1000 Teilnehmer in der "Welt"

Warsteiner machen Empfang zum "Bürgerfest"

WARSTEIN - Fast 1000 Gäste beim Presse-Neujahrsempfang in der Warsteiner Welt hörten die Botschaft gern: „Wenn die Grundstücksverhandlungen gut laufen, ebenso die Mietersuche, und es keine Klagen gegen das Projekt gibt, dann können wir in zwei Jahren Warsteins ,Neue Mitte’ fertig haben.“ Der Arnsberger Architekt Dietrich Zakowski sprach diese Vision nach mehrmaligem „Bohren“ aus.

Wobei Moderator Reinhold Großelohmann, Redaktionsleiter der Lokalredaktion Warstein, Zakowski auf die abgespeckte Version gegenüber den bisherigen Bövingloh-Plänen ansprach. Dietrich Zakowski hatte den Investorenwettbewerb im Dezember 2013 für sich entschieden und sagte vor großem Publikum, dass er ein auf Warstein zugeschnittenes Konzept plane: „Wir sprechen nicht über die Vergangenheit.“

Was sich allerdings nicht ganz vermeiden ließ, denn Zakowski hat vor neun Jahren die Planung für ein Fachmarktzentrum auf dem Risse-Gelände begonnen und ist in der Umsetzung bislang nicht weitergekommen. Allerdings habe er dafür feste Mieterzusagen: „Aber die gelten natürlich nicht für alle Zeiten.“ Damit verdeutlichte der Architekt, dass er unbedingt zweigleisig planen will: Das kleinteilige Einkaufszentrum in der Innenstadt und das große Angebot auf dem Risse-Gelände. Er bezeichnete das als „Hundeknochenprinzip“, bei dem zwei Zentren über eine Achse verbunden sind und sich somit ergänzen. Das sei insbesondere wichtig, um Kaufkraft in Warstein zu halten.

Dietrich Zakowski sagte auch, dass in die Planung für das Fachmarktzentrum Grundeigentümer und er als Planer bereits eine sechsstellige Summe investiert hätten, doch das Projekt sei „immer wieder nach hinten verschoben“ worden. Die Frage, wann denn die Bagger für die „Neue Mitte“ rollen könnten, wollte er nicht konkret beantworten: „Die Entscheidung für uns ist so frisch, wir können ja erst seit zwei Wochen daran arbeiten.“ Es zeichne sich aber ab, dass der Bedarf an Wohnraum und Dienstleistungen dort zunehme.

An die Anwesenden richtete er den Appell, dass sich auch in Warstein Investoren finden mögen, die sich an der Entwicklung beteiligen. Bürgermeister

Warsteiner Presseempfang 2014. Zum Vergrößern des Bildes bitte hier klicken!

Manfred Gödde hatte zuvor schon Zuversicht dafür ausgestrahlt, dass neben der innenstädtischen Entwicklung endlich auch Bewegung in die Konkretisierung der B 55 n komme: „Der Druck ist groß, damit etwas passiert. Landesverkehrsminister Groschek kommt noch im Frühjahr nach Warstein, mit dem Regierungspräsidenten sitzen wir alle vier bis sechs Wochen am Tisch, genauso mit Straßen.NRW. Die Steinindustrie steht nun dahinter, und aus der Bevölkerung gibt es auch keinen Widerspruch!“

Das „wahre Wort“ konnte er nicht gelassen sprechen, denn er war überwältigt: „Mit so vielen Gästen haben wir nicht gerechnet“, sagte Moderator Reinhold Großelohmann, Redaktionsleiter des Warsteiner Anzeigers, am Ende des offiziellen Teils des 6. Presse-Neujahrsempfangs.

