Warsteiner Krankenhaus auf Weg zur "schwarzen Null"

Seit er 1988 als Notvorstand eingesetzt wurde, engagierte sich Martin Kraß für das Maria Hilf. Gestern wurde er von Walter Schaminet als Kuratoriums-Vorsitzender verabschiedet.

WARSTEIN - Auf fünf Jahre angelegt ist das „Zukunftkonzept“, das Geschäftsführer Dr. Hans Christian Vatteroth dem Warsteiner Krankenhaus Maria-Hilf verordnet hatte, als die „Deutsche Klinik Union“ (DKU) als Gesellschafter einstieg.

„Wir haben noch nicht einmal Bergfest“, befand Vatteroth gestern bei der Bruderschaftsversammlung im Gemeindezentrum. Trotzdem sei er den prognostizierten Zielen bereits voraus. Geht alles nach Plan, dann soll das „Maria Hilf“ schon in diesem Jahr „eine scharze Null“ schreiben – und 2012 sogar in die Gewinnzone kommen.

2009 hatte das Maria Hilf mit einem Minus von 1,39 Millionen tiefrote Zahlen geschrieben. Die Sorge um den Erhalt des Hauses war groß. Für 2010 war ursprünglich ein Minus von 615 000 Euro prognostiziert worden. Es hat am Ende nur bei 140 000 Euro gelegen. „Das ist klasse“, begeisterte sich der Krankenhaus-Geschäftsführer.

Mit einem Strauß von weiteren Zahlen schilderte Dr. Vatteroth, dass es mit dem Maria Hilf auf vielen Ebenen bergauf gehe. Bei der Patientenzahl war das Haus 2010 unter die magische Zahl von 5000 gerutscht. Für 2011 sind 5117 Patienten mit den Krankenkassen vereinbart. „Wir sind sicher, dass wir diese Zahl in etwa erreichen werden.“ Auch freute sich der Geschäftsführer, dass der „Case Mix Index“, der die Schwere der Fälle angibt, wächst. 2009 betrug er 0,79, in diesem Jahr soll das 2013er Ziel von 0,9 sogar schon überschritten werden.

Bei einer Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse zur Zufriedenheit der Patienten hat das „Maria Hilf“ gut abgeschnitten und lag immer über den Durchschnittswerten. Sein Ziel sei es, mit dem Warsteiner Haus „in die Champions League“ zu kommen, so Dr. Vatteroth. Für ihn als „Berufsoptimisten“ sei man auf dem richtigen Weg.

Die vom Bruderschaftsvorsitzenden Walter Schaminet aufgezeigten Zukunftprobleme des negativen demographischen Faktors, die die Bevölkerungszahl Warsteins und Rüthen bis 2030 den Prognosen zufolge auf zusammen nur noch 31 000 sinken lassen, sind für den Geschäftsführer kein Grund, schwarz zu sehen. Er möchte nicht nur das Leistungsspektrum des Krankenhauses ausweiten, sondern auch das Einzuggebiet um Anröchte vergrößern. So sei die Einrichtung des „MVZ Maria Hilf Anröchte“ zu sehen. Im Frühjahr soll in der Nachbargemeinde mit einem Neubau an zentraler Stelle begonnen werden. „Das ist kein großes finanzielles Risiko mehr“, befand auch Stiftungsvorsitzender Peter Krämer. „Die Überweisung von Patienten gelingt.“ Peter Krämer wies darauf hin, dass nach der Übertragung der 51:49-Mehrheit an die DKU ein neuer Beirat gegründet sei. Diesem gehörten neben ihm Alexa Senger- Tetzlaff, Franz-Josef Fisch sowie Jochen Jungblut an. Jungblut war als Beirats-Vorsitzender zur gestrigen Versammlung gekommen und überbrachte den Gruß der Mehrheitsgesellschafter. Er zeigte sich erfreut über die vorgelegten Zahlen. „Aus Sicht der Gesellschafter ist das eine beeindruckende Entwicklung“.

Gegen Ende der Versammlung ergriff Stiftungs-Vorsitzender Martin Kraß das Wort und erinnerte an die „vielen Aufs und Abs“ des Krankenhauses, seit er 1988 in turbulenten Auseinandersetzungen als Notvorstand eingesetzt worden war. Das Kuratorium werde angesichts der neuen Konstellation seine Aufsichts-Rolle einbüßen, befand er. Es sei für ihn Zeit abzutreten. Walter Schaminet bedankte sich bei Martin Kraß mit einem Geschenkpaket. Das Gremium solle trotz allem weiter bestehen. Vor halbleeren Rängen bat er zur Wahl. Neu ins Kuratorium kommt Sabine Kraß. Wiedergewählt wurden Laurentius Luttermann, Hartwig Bigge, Willi Tüllmann, Dr. Eckart Tannhäuser und Michael Meerpohl.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare