Winterkonzert der Stadtkapelle Warstein

Über 100 Musiker begeistern über 600 Zuschauer

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Warstein - Monatelange Planungen, schweißtreibende Aufbauarbeiten, Werbekampagnen, Dekorationsexzesse und nie gekannte Zitterpartien sind vergessen. Mit ihrem ersten Winterkonzert in der Sauerlandhalle ist die Stadtkapelle angekommen in der Liga der Orchester, die mit ihrer Musik große Hallen füllen und ganze Menschenmassen begeistern.

„Es ist vollbracht“, freute sich Moderator Alexander Lange, der am Samstagabend die fast 600 Besucher begrüßte. Mit ihm strahlte der Vereinsvorsitzende Marcel Esser um die Wette. Er erinnerte an die beengten Zeiten der Vergangenheit. Gäste aus Gründen der Überfüllung nach Hause schicken zu müssen, sei in Zukunft keine Option mehr“, versprach er, verwies aber gleichzeitig auf die Mehrarbeit, die mit der Veranstaltung in ungewohnt großem Rahmen verbunden war.

Winterkonzert der Stadtkapelle Warstein

„Wir sind keine Event-Manager“, bat auch Alexander Lange um Verständnis und schlug den Zuhörern vor, sich zunächst einmal selbst zu applaudieren: „Dafür, dass Sie alle gemeinsam mit uns den Schritt aus dem LWL-Festsaal hier in die Sauerlandhalle gegangen sind.“ 

Zum „fulminanten Auftakt“ präsentierten die rund 40 Musiker unter der Leitung von Sebastian Lenze eine temperamentvolle Komposition aus der Feder des belgischen Komponisten Jan van der Roost. 

Dem effektvoll dargebotenen Stück „Flashing Winds“ folgte eine besondere Premiere. „Kinofeeling in der Sauerlandhalle“ hatten die Veranstalter versprochen, und so kamen die Gäste in den Genuss bewegter Bilder. Auf den rechts und links der Bühne angebrachten „Kinoleinwänden“ flimmerte der Film „How to train your dragon“, untermalt mit der dazu gehörigen Musik von John Powell aus den Instrumenten der Stadtkapelle. 

Bei der freien Übersetzung des Titels „Drachenzähmen leicht gemacht“ entfaltete Alexander Lange sein inzwischen unbestrittenes Komikertalent: „Nein, das ist keine Gebrauchsanleitung, wie Sie die weihnachtlichen Feiertage mit ihrer Schwiegermutter überstehen.“ 

Das Winterkonzert-Erfolgskonzept, mit dem die Stadtkapelle bereits seit vier Jahren ihre Zuhörer begeistert, beinhaltete  wieder eine unterhaltsame Mischung aus sinfonischer Blasmusik, Märschen und Filmmusiken. 

Am Ende des ersten Teils zauberte Karl Svobodas Filmmusik „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ sogar weihnachtliches Flair in den Vorabend zum 1. Advent. 

„Liebe Pressevertreter, Omas und Opas, Onkel und Tanten…“ Mit der Auflistung von Verwandtschaftsverhältnissen, Berufsbezeichnungen und Promi-Zuschreibungen startete das Jugendorchester seinen Programmteil. 

„Wir sind älter geworden“, stellten die beiden Sprecher Daniel Kunze und Leonhard Kraas fest. Das liege aber keinesfalls am natürlichen Wachstum der Nachwuchsmusiker: „Wir sind Ausbildungsorchester geworden, und darum sind auch etwas Ältere zu uns gestoßen.“ 

Unter der Leitung von Jonas Knülle begeisterte die nun altersgemischte Truppe unter anderem mit „One small Step“ von Michael Brown. 

Nach der Pause übernahm der Konzert-Kooperationspartner, das Kreisjugendorchester des Volksmusikerbundes Hochsauerlandkreis „Sauerland Winds“ die Bühne. Unter der Überschrift „Eine Reise zu den Weltwundern“ faszinierte das Auswahlorchester aus dem gesamten Sauerland mit einer Mischung aus furiosen Originalkompositionen für sinfonische Blasorchester und Filmmusikstücken. 

Mit einem Kampfjet starteten die Musiker ihre hoch emotionale Tour. Sie führte vom Tempel der Artemis über die große Pyramide des Cheops bis hin zum Koloss von Rhodos. Dabei vermittelte die atemberaubende Musik von Alex Poelman den Zuhörern mit vielen Effekten und tonale Beschreibungen, wie sehr den Komponisten diese Weltwunder in den Bann gezogen haben. 

Das große Finale bestritten am Ende die Akteure aus drei Orchestern gemeinsam. Alexander Lange: „Über 100 Musiker auf der Bühne der Sauerlandhalle – das hat es noch nicht gegeben.“ 

Dem „musikalischen Brexit („wir verabschieden uns, gehen aber nicht“) folgte die Verlosung der Tombola-Gewinne. Den ersten Preis, ein privates Konzert mit der Stadtkapelle, sicherte sich Ute Pluntke. Sie verpflichtete die Musiker gleich für den Geburtstag ihrer Mutter am 27. Dezember. 

Kurz vor der ersten After-Show in der Geschichte der Winterkonzerte ließ Ballon-Pilot Frederic Sass einen Mini-Ballon steigen, DJ Tobi Biermann bereitete sich auf die Übernahme des Mikros vor, das Publikum wollte nicht aufhören zu applaudieren und die Musiker eröffneten mit gleich mehreren Zugaben den (etwas) entspannteren Teil des Abends.

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