Suche nach "schwarzen" Mülltonnen

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Zukünftig sollen alle registrierten Mülltonnen mit Gebührenmarken aktiviert werden.

Welver – Sind in Welver illegale „schwarze“ Mülltonnen unterwegs? Diese Frage stellt sich Kämmerer Camillo Garzen, denn seiner Kenntnis nach sind die „Ottos“ in der Gemeinde in der Vergangenheit weder gezählt noch registriert worden.

So vermutet er aufgrund von Erfahrungswerten aus anderen Kommunen, dass „viel mehr Abfallbehälter im Umlauf sind als tatsächlich bezahlt werden“. Deshalb will er einem Ratsbeschluss folgen und im kommenden Jahr die angekündigte Inventur der Mülltonnen durchführen lassen. 

25000 Euro sind gut angelegt

Nikolaus Windsheimer von der Entsorgungswirtschaft hatte vor einiger Zeit das Verfahren empfohlen. Die rund 25 000 Euro dafür seien gut angelegt, denn mit den zu erwartenden zusätzlichen Einnahmen aus bisher anonymen Abfalltonnen könne die Ausgabe relativ zeitnah wieder hereingeholt werden. Hauptargument von Winds-heimer war allerdings, dass Gebührengerechtigkeit hergestellt werden solle. Es könne ja nicht angehen, dass sich dutzende vor der Mülltonnen-Gebühr drücken, die andere dann mitzahlen müssen, denn die Gesamtkosten für die Abfallentsorgung müssen ja von allen Haushalten der Gemeinde gemeinsam kostendeckend getragen werden. 

Gebühren-Gerechtigkeit herstellen

Das bedeutet eben auch, dass die „Schmarotzer“ den anderen Bürgern mit auf der Tasche liegen. Nicht allen schmeckt die anstehende „Fahndung“ nach anonymen Müllbehältern. CDU-Fraktionschef Wolfgang Daube möchte lieber darauf verzichten. Schon die Überprüfung sämtlicher Haushalte findet er bedenklich, vor allem aber glaubt er nicht dass, „das Ergebnis so toll nicht sein wird“, dass die Kosten wieder hereingeholt werden. Camillo Garzen hingegen findet die Erstaufnahme wichtig, um eine verlässliche Übersicht und Daten zu bekommen, auf denen am Ende auch die Gebühren-Berechnung basiert. Er wies nochmal auf den Beschluss hin, nachdem die Mülltonnen-Inventur durchgeführt werden soll, wenn es im kommenden Jahr keine Erhöhung der Abfallgebühren gibt. 

Auch bei Grünen Tonnen Prüfbedarf

Tim-Fabian Römer von der Bürgergemeinschaft, die die Überprüfung durch einen Antrag initiiert hatte, pflichtete ihm bei und sprach sich für mehr Gebührengerechtigkeit aus. Monika Korn (FDP) hat vermehrt das Abladen von Gartenabfällen in der Natur beobachtet, deshalb sei es wichtig, gerade auch die grünen Tonnen und die Befreiungskriterien zu überprüfen. Kay Philipper (Fraktion Welver 21) stärkte dem Kämmerer ebenfalls den Rücken. Gerechte Gebühren zu erheben sei eine „unabdingbare Pflicht der Gemeinde“.

Die Inventur der blauen, grünen und schwarzen Tonnen

Wer besitzt welche blauen, grünen und schwarzen Mülleimer und zahlt auch die entsprechenden Gebühren für deren Entleerung? Diese Frage stellte sich die Verwaltung und fand dabei heraus, dass die Abfallgefäße der Gemeinde in den vergangenen 25 Jahren nicht mehr überprüft wurden. Die Verwaltung wünscht jetzt Ordnung in die Mülleimer-Verwaltung zu bringen und will deshalb mit Hilfe der Abfallwirtschaft des Kreises Soest eine Inventur der Mülltonnen durchführen. Ziel ist es, alle Mülltonnen zu registrieren, den entsprechenden Haushalten zuzuordnen und Gebührenmarken auszugeben, die dann auf die Mülltonnen geklebt werden – Leerung nur für markierte Tonnen. Danach werden nur noch solche Tonnen geleert, die mit Gebührenmarken ausgestattet sind. Nach der Bestandsaufnahme kommen erfahrungsgemäß bis zu zwei Prozent Gebührenzahler hinzu, so dass sich die Kosten für die Inventur allmählich amortisieren. Die Prozedur will die Gemeinde dann in regelmäßigen Abständen wiederholen, so dass die Daten über die Nutzung der Müllgefäße auf aktuellem Stand bleiben.

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