Höchstgebot in weiterem Zwangsversteigerungstermin zu Schloss Mülheim

Weitere Grundstücke für Detlef Gründer

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Die Rentei-Grundstücke wurden versteigert.

Warstein – Am möglicherweise drittletzten Zwangsversteigerungstermin für die Grundstücke und Erbbaurechte (Gebäude) am Schloss Mülheim hat Detlef Gründer einen weiteren Schritt gemacht, die relevanten Teile der Anlage komplett in seine Hand zu bekommen. Für 160 100 Euro ersteigerte der 53-jährige Investor aus Lippstadt als Geschäftsführer der Gesellschaft Dranghausen 5 UG Frankfurt die beiden Grundstücke, auf denen die Rentei und deren Nebengebäude stehen – außerdem als Privatperson ein Mauergrundstück für 2,66 Euro. Verweigert wurde der Zuschlag für sein drittes, ebenfalls privat abgegebenes Gebot für ein 266 Quadratmeter großes Mauerstück in Höhe von 1 245 Euro. Damit unterschritt Detlef Gründer das verlangte Mindestgebot, das bei 9 950 Euro lag. Für dieses und einige andere Grundstücke, die beim Zwangsversteigerungstermin vor zwei Wochen nicht ersteigert worden waren, wird es im nächsten Jahr einen neuen Termin geben.

Und in der gestrigen vierten Zwangsversteigerung kamen die Erbbaurechte und somit die Gebäude Rentei und Nebengebäude unter den Hammer. Die Stadt warstein als Betreiberin der Zwangsversteigerungen hofft, dass der Schlussstrich im Frühjahr gezogen werden kann. Für die Stadt als Hauptgläubigerin hatte Rechtsanwalt Rainer Grote gestern dem Zuschlag für die Gebote zugestimmt.

Der ebenfalls aus Lippstadt kommende Investor Davoud Shahrokhshahi, der im Juli auf die Rentei samt Nebengebäude mitgeboten und dessen Höchstgebot die Stadt aber den Zuschlag verweigert hatte, saß wieder im Saal des Amtsgericht. Vor zwei Wochen hatte sein Gebot für das Schloss-Grundstück nicht gereicht, er war von Benjamin Tönjes, Detlef Gründers Sohn, überboten worden. Dagegen wollte Shahrokhshahi vorgehen, die Frist läuft in der kommenden Woche ab. Gestern aber hielt er sich komplett raus aus dem Bietgeschehen. Dafür betrat ein neuer Mitspieler das Feld: Christian Schramm, Geschäftsführer der Christian Schramm Familienstiftung aus Möhnesee. Der Immobilienunternehmer und Detlef Gründer sind Duzfreunde, aber sein Einsteigen kam überraschend. So startete Gründer mit dem Mindestgebot in Höhe von 19 960 Euro für für die Renteigrundstücke. Christian Schramm stieg dagegen mit einem Gebot von 100 000 Euro ein für die Flächen, deren Verkehrswert mit 189 100 Euro beziffert worden war. Detlef Gründer zog mit 100 100 Euro nach, und so „schaukelte“ sich die Gebotswelle in sieben weiteren Schritt hoch bis auf 165 100 Euro. Er habe das nicht getan, um Gründer zu verärgern oder schaden anzurichten, versicherte Christian Schramm anschließend. Er habe aus echtem wirtschaftlichen Interesse gehandelt, und Gründer hätte auch keinen Schaden davongetragen, wenn er im nächsten Jahr den Zuschlag für das Erbbaurecht bekommen sollte: „Ich hätte ihn an keiner Stelle behindert“, so Schramm. In Rentei und Nebengebäude können wie in das Schloss selbst Wohnungen gebaut werden. Das stellte der von der Stadt mit Erstellung eines Nutzungskonzeptes beauftragte Architekt dar.

Den „sportlichen Charakter“ des Wettbietens unterstrich eine Szene am Ende des Zwangsversteigerungstermins gestern im Amtsgericht: Zu einer Frage zur steuerlichen Bewertung bot Schramm eine Wette über 1 000 Euro an, dass er Recht habe. Gründer schlug ein, und ein Zuhörer meinte, dass Schramm wohl Recht habe: „Dann muss ich wohl bezahlen“, meinte Gründer, der sich trotzdem als „Tagessieger“ fühlen durfte.

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