Umstrittener Bürgermeister

Pläne für Schumacher-Abwahl werden konkreter

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Welver - Für die Ratsmitglieder und besonders für Bürgermeister Uwe Schumacher beginnt die Woche der Wahrheit. Die seit über einem Jahr gärenden Bemühungen um eine Abwahl des Verwaltungschefs sind jetzt ziemlich konkret.

Sämtlichen Ratsmitgliedern liegt inzwischen eine Liste vor – verbunden mit der Aufforderung, durch ihre Unterschrift die Einleitung eines Abwahlverfahrens zu unterstützen. 

Bis nächste Woche soll so die erforderliche Mehrheit von 14 Ratsmitgliedern zustande kommen. „Es reicht jetzt“, sagt Jürgen Dahlhoff, der schon seit längerem den Bürgermeister loswerden will und daraus auch kein Geheimnis macht. 

Uwe Schumacher

Er geht davon aus, dass das Abwahlverfahren schon vor der nächsten Ratssitzung am 28. September starten kann. Klare Verhältnisse, was das Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder angeht, erwartet er schon in der kommenden Woche. 

Bislang sind alle vagen Vorstöße in diese Richtung gescheitert. Doch so konkret wie jetzt hat sich Welvers Politik noch nie mit dem ungewöhnlichen Schritt befasst. Für die Fraktionen wird die Abwahl jetzt zwangsläufig zum Thema. Sollte es zur Abstimmung kommen, müsste sich jedes einzelne Ratsmitglied namentlich für oder gegen Uwe Schumacher entscheiden. 

Nicht jeder wird diesen Schritt mitgehen, ist Jürgen Dahlhoff überzeugt. Er ist sich aber ebenso sicher, dass es eine reelle Chance auf eine Mehrheit gibt. 

Wie sieht das Vorgehen aus?

Der erste Schritt dient dabei nur der Zulassung einer Abwahl-Abstimmung. Im zweiten Schritt, der „richtigen“ Abstimmung, müsste eine Zweidrittelmehrheit im Rat für das Abwahlverfahren stimmen. Das letzte Wort hätten dann am Ende die Bürger selbst. 

Uwe Schumacher hat nach eigenem Bekunden zwar von der neuen Initiative gegen ihn gehört. Wie er die Entwicklung einordnet, konnte er dem Anzeiger am Donnerstag allerdings nicht sagen. „Da müsste ich mich erst näher informieren“, so der Bürgermeister. 

Wie angespannt die Situation im Rat mittlerweile ist, zeigte sich am Mittwoch Abend im Ausschuss für Generation, Bildung, Kultur und Soziales (GBKS). Dessen Vorsitzender Rolf Wagener (SPD) begann die Sitzung mit einer geharnischten Erklärung im Nachgang zur Sitzung des Ältestenrates am 24. August. Darin drückte er sein „absolutes Unverständnis“ und seine „tiefe Enttäuschung“ über die Äußerungen des Bürgermeisters in der betreffenden Sitzung des Ältestenrates aus. Wörtlich: „Ich finde es unverschämt, wie sich der Bürgermeister über die Arbeit der Ausschüsse ausgelassen hat.“ Er habe gesagt, dass die Ausschüsse beschließen könnten was sie wollten, er müsse sich sowieso nicht daran halten und dies umsetzen. 

Wagener: „Ich fordere daher den Bürgermeister unverzüglich auf, die gefassten Beschlüsse des GBKS Ausschusses sofort umzusetzen und die zuständige Mitarbeiterin anzuweisen dies auch zu tun.“ 

Hintergrund ist die Diskussion um neue Mitarbeiter für die Flüchtlingsbetreuung. Bekanntlich leidet die Verwaltung unter einem eklatanten Personalmangel in diesem Bereich. Grünes Licht für die Besetzung entsprechender Stellen gibt es längst. Der Vorwurf in Richtung Schumacher: Stumpfes Ignorieren.

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