Zerfledderte Hefte und uralte Schmöker

Bücherschrank in Schwefe wird als Altpapier-Container missbraucht

Der Bücherschrank in Schwefe mit seinen 250 Werken floriert, sollte aber nicht mit Altpapier gefüttert werden. Die Literaturfreunde Friedel Colmsee, Cornelia Hengst und Jürgen Dahlhoff kümmern sich um die Einrichtung. Foto: Dülberg

Schwefe – „Ein öffentlicher Bücherschrank sollte nicht als Altpapier-Container missbraucht werden. Uralte Schmöker, zerfledderte Hefte und unappetitliche Bücher haben hier nichts zu suchen“, – mit diesem Appell wendet sich Schwefes Bücherschrank-Initiator Jürgen Dahlhoff an die Mitbürger.

Denn es kommt nicht selten vor, dass etliche Schrottbücher in die Regale gequetscht werden, die hier nichts verloren haben. Der Bücherschrank an der Schwefer Severin-Kirche geht auf die Initiative des früheren Ortsvorstehers Jürgen Dahlhoff (Bürgergemeinschaft) zurück. Vor viereinhalb Jahren wurde er aufgestellt und „arbeitet“ gut geschützt gegen Wind und Wetter in aller Stille zumeist sehr erfolgreich. 

Bücherschrank wird gern genutzt

Es herrscht reger Austausch von Büchern. Cornelia Hengst, die sich als Bücherschrank-Bibliothekarin ehrenamtlich um die Ordnung und Sortierung des Schrankes kümmert und dafür sorgt, dass die Bücher Luft bekommen und nicht an der Wand stehen, schätzt, dass im Jahreskreis mehrere hundert Bücher im Schwefer Bücherschrank die Besitzer wechseln. Sie ärgert sich aber auch, wenn gedankenlose Zeitgenossen uralte vergilbte Schmöker oder zerfledderte Schulbücher zwischen die sortierten Bücher quetschen, so dass das Sortiment überfrachtet wird. Die nicht mehr gefragten Werke sollten besser über die Papiertonne oder den Hausmüll oder bei gutem Zustand im Antiquariat im Grandweg in Soest entsorgt werden, statt dass diese Arbeit auch noch den Ehrenamtlichen aufgebürdet wird.

Austausch für aktuelle Bücher

Zuständig für den Zustand des Schwefer Bücherschranks ist ebenfalls ehrenamtlich Friedel Colmsee. Er hat gerade jetzt wieder das durchsichtige Plastikdach des Häuschens von Moos und Blattresten befreit. Auch er appelliert an die Nutzer, den Bücherschrank so zu verwenden, wie er gedacht ist: Als Austausch für Bücher, die zwar ausgelesen, aber noch relativ frisch und lesenswert sind. So könne die Lesefreude an spannender und wissenswerter aktueller Literatur durch den Bücherschrank weiterhin kostenlos gefördert werden.

250 Schmöker in den Regalen

Im Bücherschrank haben rund 250 Werke Platz, der Austausch erfolgt regelmäßig. Beobachtet werden Lesefreunde, die sich auch mit dem Fahrrad kommend, regelmäßig hier mit frischem Lesestoff eindecken. Gerade deshalb, weil Jedermann dank der sozialen Einrichtung in den Genuss kostenloser Unterhaltung und Wissensvermittlung kommen kann, hofft Jürgen Dahlhoff auf die Einsicht der Nutzer – und, dass in Zukunft nicht mehr Wäschekörbe von alten Schmökern hier abgeladen werden. Übrigens freut er sich, dass der offene und einsehbare Bücherschrank bisher von Vandalismus verschont blieb.

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