Nachfolger ist gefunden

Nach 36 Jahren: Zahnarzt setzt sich zur Ruhe

Zahnarzt Dr. Thomas Walther und Frau Ingrid
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Ende April ist Schluss für Dr. Thomas Walther und seine Frau Ingrid in der eigenen Praxis.

Mehr als 36 Jahre ist Dr. Thomas Walther nun schon Zahnarzt, doch schon bald verabschiedet er sich in die Rente. Einen Nachfolger hat er schon gefunden.

Suttrop – Mehr als 36 Jahre ist Dr. Thomas Walther nun schon Zahnarzt an der Suttroper Kreisstraße, doch im April wird er seinen letzten Patienten behandeln. Walther verabschiedet sich in den Ruhestand, übergibt seine Praxis zum 1. Mai an einen Nachfolger.

„Es ist schon ein beruhigendes Gefühl, dass man die Praxis in gute Hände abgeben kann“, ist der 63-Jährige erleichtert. Immerhin hatte er überhaupt nicht damit gerechnet, so schnell einen Nachfolger zu finden.

„Ein Märchen“

Im letzten Jahr hatte er das Inserat auf einer Zahnarzt-Börse an einem Samstag hochgeladen, montags meldete sich bereits ein Interessent. „Es ist wirklich ein Märchen, was uns da passiert ist“, freut das auch Frau Ingrid, die ebenfalls in der Praxis arbeitet.

Denn der erste Interessent entpuppte sich direkt als Volltreffer. Sven-Eric Kühn ist schon seit 20 Jahren selbstständiger Zahnarzt in Krefeld, möchte nun aber ins Sauerland. „Er wird die Praxis so übernehmen, wie sie ist“, erzählt Walther. Auch die Mitarbeiter behält der Neue. „Das war uns auch wichtig“, meint Ingrid Walther. „Viele von denen sind ja auch schon über 30 Jahre bei uns.“

Suche dauerte nur zwei Tage

Im Januar 1985 hatte Walther seine Praxis an der Suttroper Kreisstraße eröffnet. Zuvor war er zwei Jahre lang Assistent bei Dr. Rode in Warstein und bis 1983 Truppenzahnarzt am Möhnesee gewesen. Ins Sauerland hatte es den gebürtigen Darmstädter damals wegen der Liebe verschlagen, Herzdame Ingrid ist Ur-Warsteinerin. „Ich bin dann auch hier hängen geblieben“, bereut Walther das bis heute nicht.

Dass er den Ruhestand mit seiner Frau schon mit 63 Jahren genießen kann, damit hatte er eigentlich überhaupt nicht gerechnet. „Andere Kollegen haben fünf Jahre lang keinen Nachfolger gefunden“, meint er. „Ich habe mich deshalb auch auf eine jahrelange Suche eingestellt und ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, jemanden zu finden.“ Dass er schon nach zwei Tagen fündig werden würde, hätte er nie gedacht. „Doch das sind eben die Risiken und Nebenwirkungen bei der Nachfolger-Suche“, lacht Walther.

„Wie eine Familie“

Leicht fällt es dem Zahnarzt aus Leidenschaft nämlich nicht, seine Praxis zu übergeben. „Nach 36 Jahren hängt man ja schon sehr daran“, gibt er zu. Die Mitarbeiter und Patienten seien ihm und seiner Frau sehr ans Herz gewachsen. „Das ist hier schon wie eine Familie“, meint Ingrid Walther.

Seinem Nachfolger stehe er, wenn nötig, mit Rat und Tat zur Seite, eigene Behandlungen wird Walther ab Mai allerdings nicht mehr durchführen. „Herr Kühn ist ja kein Berufsanfänger mehr. Das ist ein erfahrener Kollege“, sagt er und schaut auf eine Zukunft im Ruhestand – mit einem lachenden und einem leicht weinenden Auge.

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