Kirchenglocken läuten Zusammenschluss pünktlich ein

Zusammenschluss der Pfarrverbünde Warstein und Möhnetal vollzogen

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Belecke - Die Kirchenglocken, die am Sonntag den Zusammenschluss der Pfarrverbünde Warstein und Möhnetal zum „Pastoralen Raum“ verkündeten, erklangen auf die Sekunde pünktlich um 9.30 Uhr. 

Zum Auftakt des anschließenden Festgottesdienstes in der Heilig-Kreuz-Kirche zog Pfarrer Markus Gudermann darum den Vergleich zwischen weltlichen Sirenen und kirchlichen Glocken: „Am deutschlandweiten Warntag erklangen die Lautsprecher mit einer halben Stunde Verspätung.“ 

Den Vorsprung an Pünktlichkeit wertete der Leiter des neuen „Pastoralverbund Warstein“ als gutes Omen für einen besonderen Tag: „Heute geht etwas Vertrautes zu Ende und etwas Neues beginnt.“

Pastoraler Raum Warstein

Im gut gefüllten Gotteshaus begrüßte er insbesondere Bürgermeister Dr. Thomas Schöne. Die durch seine Anwesenheit demonstrierte Gemeinsamkeit von Kirche und Stadt schätzt Gudermann ebenso wie die Tatsache, dass beide, was ihr Verbreitungsgebiet betrifft, deckungsgleich arbeiten: „Ab heute Morgen haben wir identische Grenzen.“

Ganz im Sinne der neuen Zugehörigkeit hatten Vertreter der einzelnen Gemeinden Taufwasser aus ihren Kirchen mitgebracht. Vor dem Altar wurde es in einem einzigen großen Behälter aufgefangen, vermischt und diente anschließend als Segenswasser für alle Anwesenden.

An diesem „Ritus der Taufe“ fand Dechant Thomas Wulf großen Gefallen. Werde doch auf diese Weise deutlich, dass die Gemeinden zwar unterschiedlich, aber doch miteinander verbunden seien. 

Mit der Übergabe des „Starter-Pakets“ an Markus Gudermann und dem Verlesen des von Erzbischof Hans-Josef Becker verfassten Dekrets vollzog der Dechant die Gründung des Pastoralen Raums ganz offiziell. „Wenn wir den durchgeackert haben, wissen wir, wie es geht“, kommentierte Gudermann den „dicken Ordner“ humorvoll. 

In seiner Predigt hatte Thomas Wulf zuvor ein besonderes Symbol thematisiert. Die drei Affen, die nicht sehen, nicht hören und nicht sprechen wollen, hätten bereits auf seiner Fensterbank in Warstein gesessen. Nun erinnerten sie ihn auch in Lippstadt täglich daran, dass Christen sehend, sprechend und hörend offen sein sollten – ganz im Sinne des Taufspruchs „Effata“ (deutsch: öffne dich). 

Dabei müsse er leider feststellen, dass selbst unter engagierten Kirchenvertretern das Schweigen ebenso wie das Nicht-Hin-Sehen und -Hören vorkomme. Er selbst finde unerträglich, was ihm über Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche zu Ohren komme: „Man kann das Ausmaß der Verstrickung bis in die höchsten Kreise hinein kaum fassen.“ 

In den ländlichen Gemeinden des pastoralen Raums seien glücklicherweise viele Menschen aufmerksam hinsichtlich der Nöte ihrer Mitmenschen: „Dennoch gibt es eingeschränkte Sichtweisen in den unterschiedlichsten Varianten.“ 

Das Evangelium des Tages, in dem Jesus einen Taubstummen mit der Aufforderung „Effata“ heilt, bezeichnete er als äußerst passend für den Beginn eines Prozesses, der mit einer Pastoralvereinbarung enden solle. Und weil auf diesem Weg nicht alles einfach sein wird, hatte Dekanatsreferent Thomas Mehr  „Nervennahrung“ für den Pastoralverbundsleiter mitgebracht: „Etwas Energie für Phasen, in denen es ein wenig Zucker und Energie braucht.“ Abschließend entzündeten die Vertreter der einzelnen Gemeinden große Kerzen an der Pfarrverbunds-Taufkerze, um ihr Licht in die 13 Kirchen und Kapellen der Ortsteile zu tragen.

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