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Corona im Kreis Soest: Menschen stehen für Impfungen Schlange

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Von: Dirk Wilms

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In einer langen Schlange standen die Impfwilligen an ehemaligen Hauptschule in Welver für die Corona-Impfen an.
In einer langen Schlange standen die Impfwilligen an ehemaligen Hauptschule in Welver für die Corona-Impfen an. © Peter Dahm

Einen solchen Andrang hat die alte Hauptschule Welver seit ihrer Schließung vor gut sechs Jahren nicht mehr erlebt. In der Wolter-von-Plettenberg-Straße drängelten sich die Autos Stoßstange an Stoßstange, selbst im Harkenbrei und in der Hachenstraße parkten die Impfwilligen. Kein Wunder, dass an die 350 Dosen des BionTech-Vakzins im Nu von den Bediensteten des Gesundheitsamtes des Kreises Soest verimpft worden sind.

Welver - Auf dem Schulhof stand die Schar der Menschen, die sich gegen Covid19 impfen lassen wollte, in einer langen Schlange. Das Ordnungsamt der Gemeinde Welver sorgte dafür, dass sich die Menschen auf dem Weg in die Sporthalle diszipliniert einordneten. Bereits um 12 Uhr tauchten die ersten Leute auf, wenngleich die Tür der Sporthalle erst um 14 Uhr geöffnet wurde. „Ich hatte vor fünf Monaten über meinen Arbeitgeber in Neheim die Erstimpfung mit dem Wirkstoff von Johnson und Johnson. Heute hatte ich zeitig Feierabend, daher habe ich mich schon früh hierher begeben“, erzählte ein Mann aus Hamm, der den ersten Pieks am Mittwochnachmittag erhielt.

„Wir haben im Frühjahr in Unna die erste und zweite Impfe im Impfzentrum bekommen, sind heute aus Hemmerde hergekommen“, hatte sich ein Ehepaar im Internet informiert. Eine Frau aus Welver berichtete: „Ich hatte im Impfzentrum in Soest im Frühjahr die ersten Impfungen bekommen, wollte jetzt die dritte beim Hausarzt. Das wäre aber erst im Januar möglich gewesen. Gestern war ich dort, um mich gegen Grippe impfen zu lassen. Doch wurde mir davon abgeraten, als ich ankündigte, mir heute hier die dritte Corona-Impfe zu holen. Den Grippeschutz kann ich auch Mitte Dezember noch bekommen.“

Eine weitere Welveranerin war zur Erstimpfung da: „Ich komme gezwungenermaßen her. Denn ich darf nicht mehr zu meinem Pferd, da im Stall jetzt die 2G-Regeln gelten. Eigentlich wollte ich mich nicht impfen lassen. Doch ich mache das, um wieder mein Pferde versorgen zu können.“ Etwa sechs Wochen Geduld wird sie noch aufbringen müssen, ehe 14 Tage nach der Zweitimpfung vergangen sein werden.

Auch ein Lippstädter kam nicht aus freien Stücken: „Ich habe vor drei Wochen in Wadersloh die erste Impfe bekommen, nachdem ich mich in der Freizeit immer weiter eingeschränkt gefühlt hatte. Ich wurde von den Geimpften immer häufiger diskriminiert, hatte auch am Arbeitsplatz Folgen zu befürchten.“

Ein Ehepaar aus Welver, das im Anzeiger von der Impfaktion in der alten Hauptschule erfahren hatte, kam zur Auffrischungsimpfe und brachte gleich die Tochter aus Westönnen mit. Sie kam zur Erstimpfung: „Es wird doch ohnehin zu einer Impfpflicht kommen und ein Bußgeld kann ich mir nicht leisten.“ Ihr Vater nahm die Aktion mit Humor: „Beim ersten Mal brauchten sie bei mir einen Vorschlaghammer. Da kam die Spritze am anderen Arm wieder raus.“

Ein Mann aus Werl begleitete seine Frau: „Ich habe gestern in Werl schon beim Hausarzt meine dritte Impfe bekommen. Nebenwirkungen hatte ich überhaupt noch nicht.“ Unverständnis äußerte er darüber, dass jeder Impfling vor Ort in Welver einige Papiere ausfüllen musste. „Das ist schon sehr umständlich.“

Ein Scheidinger war im März und April im Impfzentrum in Soest zum ersten und zweiten Mal geimpft worden, hatte sich frühzeitig auf den Weg nach Welver gemacht, nachdem er im Anzeiger von der Aktion des Gesundheitsamtes an der Wolter-von-Plettenberg-Straße erfahren hatte. So machte es auch ein Hattropholsener, der im April und Mai an den Schloitweg gefahren war.

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