3,34 Millionen Zuschauer schalteten am Montag ein

Dieses Fazit zieht Manager Gieselmann nach dem Format "Undercover Boss"

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Die „Undercover Boss“-Protagonisten beim gemeinsamen Fernsehschauen: Siglinde Spratter, Sebastian Kürzinger, Sinje Vogelsang, Christian Gieselmann, Lidia Gieselmann, Heike Braun, Barbara Filmar, Philipp Spyrka, Peter Stalter, Swen Ellmann und Catharina Cramer.

Warstein – 3,34 Millionen Zuschauer, obwohl parallel die Handball-Nationalmannschaft ihr WM-Spiel gegen Kroatien absolvierte, gigantische eine Million Views auf der Facebook-Seite, 40 neue Kontaktanfragen auf seinem Business-Account und unzählige Mails, WhatsApp-Nachrichten und Anrufe: Christian Gieselmann ist nach der Ausstrahlung der zweistündigen "Undercover Boss"-Folge auf RTL am Montagabend mit ihm in der Hauptrolle zufrieden.

"Alle kommen mit einem Lächeln auf mich zu – das freut mich sehr. Ich habe das Gefühl, das Eis ist ein wenig gebrochen", so der kaufmännische Geschäftsführer der Warsteiner Gruppe.

Nur wenige Monate war Gieselmann im Unternehmen, als die Anfrage von RTL kam. Und er habe nicht lange überlegen müssen, diese Aufgabe anzugehen. Er wusste bereits von einem ihm bekannten Manager der Firma Kamps von dessen positiven Erfahrungen mit dem Format. 

AC/DC-Shirt statt Anzug: So schlug sich der Warsteiner-Manager im Fernsehen

Gieselmanns Vorteil: Die meisten Mitarbeiter, vor allem im technischen Bereich, kannten ihn bis dato kaum. So blieb das Risiko, enttarnt zu werden, relativ gering. Und doch wäre es beinahe gleich am ersten Drehtag dazu gekommen.

Junge Männer crashen beinahe die Dreharbeiten

"In der Warsteiner Welt war eine Gruppe junger Männer zu Gast, um einen Junggesellenabschied zu feiern", erinnert sich der Geschäftsführer. Trotz großer Aufsteller des Fake-Formats "Die Anpacker" skandierten die Männer beim Anblick seiner Person und der begleitenden Kameras: "Undercooooooover Boss!!!"

Zum Glück gelang es dem Team, keinen Verdacht bei den Beteiligten aufkommen zu lassen. Die Dreharbeiten konnten weitergehen. Gieselmann packte mit an: beim Biergarten aufräumen, bei der Gästebetreuung und beim Bierzapfen. 

"Ich kann schon ein ordentliches Bier zapfen!"

"Unter normalen Umständen kann ich schon ein ordentliches Bier zapfen", möchte der Brauerei-Manager klarstellen. Unter Zeitdruck allerdings und dazu noch wie am Fließband klappte das nicht besonders gut. Einige von ihm gezapften Pils landeten im Ausguss.

Dass er sich auch an der Dosenabfüllung und bei der Leergut-Kontrolle nicht immer geschickt anstellte, damit kann er leben. Auch mit der Kritik der Mitarbeiter an seinen Fertigkeiten und der Belastbarkeit. "Das kratzt nicht an meiner Ehre", lacht er. "In meinem Job bin ich durchaus sehr belastbar." 

Fatsuit bringt ihn schnell an seine Grenzen

Bei handwerklicher Arbeit, bei zudem extrem hohen Temperaturen und dann noch im Fatsuit, unter dem er noch ein T-Shirt trug und Kleidung obendrüber stieß Gieselmann schnell an seine Grenzen. "Ich habe mir direkt vorgenommen, zukünftig ein bisschen mehr Sport zu treiben." 

Seine Tarnung fiel nicht auf, auch wenn die Anspannung von Tag zu Tag stieg. Eingeweiht waren im Unternehmen nur etwas mehr als eine handvoll Personen. "Es sollte nichts durchsickern."

