Hochwasser-Einsatz als Schlammschlacht

Lehmwasser stürzte 100-Meter-Schneise herab ins Möhnetal

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Anwohner und Nachbarn griffen zu allem, mit dem man Wasser und Schlamm wegräumen kann.

Sichtigvor - Es ging wieder alles ganz schnell. Der Himmel öffnete sich gegen 15 Uhr, das Wasser sammelte sich auf einem Acker und stürzte als lehmige Brühe durch eine 100 Meter Breite Schneise ins Möhnetal: Schlammschlacht.

"So etwas habe ich noch nicht gesehen", war die am häufigsten zu hörende Feststellung. Ein Sturzbach bahnte sich vom einem Maisfeld am Rande der Rofuhr- und Thiergarten-Siedlung seinen Weg ins Tal  quer durch Vorgärten, über Terrassen, in Kellereingänge und Garagen. Die Anwohner konnten gar nicht so schnell schauen, wie sie sich in der Mitte eines reißenden Baches befanden.  

Im Tal angekommen überflutete das Lehm-Wasser die Möhnestraße. "Wir mussten den Verkehr sperren, weil das Wasser 20 Zentimeter auf der Straße stand", sagte Stadtbrandmeister Michael Döben. "Selbst die Lastwagen konnten da nicht mehr hindurch."

Hochwasser in Sichtigvor

Besonders schwer betroffen waren die Gewerbebetriebe unterhalb der Möhnestraße. Hier bildete sich eine große Schlammlache. Der Hof zwischen Malerbetrieb Gosmann und Steinmetzbetrieb Geisthoff wurde zu einer Seenplatte. Außerdem floss das Wasser weiter in die tiefergelegene Siedlung "Westring" und "Jahnstraße", wo ebenfalls Keller überschwemmt wurden. Wieviel Gebäude genau betroffen sind, kann die Feuerwehr zurzeit noch nicht sagen. Mehrere Dutzend Keller dürften voll gelaufen sein.

Die Feuerwehr hatte mehr als alle Hände voll zu tun. Als wäre vor Ort nicht genug zu tun, stellte der Stadtbrandmeister eine Stunde nach dem Starkregen-Ereignis in Warstein aus Warsteiner und Belecker Kräften noch einen Löschzug zusammen, der nach Soest beordert wurde, um dort beim Hochwasser-Einsatz anzupacken.

Zum Einsatz kommt auch der Städtische Betriebshof. Ingo Schaup sichtete mit Michael Döben die Straßen, um festzulegen, wo mit schwerem Gerät geräumt und gereinigt werden muss. Im oberen Teil der Rofuhr hatten Anwohner sogar einen kleinen Erdwall aufgeschüttet, damit das Wasser nicht in die tiefer gelegenen Häuser eindringen konnte. Dabei hätte es noch schlimmer kommen können. Durch die zahlreichen Ausgleichspflanzungen im Bereich der Rofuhr-Siedlung wurde die Kraft des herabstürzenden Wassers noch gebremst, stellte Ingo Schau fest.   

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