Wenn ungeahnte Energiefresser das ganze Sauerland beheizen...

Gruppenfoto vom Spaziergang durch Hirschberg – mit der Wärmebildkamera.

Hirschberg -  Frank Hockelmann, Umweltbeauftragter des Kreises Soest, reibt sich die Hände. Und das nicht nur, weil die Temperaturen am Freitagabend in Hirschberg ganz schön frostig sind, sondern auch aus einem anderen Grund: „Ich bin schon richtig gespannt auf die Vorführung mit der Wärmebildkamera“, freut er sich und meint anerkennend: „Die Hirschberger Energiegruppe ist so aktiv, die hat eine kleine Wertschätzung verdient. Bei dieser Premiere wollte ich einfach dabei sein, außerdem haben wir als Kreis das Projekt „Dorf ist Energie(klug)“ gemeinsam mit der Gruppe und der Südwestfalen-Agentur hier vor Ort konzipiert.“

Die Mitglieder der Hirschberger Workshop-Gruppe „Mobilität, Energie und Infrastruktur“ sind ihrerseits auch froh, dass ihre Einladung zu dem Thermografiespaziergang am Freitagabend in der Grafenstraße auf gute Resonanz interessierter Bürger und Bürgerinnen gestoßen ist.

Die Voraussetzungen zur Durchführung für die Aktion mit der Wärmebildkamera ist an diesem Winterabend bei Dunkelheit und Kälte geradezu ideal: So kann sie aussagekräftige Bilder von den Wohngebäuden liefern.

„Ich glaube, wir können los“, geben die beiden Klima Coaches Burckhardt Vitt und Benedikt Prange das Startzeichen und nach einer kurzen Planungsänderung geht es zunächst in die Burgstraße, da die meisten Teilnehmer hier wohnen.

Ganz aktuell geschult und auf den neuesten Stand gebracht, sind die Coaches selbst auch neugierig darauf, ihr Wissen anwenden und weitergeben zu können. „Ob Fassade, Fenster oder Dach, es gibt viele Wege, wo die Wärme verloren gehen kann“, erklärt Burckhardt Vitt den Hausbesitzern und zeigt ihnen mit Hilfe der Wärmebildkamera diverse Stellen an ihren Häusern. Auf den Fotos ist die Wärmeabstrahlung unterschiedlich farblich dargestellt und die so genannten „Wärmelecks“ sind somit gut zu erkennen. „Heizkörper eingebaut in der Nische, darüber eine Fensterbank, das gibt so typische Bilder an der Außenwand“, „diagnostizieren“ die beiden Coaches eine Wärmebrücke an der Hauswand. Auch weitere Schwachstellen wie Rollädenkästen, Fachwerk, Fenster oder Haustüren werden mit der Wärmebildkamera aufgespürt und als Beispiele für Energiefresser ausgemacht. Wer den Spruch „heizen fürs Sauerland“ bislang nicht ernst genommen hat, wird spätestens jetzt eines Besseren belehrt.

Aus Datenschutzgründen geben die Coaches einen allgemeinen Überblick in ihre Arbeitsweise und bieten den Teilnehmern für weitere energetische Problemstellungen ein individuelles Coaching an. „Die heutige Aktion soll die Hemmschwelle der Bürger senken, um eine weitere Beratung in Anspruch zu nehmen“, bemerkt Umweltbeauftragter Frank Hockelmann.

Die Klima Coaches der Energie-Gruppe, die sich 2014 durch den Workshop „Hirschberg 2020“, der zwei Jahre zuvor stattfand, gegründet hat, arbeiten ehrenamtlich. Zu ihren Aufgaben gehört die kostenlose Beratung zum Energieverbrauch in Häusern und Wohnungen. Zusammen mit Wohnungs- oder Hausbesitzern erarbeiten sie eine übersichtliche Darstellung der aktuellen Daten und geben erste Empfehlungen.

Für das Projekt Klima Coaches wurden fünf Hirschberger von dem Ingenieurbüro infas enermetric mit Unterstützung des Kreises Soest ausgebildet. Die Ansprechpartner vor Ort in der Bergstadt sind: Benedikt Prange, Andreas Funk, Jörg Schröter, Burckhardt Vitt und Frank Stegemeier. -  ri

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