Vereinbarung mit Warsteiner Brauerei

Bilsteintaler pachten Waldwirtschaft für 99 Jahre

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Anstoßen mit Abstand statt Händedruck: Catharina Cramer und Bernd Belecke besiegelten den Vertragsabschluss vor der Terrasse der Waldwirtschaft.

Warstein – Der Bilsteintal e.V ist ab dem 1. August Pächter der Warsteiner Waldwirtschaft und der dazugehörenden Grundstücke im Bilsteintal für 99 Jahre. 35 Minuten brauchte Rechtsanwalt und Notar Rüdiger Brüggemann am Montag, 27. Juli, um den Vertrag als 565. Nummer seiner Urkundenrolle 2020 vorzutragen.

Zuhörer vor der Unterzeichnung waren Brauereibesitzerin Catharina Cramer, Haus Cramer-Immobilienverwalter Stefan Buschhoff, sowie die 1. und 2. Vorsitzenden des Bilsteintalvereins, Bernd Belecke und Bertram Mestermann. Sie setzten einen Vorstandsbeschluss um, dem eine mehrjährige Vorbereitung vorausgegangen war. Denn dass der Verein die Waldwirtschaft nicht nur betreiben, sondern auch über Immobilie und Areal bestimmen wollte, war seit Längerem der Wunsch. Doch Kauf und selbst eine Schenkung waren wegen der damit verbundenen Kosten ausgeschlossen, in den vergangenen gut zwei Jahren wurde dann die Überlegung der Erbpacht angestellt. Der am 1. August neue städtische Waldkindergarten (in Trägerschaft des Vereins forum jugendarbeit), die Bilsteinhöhle, der Wildpark und die Gastronomie bilden damit zukünftig ein zusammenhängendes Grundstück. Kita-Fläche, Waldwirtschaft, und das oberhalb des Parkplatzes Richtung Warstein liegende alte Forsthaus hatte die Warsteiner Brauerei im Mai 1998 von der Stadt gekauft.

Die wechselhafte Geschichte begann im Jahr 1953 mit dem Bau des „Waldhotel Tropfsteinhöhle“, das aber beim Kauf durch die Brauerei geschlossen war; lediglich die Gaststätte war geöffnet. Zwar wurde das Hotel anschließend wieder in Betrieb genommen, doch als der Bilsteintalverein den Wildpark mit Tropfsteinhöhle und ehemaliger Jugendherberge im Mai 2011 von der Stadt übernahm, war es bereits wieder geschlossen. „Es wird auch nicht wieder geöffnet, die Brandschutzauflagen sind zu hoch“, meinte Bernd Belecke. 

Die Waldwirtschaft selbst wird bereits seit April 2012 in Vereinsregie geführt. Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich Catharina Cramer, die lobte: „Es ist toll, was Ihr daraus gemacht habt. Jedesmal, wenn ich hier vorbeireite, bin ich erstaunt, dass schon wieder etwas Neues passiert ist.“ Doch wie alle anderen Gastronomiebetriebe auch, leidet die Waldwirtschaft unter der Corona-Pandemie. Zwar „brummt“ das Tagesgeschäft gerade aktuell in den Ferien, aber dennoch fehlen die Buchungen für Hochzeiten, andere Gesellschaft oder Versammlungen. Gestemmt wird der Betrieb von wenigen Festangestellten, etlichen Minijobbern und ehrenamtlich tätigen Mitgliedern. 

Mit dem Erbbau-Pachtvertrag kann der Verein jetzt auch wichtige Vorhaben umsetzen, wozu zu vorderst eine Modernisierung und Flexibilisierung der Heizungsanlage gehört. Oder auch ein Außenanstrich. Die Fenster sind noch von der Brauerei neu angestrichen worden. „Wir haben jetzt alle Handlungsoptionen“, meinte Bernd Belecke.

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