Hier gibt es Reaktionen zur Sendung auf Twitter

Bei all der körperlich anstrengenden Arbeit in der Produktion, im Besucherzentrum, im Vip-Zelt der Montgolfiade, beim Hopfen-Lieferanten und im Direktvertrieb bei der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg galt es für Gieselmann, zusätzlich private Gespräche mit den ausgewählten Mitarbeitern zu führen, um möglichst viel von ihnen zu erfahren.

Protagonisten mal bewusst, mal zufällig ausgewählt

Die Wahl der Protagonisten fiel manchmal ganz bewusst, bei einigen auch eher zufällig. "Wir haben auch gefragt, wer Lust hat mitzumachen" – natürlich bei "Die Anpacker", nicht bei "Undercover Boss".

Die Auflösung für die Mitarbeiter gab es vor laufenden Kameras. "Das war alles echt", erklärt Gieselmann. "Es gab kein Drehbuch!"

Seine leichte Befürchtung, einer der Kollegen könne sich womöglich aufs Glatteis geführt fühlen, blieb zum Glück aus. Im Gegenteil. "Es kam sehr gut an bei den Mitarbeitern, dass sich der Chef für ihre Arbeit interessiert und sich auch nicht zu schade ist, sich auch mal selbst die Hände schmutzig zu machen."

Jede verbesserte Kleinigkeit hilft

Viele Bereiche, in denen er eingesetzt wurde, kannte er zwar, aber: "Es ist schon etwas anderes, ob man mit den Händen in der Hosentasche durch die Produktion geht oder ob man tatsächlich selbst mit anpackt." Aber nur so konnte er Dinge entdecken, die einer Verbesserung bedürfen. Der ein oder andere Ansatz ist in diese Richtung auch bereits getan. "Ich habe nicht das Ei des Columbus gefunden, aber jede Kleinigkeit, die verbessert wird, hilft."

Die Belohnungen für die Mitarbeiter, die zu Hauptdarstellern wurden, suchte Gieselmann zum größten Teil selbst aus. "Es war mir wichtig, dass ihnen wirklich ein Herzenswunsch erfüllt wird. Das muss dann nicht unbedingt eine Weltreise sein."

Erinnerungsstücke mit Widmungen hinter Glas

Gieselmann selbst fühlt sich an seinem Schreibtisch in der Verwaltung aber dann doch deutlich wohler. Nachhaltig beeindruckt hat ihn dieser "Ausflug" allerdings schon. "Mir ist aufgefallen, wie anders ich behandelt und wahrgenommen wurde als Hilfsarbeiter Stefan in Arbeitskleidung und blond gefärbten Haaren", erklärt er. "Von vielen wurde ich einfach geduzt, das passiert mir nicht, wenn ich im Anzug irgendwo auftrete."

Die Erinnerungsstücke der einzelnen Stationen seiner Arbeit hat er hinter Glas gebracht. Zusammen mit Widmungen der Protagonisten auf dem Passepartout zieren sie jetzt die Frontwand seines Büros und sind eine schöne Erinnerung an die Zeit.

"Viele zwischenmenschliche Hürden abgebaut"

Aus den Erfahrungen kann er auch für sich persönlich etwas mitnehmen: "Das hat mein Leben natürlich nicht komplett verändert, aber ich merke, dass Kolleginnen und Kollegen offener auf mich zukommen." Im Unternehmen fühle er sich richtig angekommen seit Bekanntwerden der Teilnahme am Undercover Boss. "Das hat viele zwischenmenschliche Hürden abgebaut." 

Einen ebenso positiven Effekt erhofft er sich natürlich auch für das Unternehmen und die Marke Warsteiner. "Den Zuschauern hat es offensichtlich gefallen, ein bisschen hinter die Kulissen schauen zu können. Ich würde mich freuen, wenn die Teilnahme positiv auf die Marke ausstrahlt." Das Feedback bislang sei jedenfalls überwiegend sehr positiv: "Und mir persönlich hat es großen Spaß gemacht!" 

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