Dieser fand dem Standortwechsel entsprechend nach der Sauerlandhalle im vergangenen Jahr diesmal in der Warsteiner Welt statt. Und dank des professionellen Personals verlief die Beköstigung der 1000 Teilnehmer reibungslos. „450 waren uns angekündigt worden, auf 650 haben wir uns eingestellt. Aber auch die 1000 schaffen wir“, zeigte sich Betriebsleiterin Claudia Bräutigam gelassen, trotz allen Stresses.

450 waren ein Richtwert aus der Vergangenheit, aber zur Überraschung und Freude der einladenden Zeitungsredaktionen von Warsteiner Anzeiger und Westfalenpost war diesmal endlich die Zielgruppe stark vertreten, die außer den „Offiziellen“ immer und immer wieder in den öffentlichen Einladungen besonders angesprochen wird: die Bürgerinnen und Bürger der gesamten Stadt Warstein.

Weitere Fotos vom Empfang:

Warsteiner Presse-Neujahrsempfang 2014

Warsteiner Presse-Neujahrsempfang 2014

Zustimmendes Murmeln bestätigte die Einschätzung von Bürgermeister Manfred Gödde, dass ohne die Legionellen der Zuspruch möglicherweise nicht so groß geworden wäre: „Ihr und Euer Kommen macht mich mächtig stolz, weil es ein Zeichen der Unterstützung und des Optimismus ist!“. Das vergangene Jahr gehe wegen der Legionellen in die Geschichte der Stadt und des Landes ein: „Legionellen ist zwar nicht das Unwort des Jahres, aber es hat uns schon sehr getroffen!“ Gödde vergaß nicht, sein Bedauern über die beiden Toten auszudrücken und den Erkrankten sein Mitgefühl auszusprechen. Und er dankte insbesondere dem durch Verwaltungsleitung und Ärzten vertretenen Krankenhaus Maria Hilf für die ausgezeichnete medizinische Bewältigung des Problems.

Monika Nolte (Anzeiger) aus dem Moderatorenteam holte als Gesprächspartner „die Jungs“ von „We love Warstein“ – Frederik Cramer, Tobias Sobkowiak und Hendrik Hilwerling – auf die Bühne und befragte sie zur Motivation und weiteren Plänen, und wie sie den überaus erfolgrei- chen Bürgerfrühschoppen im September angegangen seien, und erhielt zur Antwort: „Einfach machen!“

Das Trio hat noch viel vor, und dazu gehört auch eine Wiederholung des Frühschoppens in diesem Jahr. Sie erhoffen sich von der beim Neujahrsempfang spürbaren Aufbruchstimmung viele neue „We love Warstein“-Mitglieder. Alle drei versprachen, sich weiter für Warstein einzusetzen, aber Monika Noltes Frage, ob einer von ihnen 2020 Bürgermeister von Warstein sein könne, verneinten sie: Das solle jemand anderes machen.

Prof. Dr. Christoph Moss, der zwei Workshops zur Stadtentwicklung erfolgreich durchführte, forderte nach der Erklärung: „Die Jungs haben Großartiges geleistet!“, niemand dürfe den Empfang verlassen, ohne seine Vereinsmitgliedschaft erklärt zu haben. Für März kündigte Prof. Moss ein Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer in Warstein an. Und er forderte alle Betriebe auf, sich aktiv auch mit Geld zu beteiligen: „Alle Warsteiner müssen an einem Strang ziehen für die Marke Warstein.“ Es müsse ein positives Lebensgefühl „verkauft“ werden: „Das Positive muss das Negative überlagern, es muss bald heißen: es gab mal Legionellen.“

Der WDR-Journalist Heinrich Buttermann gab eine Einschätzung über Warstein aus dem Blickwinkel „von außen“ ab und meinte, die Stadt habe schöne Geschäfte, aber die B 55 sei ein gewaltiger Störfaktor. Die Aufbruchstimmung müsse erhalten bleiben, und dazu gehöre auch, dass die Stadt Warstein, die versprochene Unterstützung einfordere: „Das gilt auch für die Zusage der Landrätin, dass seitens des Kreises etwas passieren soll!“

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