Bahn erklärt in Welver, wo genau  die  Lärmschutzwände hinkommen

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Gespannt verfolgten Welvers Bürger, wie die Bahn die Anwohner und deren Ohren in Zukunft vom Betriebslärm abschotten will.

Welver – Große Teile Welvers sollen in Zukunft weniger vom Bahnlärm geplagt werden als heute. Im Rathaus hat jetzt die Bahn in einer gut besuchten Bürgerversammlung ihr Projekt vorgestellt, beidseits des mitten durch Welver führenden Schienenstrangs drei Meter hohe Lärmschutzwände hochzuziehen.

Doch Fragen bleiben. Andreas Tecklenburg ist von Haus aus Ingenieur und hat den knapp 60 Welveranern jetzt als Projektleiter für den Lärmschutz-Bau Rede und Antwort gestanden. Seine gute Nachricht vorab: Noch 20 Jahre werde die DB Netz mit dem Lärmschutz an ihren Strecken zu kämpfen haben; so gesehen zähle Welver zu den Kommunen, die weit oben auf der Liste platziert sind: Läuft alles wie erhofft soll das Projekt planerisch noch dieses Jahr abgeschlossen sein, gebaut werden könnte dann 2023. 

Auf der Nordseite der Bahnstrecke – also hin zu Rathaus, Markt und Ortskern – soll sich die Lärmschutzwand anderthalb Kilometer von der Grünen Aue im Westen bis zu den Lebensmittel-Läden an der Ladestraße im Osten erstrecken. Auf der Südseite ist dagegen nur ein kurzes, 260 Meter langes Stück im Bereich Ostbusch vorgesehen.

Weil Kosten und Nutzen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müssen, so Tecklenburg, werde die Schutzwand im Süden nicht vor das Wohngebiet an der Liethe gezogen; hier wohnten einfach zu wenige Leute. Doch im Regen stehen will man sie genauso wenig wie etwa die Borgeler, die völlig ohne Lärmschutzwände auskommen sollen: Hier wollen sich Ingenieure die Bauten genau ansehen und Schallschutz direkt an den Häusern (zum Beispiel Dreifachverglasung) vornehmen. Die Bahn erstatte 75 Prozent der Kosten. 

Ziel aller Bemühungen soll sein: Den Lärmpegel der Züge, vor allem der nachts rollenden Güterzüge, unter 57 Dezibel zu drücken. Heute müssen manche Welveraner, die dicht an der Bahnstrecke leben, mit dem zwei- bis vierfachen Lärmpegel leben. Die Sorgenliste ist gleichwohl lang. 

Welveraner erkundigten sich danach, ob dort, wo nur auf einer Seite die Schutzwand errichtet wird, die Anwohner auf der anderen Seite durch Schallreflexion nicht womöglich noch mehr Lärm zu „schlucken“ hätten. Passiert nicht, versprach der Ingenieur, die Lärmschutzwände aus gelöcherten Aluminiumprofilen und innen liegenden Fasermatten würden den Krach absorbieren. Es werde nicht lauter, aber womöglich „lästiger“, weil die Geräusche anders klingen. 

Ein anderer Zuhörer brachte das Thema Erschütterungen aufs Tapet; sie hätten an seinem Haus bereits zu Rissen geführt. Doch dafür, so Tecklenburg, seien er und das Lärmschutz-Projekt nicht zuständig.

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