Arnsberg greift durch

Bezirksregierung übernimmt Welver

[Update 17.44 Uhr] Welver - Die Gemeindeverwaltung wird Hilfe von außerhalb bekommen. Nach bisher noch unbestätigten Angaben hat sich die Bezirksregierung Arnsberg als Kommunalaufsicht dazu entschlossen, hochrangige Verwaltungsmitarbeiter nach Welver zu entsenden. Nun mit Kommentar

Es handelt sich dabei dem Vernehmen nach um den ehemaligen und mittlerweile pensionierten Kämmerer der Stadt Lippstadt, Rainer Strotmeier, und den Bezirksregierungsdezernenten Giovanni Lo Re. Sie sollen das Ruder in die Hand nehmen.

Das ist offenbar das Ergebnis eines vertraulichen Gesprächs, das in der vergangenen Woche in der Kreisverwaltung Soest stattfand. Neben dem Ältestenrat der Gemeinde saßen dabei Vertreter des Kreises Soest und der Bezirksregierung am Tisch. Mit dabei auch Bürgermeister Uwe Schumacher, der inzwischen krank geschrieben ist. Hauptthema soll dabei das allgemeine Chaos im Rathaus gewesen sein. 

Die Bezirksregierung selbst bestätigt diese konkreten Pläne bislang nicht. Immerhin räumt der Sprecher der Behörde, Ubbo Mansholt, ein, dass aktuell Gespräche mit dieser Themenstellung laufen.

Der Personalrat hatte bereits im März in einem Brandbrief Alarm geschlagen: „Die Grundbedingungen für ein effektives Arbeiten in der Gemeinde Welver sind nicht mehr gegeben!“ Und: „Ohne kurzfristige Besetzung der freien Stellen und ohne zusätzliches Personal für die Asyl-Sachbearbeitung und für die Vor-Ort-Betreuung der Flüchtlinge in Kooperation mit den Ehrenamtlichen lassen sich die Dienstgeschäfte im Rathaus nicht mehr aufrechterhalten!“

Der Personalrat: „Immer häufiger werden an den Personalrat der Unmut und die Unzufriedenheit der Kollegen herangetragen.“ In Gesprächen mit der Verwaltungsleitung habe der Personalrat die sinkende Stimmung mehrfach thematisiert und darauf hingewiesen, dass bei leeren Haushaltskassen die „Manpower“ („Arbeitskraft und Wille“) das Wichtigste sei, was die Verwaltung noch zu bieten habe.

Im letzten Jahr haben fünf Verwaltungsmitarbeiter ihre Stelle in Welver aufgegeben. Zudem hat sich Krankenstand erhöht. 

Kommentar von Nico Rading

Durch die gestiegene Belastung in allen Bereichen komme es zu zeitlichen Verschiebungen bei der Bewältigung der regulär anfallenden Arbeiten. Mit dem momentan vorhandenen Personal sei es nicht mehr möglich, diese Arbeiten in einer angemessenen Bearbeitungszeit zu leisten. Zudem bleibe immer weniger Zeit, komplexere Verwaltungsvorgänge zu bearbeiten. Es sei nicht auszuschließen, dass dies der Qualität bei der Sachbearbeitung des Einzelfalls schade.

Der Personalrat weiter: „In wiederkehrenden Gesprächen mit dem Bürgermeister wurde die Problematik erörtert, ohne dass Abhilfe geschaffen wurde. Eine gewisse "Beratungsresistenz" und Alleingänge des Bürgermeisters wie beispielsweise bei der Suche nach einem neuen Kämmerer haben auch unter den Ratsfraktionen für immer mehr Unmut gesorgt. Konsequenz ist nun offenbar ein ungewöhnlich rigoroses Durchgreifen der Aufsichtsbehörden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare