Fassdiebe auf frischer Tat erwischt

Mit Polizei-Hubschrauber und Hund: Verbrecher-Jagd an der Warsteiner Brauerei

Hummel 1 Polizei NRW Hubschrauber Fliegerstaffel über der Warsteiner Brauerei im Einsatz
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Ein Polizeihubschrauber kreiste in der Nacht zu Mittwoch über der Warsteiner Brauerei.

Großer Polizei-Einsatz am Boden und in der Luft: Diebe wollten sich schon wieder auf dem Gelände der Warsteiner Brauerei in der Nacht von Dienstag auf Mittwochbereichern. Ein Polizei-Hubschrauber kreiste über der Stadt, ein Hund durchsuchte den Wald. Die Polizei stellte zwei Autos sicher.

Warstein - In der Nacht auf Mittwoch wollten die nächsten Fassdiebe bei der Warsteiner Brauerei zuschlagen! Wenige Minuten vor Mitternacht machte ein Nachtwächter der Brauerei eine auffällige Entdeckung.

Auf Überwachungsbildern beobachtete er zwei Personen, die auf das Gelände der Warsteiner Brauerei eingedrungen waren. Er verständigte sofort die Polizei, die umgehend mit einem Großaufgebot auf Verbrecherjagd ging. "Im Nahbereich konnten zwei unverschlossene Autos aufgefunden werden", teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit.

Einbruch bei Warsteiner Brauerei: Streifenwagen, Hund und Hubschrauber im Einsatz

Neben zahlreichen Streifenwagen-Besatzungen durchsuchte auch ein Diensthund der Polizei in der Nacht zu Mittwoch das Waldstück rund um die Brauerei. Ein Hubschrauber der NRW-Polizeifliegerstaffel, der am Flughafen Dortmund stationiert ist, ließ die rund 50 Kilometer Luftlinie bis Warstein in kurzer Zeit hinter sich. 

Im Licht des hellen Mondes kreiste der Polizei-Hubschrauber über dem Wald im Warsteiner Süden.

Mit moderner Technik, die der Polizei-Hubschrauber des Typs Airbus H145 mit dem Rufnamen "Hummel" an Bord hat, wurde das Gebiet großflächig abgesucht. Dazu kam das "Herzstück" des Helikopters, wie die Polizei das elektro-optische System mit diversen Kamerasystemen und Infrarotsensoren nennt, zum Einsatz.

Die Infrarot-Sensorik sei so empfindlich, dass selbst Temperaturunterschiede von 0,02 Grad wahrgenommen werden und so für das menschliche Auge als sichtbare Wärmesignatur dargestellt werden können, erklärt die Polizei. 

Der Polizei-Hubschrauber "Hummel 1" hat modernste Such-Technik an Bord.

"Mit dem 60-fachen optischen Zoom der Kamera werden Personen und Gegenstände auch in Entfernungen von mehreren Kilometern erkannt, ohne dass der Hubschrauber dabei unmittelbar wahrgenommen wird. Mit der Bildübertragungsanlage im Hubschrauber können diese Bilder in Echtzeit an Führungsstäbe und Leitstellen übertragen und dort zur Lagebeurteilung verwendet werden", heißt es.

Gegen 1.35 Uhr brach die Polizei die Suche aus der Luft ab - ohne Erfolg.

Doch auch die Technik des modernsten auf dem Weltmarkt verfügbaren Polizeihubschraubers brachte die Einsatzkräfte nicht zum gewünschten Erfolg: Die zwei Unbekannten entkamen. "Ob sie Beute gemacht haben, ist noch unklar", berichtete ein Sprecher der Polizei-Leitstelle in Soest auf Anzeiger-Nachfrage. Die beiden Fahrzeuge stellte die Polizei zur Eigentumssicherung sicher.

Am im Wald gelegenen östlichen Rand des Brauerei-Geländes konnten Bierfässer im Bereich des Grundstücks-Zauns gefunden werden. Sinje Vogelsang, Sprecherei der Warsteiner Brauerei, erklärte: "Es ist sehr geringer Schaden entstanden. Dank unserer guten Sicherheits-Vorkehrungen und -Systeme konnten die Täter schnell von uns überrascht werden."

Fassdiebstahl sei ein bekanntes Thema für die gesamte Getränkebranche, berichtete Vogelsang. 

Einbruch bei Warsteiner: Zeugen sollen sich bei der Polizei melden!

In der Hoffnung auf einen Zufallstreffer fuhr die Polizei in der Nacht verstärkt Streife. Zeugen, die etwas beobachtet oder mitbekommen haben, sollen sich dringend telefonisch über die 02902/91000 oder den Notruf 110 bei der Polizei melden.

Anzeiger-Informationen zufolge hatte dieser Zeugenaufruf bereits am Morgen Erfolg: So konnte ein Zeuge die Täter sogar gut erkennbar fotografieren und den Ermittlern damit wichtiges Beweismaterial liefern.

Bereits mehrere Fälle in der Vergangenheit

Erst im vergangenen Monat, am 20. Juli, konnte die Polizei zwei mutmaßliche Täter festnehmen, die zuvor rund 200 Bierfässer bei der Warsteiner Brauerei entwendet hatten. Auf einer Wiese in der Nähe klickten die Handschellen. Bereits im April hatte es ähnliche Fälle bei der Brauerei in Warstein gegeben. 

Damals hatten die Täter, die mittlerweile in Untersuchungshaft sitzen, mindestens 1700 Fässer mitgehen lassen.

Diebe könnten Mitglieder von Fassdieb-Bande sein 

Dass es sich bei den beiden flüchtigen Brauerei-Einbrechern aus dieser Nacht um Mitglieder einer größeren Fassdieb-Bande handelt, ist alles andere als unwahrscheinlich. Nach dem Fall am 20. Juli sagte der zuständige Staatsanwalt Thomas Schmelzer gegenüber dem Anzeiger, dass es klar sei, dass es sich bei den Fällen um bandenmäßigen Diebstahl handele.

"Bei den Fällen aus dem April konnten Kommunikationsverbindungen der Tatverdächtigen mit Hintermännern aufgezeichnet werden", erklärte Staatsanwalt Schmelzer.

Unklar sei, wofür die Täter die Fässer stehlen. Laut Staatsanwaltschaft seien verschiedene Szenarien denkbar: Entweder sie wollten sich am reinen Schrottwert bereichern oder aber, sie hatten geplant, die leeren Fässer mit osteuropäischem Billig-Bier zu füllen und als "Warsteiner" zu verkaufen.

Aus Unternehmens-Kreisen heißt es, dass die zweite Variante mit dem "Fake-Bier" in diesem aktuellen Fall nicht zutreffen könnte, da es sich um ausrangierte Fässer handeln würde, die gar nicht mehr genutzt werden könnten.

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