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WLE-Anwohner fordern Maßnahmen gegen Lärm

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Von: Reinhold Großelohmann

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Von der Altstadt blickten die Initiatoren des Protestes auf das WLE-Industriegleis herab. Foto: Großelohmann
Von der Altstadt blickten die Initiatoren des Protestes auf das WLE-Industriegleis herab. Foto: Großelohmann

Warstein - Am Freitagmorgen war Ruhe. Kein Wunder. Die Lokführer der WLE streikten für einen halben Tag. Für einen Großteil der Bürger in der Kernstadt durchaus mit positiven Auswirkungen. Es gab einige Stunden lang keinen Lärm von den Zügen der WLE beim Durchfahren Warsteins. Heinz Böckmann, Joachim Prinz und Jürgen Wied trafen sich im Hause von Marlies Feldhege in der Straße „Im Sack“, um beim Blick vom Altstadt-Berg auf ins Wästertal auf das gewachsene Lärm-Problem aufmerksam zu machen.

Das Umweltministerium verlangt alle fünf Jahre von den Kommunen, Maßnahmen vorzuschlagen, wie die Bevölkerung vor Umgebungslärm zu schützen ist. Im Falle der Stadt Warstein geht es um einen neuen Lärmaktionsplan. Dieser beschränkt sich aber bis dato auf den in der Tat erheblichen Straßenlärm – im konkreten Fall auf die B 55 in Warstein und die L 735 in Richtung Suttrop.

„Umgebungslärm belastet seit Jahren die Warsteiner Bevölkerung“, erklären die vier Initiatoren des Protestes gegen den WLE-Lärm. Ihrer Initiative angeschlossen haben sich Jens Tönne und Elisabeth Kropf von der Range, Ute Dicke und Manfred Kruse vom Salzbörnchen sowie Günter Menke vom Müscheder Weg.

An Lärmbelästigung durch den PKW- und LKW-Verkehr sowie die Steinzüge habe sich die Bevölkerung ja bereits gewöhnen müssen. Doch seit einigen Jahren kämen immer mehr Containerzüge hinzu. Es sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, wenn möglich, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlegen, doch es seien dringend Verbesserungen nötig.

In einer Stellungnahme heißt es: „Wir, als Bewohner von Rangestraße, Am Salzbörnchen und Ostteil der Altstadt fragen uns, wie wir vor der Geräuschkulisse durch Züge der WLE geschützt werden und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die erhebliche Lärmbelästigung zu minimieren. Die Containerzüge fahren zurzeit, unüberhörbar quietschend, bremsend und ratternd, Tag und Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen durch Warstein.“

Warum Freigabe von Hand auslösen?

Die Aktivisten verweisen darauf, dass der Bahnhof vor einigen Jahren „für sehr viel Geld und mit starken Behinderungen für die Bevölkerung umgebaut und erweitert wurde.“ Die Schienenzahl im Bahnhofsbereich wurde verdoppelt, die Abstellgleise verlängert, aber das Stellwerk „sang- und klanglos entfernt“, wie die Vier feststellen. Mit Folgen: Es gebe einen ein deutlichen Anstieg der Lärmbelastung. Im ehemaligen Risse-Gelände, beim Bahnübergang Rossmann, erfolge seit dem Umbau bei jeder Fahrt aus Richtung Süden „eine lärmende Vollbremsung“. Der Zugführer müsse aussteigen und die Anforderung nach Lippstadt zur Freigabe der Durchfahrt mit Hand auslösen, haben sie beobachtet und erfahren. Dies sei nur wenigen Warsteinern bekannt. Und: „Bevor der Bahnhof renoviert wurde, konnte dieser Vorgang vom Stellwerk aus durchgeführt werden und die Züge fuhren ohne Halt durch den Bahnhof.“ Deshalb ist es für die Anwohner unerklärlich, warum denn Züge nachts durch Warstein rollen müssen. Ihr Vorschlag: „Bei der Vielzahl an Gleisen und einem extra verlängerten Abstellgleis im Warsteiner Bahnhof sollte es möglich sein, die Fahrt nachts dort zu unterbrechen, bei Tage fortzusetzen und der Bevölkerung ihre Nachtruhe zu gönnen.“ Bei Heinz Böckmann fahren die Züge durch den Garten, sein Schlafzimmer ist nur zehn Meter vom Gleis entfernt. Insbesondere Nachtfahrten nerven. Dass dies eine seltene Ausnahme sein soll, haben die Betroffenen nicht festgestellt. Im Gegenteil. Und auch von „Flüsterbremsen“ haben sie wenig gemerkt. Insbesondere wenn die bis zu 40 Waggons langen Containerzüge bergab fahren, quietschen sie enorm. Marlies Feldhege auf der anderen Seite des Wästertals bekommt den Schall ebenfalls ständig bis ins Wohnzimmer.

Die Anti-Lärm-Aktivisten wünschen sich: „Im Rahmen eines Lärmaktionsplans, auch wenn dies für den Bahnverkehr in Warstein vom Umweltministerium nicht vorgeschrieben ist, sollten alle beteiligten Stellen überlegen, welche Maßnahmen zur Verminderung dieses Bahnlärms zum Schutz der betroffenen Bevölkerung erfolgen können!“

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