Mit Kommentar

„Maria Hilf“-Krankenhaus im Norovirus-Modus

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Das „Maria Hilf“-Krankenhaus in Warstein befindet sich im Norovirus-Modus.

Warstein – Das Wochenende war für das Warsteiner Krankenhaus „Maria Hilf“ ein turbulentes. Seit Anfang vergangener Woche hat sich der Norovirus ausgebreitet.

„Wir haben wieder alles im Griff“, beantwortete Gisela Duitmann am Montag eine Anfrage unserer Zeitung. Nur für zwei Stationen gilt es noch eine Besuchswarnung für Angehörige.

Acht neue Erkrankungsfälle innerhalb von 24 Stunden waren am vergangenen Montag, 28. Januar, der Höhepunkt der Welle. Seither ist die Rate rückläufig. 

Mitteilung nach Anzeiger-Recherchen

Am Montag erkrankte nur ein Patient neu. Es gab ein Aufatmen im „Maria Hilf“. Erst am Montagnachmittag gab das Krankenhaus im Anschluss an Recherchen unserer Zeitung jedoch eine Pressemitteilung heraus.

„Wir haben die Patienten gebeten, ihre Angehörigen zu bitten, sie derzeit nicht zu besuchen“, sagte Gisela Duitmann. Dies werde zum eigenen Schutz empfohlen. Die Vorsichtsmaßnahmen seien getroffen worden, damit die Erkrankung eingedämmt werden könne. 

Dabei habe man in den vergangenen Tagen Erfolge erzielt, so die Prokuristin. Ein großes Lob gelte insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Trotz Mehraufwandes haben sie die Situation souverän gemeistert.“

Auch Ärzte erkrankt

Patienten hatten unserer Zeitung bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass es im Krankenhaus wegen der Erkrankungswelle erhebliche Probleme gebe. 

Nicht nur Pflegepersonal, auch Ärzte wie etwa Dr. Heiner Hölting waren erkrankt. Die Geburtshilfe wurde Informationen unserer Zeitung zufolge in der Folge komplett geschlossen. Andere Patienten wurden frühzeitig entlassen, um eine Gefahr der Ansteckung erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Zunächst alle Erkrankten zentralisiert

Man habe zunächst versucht, alle Erkrankten auf einer Station zu zentralisieren, so Duitmann. Davon sei man inzwischen aber wieder abgerückt. Mit den Einschränkungen beim Besuch sowie den weiteren getroffenen Hygienemaßnahmen hofft das Krankenhaus, in dieser Woche zum Normalbetrieb zurückkehren zu können. 

Das „Maria Hilf“ ist aktuell das kreisweit einzige Krankenhaus, das ein Ausbruchsgeschehen gemeldet hat. Erst wenn es an drei Tagen hintereinander keine Neuerkrankung gebe, werde wieder grünes Licht für den Normalbetrieb gegeben, sagte Amtsärztin Dr. Ute Gröblinghoff auf Anfrage. Wenn die Welle zurückgehe, sei dies ein Zeichen, „dass es krankenhaushygienisch gut läuft“.

"Ein Phänomen in dieser Jahreszeit"

In der Regel sei dies am besten zu gewährleisten, wenn der Behandlungs-Betrieb zurück gefahren werde und die Patienten im Haus weitgehend in ihren Zimmern verbleiben oder auch isoliert würden. „Es ist ein Phänomen dieser Jahreszeit“, relativiert Gisela Duitmann die Lage. Das bestätigte die Amtsärztin. 

„Nach der Kirmes“ seien die Meldungen am häufigsten. Allerdings: „Der Norovirus passt sich dem Klimawandel an.“ Über Lebensmittel gebe es zunehmens Infektionsfälle auch im Sommer.

Kommentar

„Maria Hilf“ informierte zu spät

Von Reinhold Großelohmann

Gewiss, man muss keine Pferde scheu machen, aber korrektes und rechtzeitiges Informieren sollte man vom „Maria Hilf“ erwarten können. 

In der vergangenen Woche riefen wir in der Chefetage an, weil wir gehört hatten, dass es viele Fälle der wegen der hohen Ansteckungsgefahr meldepflichtigen Norovirus-Erkrankung gebe. Und zwar am Montag vergangener Woche. Man wiegelte ab. 

Eine leicht erhöhte Zahl sei jahreszeitlich normal. Seit dem heutigen Montag, als wir nach erneuten Hinweisen hartnäckiger recherchierten, wissen wir, dass genau dies der Tag war, an dem die Norovirus-Welle mit acht Neuerkrankungen ihren Höhepunkt erreicht hatte. 

Wir schlussfolgern: Das Maria Hilf geht leichtfertig mit der Gesundheit der Bürger um. Die Öffentlichkeit auf die Ansteckungsgefahr hinzuweisen, wäre richtig und wichtig gewesen. Erst Montag, acht Tage später, kam die Information. Aber erst nach unserer Anfrage.

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