbeitern ermöglichen, auch mal im Stehen zu arbeiten. Außerdem lassen sich die Tische und Stühle auf diese Weise ergonomisch besser an die Statur der einzelnen Mitarbeiter anpassen. In Kürze sollen alle Arbeitsplätze mit zwei Bildschirmen ausgestattet werden, was ein wichtiger Schritt ist hin auf dem Weg zur Digitalisierung sämtlicher Arbeitsprozesse.

So werden schon jetzt sämtliche neuen Vorgänge ausschließlich digital angelegt. Der Abschied vom Papier wird also eingeläutet, wenngleich nicht vorgesehen ist, sämtliche alten Akten einzuscannen. Deutlich wird die Umstellung hin zur digitalen Akte allein dadurch, dass in den Büros vergleichsweise wenige Aktenschränke aufgestellt worden sind.

Das Bauamt teilt sich in drei Arbeitsbereiche auf, wie Leiter Detlev Westphal erläuterte. So kümmert sich das Tiefbauamt um Straßen und Kanäle, das Hochbauamt um die Gebäude der Gemeinde. Zudem hat der Bauamt das Gebäudemanagement übernommen.

Die Dienstanweisung regelt, wie die Gemeinde der Betreiberpflicht nachkommt. Da geht es um Gebäude wie die Schulen, Kindergärten, Feuerwehrgerätehäuser und auch der Flüchtlings-Unterkünfte in Welver und Eilmsen. „Bislang war beispielsweise von den einzelnen Ämtern separat geregelt worden, wenn es um die Reparatur von Fenstern, aber auch um den Einkauf von Heizöl ging“, verweist Westphal auf Beispiele, die nun unter die Regie des Bauamtes zusammengeführt worden sind.

„Wir wollen durch die Zusammenführung Synergien nutzen, auch Ersparnisse erzielen“, setzt Bürgermeister Garzen auf eine effektivere Arbeitsweise in seinem Hause. Fortan fragt das Bauamt Bedarfe ab und verschafft sich so einen Überblick, nachdem bislang Angelegenheiten der genannten Bereiche nebeneinander ohne Absprachen geregelt wurden.

„Das Bauamt hat jetzt das Heft des Handelns in der Hand“, geht es auch um eine grundlegende Bestandsaufnahme, u.a. der Verkehrsflächen. Hier ist derzeit mit Merlin Kummer eine studentische Hilfskraft im Einsatz, um bei der Datenerfassung zu helfen. „Daraus ergibt sich, welche Aufgaben der Gemeinde-Bauhof selber übernehmen kann“, erläutert Westphal, dass auch das Thema Hochwasserschutz einen sehr hohen Stellenwert bekommen hat.

Abgeschlossen ist die Renovierung des Rathauses allerdings noch längst nicht. Selbst im zweiten Obergeschoss ist im östlichen Teil noch viel zu tun. So wird der Pausenraum noch neu gestaltet; auch wird mittelfristig zu erwarten sein, dass die alten Fenster auf der Nordseite ersetzt werden. Das geht einher mit der energetischen Sanierung. „Wir wollen als Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen“, verweist Bürgermeister Garzen darauf, dass auch über eine Ergänzung oder gar einen Ersatz der vorhandenen Erdgasheizung durch regenerative Energie nachgedacht wird.

Reparaturarbeiten sind übrigens noch im Erdgeschoss im Bereich des Eingangs im Gange nach einem Wasserschaden im Bereich der Heizung.

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