„Weiße Wäster“ bleibt auch 2014 Ärgernis

WARSTEIN ▪ Ende vergangenen Jahres wurde im Umweltausschuss des Kreises Soest die freudige Information verbreitet: Nach dem Bau eines Versickerungsbecken sei die regelmäßige Belastung der Wäster durch Kalkstein-Eintrag endgültig Vergangenheit. Man habe das Problem im Griff. Die Realität spricht eine andere Sprache. Knapp zwei Stunden lang floss gestern wieder eine „weiße Wäster“ durch Warstein. Wieso es zu dieser Stoß-Einleitung kommt, war auch für die Behörden unbekannt. Sowohl Stadtverwaltung als auch Kreis Soest als Untere Wasserbehörde zuckten mit den Schultern.

Gegen 10.30 Uhr war die „weiße Wäster“ den ersten Passanten aufgefallen. Das ansonsten klare Wasser war milchig-weiß getrübt. Offenbar kam das Wasser aus der unterhalb der Rangestraße verrohrten Range. Jedenfalls war die Wäster oberhalb der Rangestraße völlig klar, währen sie ab Sparkasse weiß getrübt in erheblichen Wassermengen gen Belecke floss.

Im Juli 2009 hatte der Kreis eine Verfügung an die Stadt Warstein geschickt und diese verpflichtet, den Schmutzeintrag in die Wäster erheblich zu reduzieren. Daraufhin erlegte die Stadt der Steinindustrie auf, den Rangetriftweg intensiver und vor allem mit modernem Gerät zu reinigen. Zudem sollte verschmutztes Wasser aus dem Steinabbaubereich zunächst in ein Versickerungsbecken im Bereich der Hohen Lieth geleitet werden. Eine zentrale Reifenwaschanlage wurde von der Stadt gefordert und die Durchfahrt durch „Mues Wiesen“ so lange unterbunden, bis dort eine asphaltierte Straße hergestellt ist.

Das Versickerungsbecken sei im Sommer 2013 fertiggestellt worden, berichtete gestern Sabine Leitner, Leiterin des Fachbereichs „Technische Dienste“ der Stadt. Allerdings sei dies nur ein Teil der Maßnahmen zur Reinhaltung des Rangetriftweges. „Das Gesamtkonzept ist noch nicht zu Ende geführt“, sagte Sabine Leitner. So fehle auch noch die Asphaltierung des Weges in „Mues Wiesen“: „Im Moment ist die Durchfahrt noch untersagt“.

Die Stadt Warstein war erst nach der Anfrage unserer Zeitung bei der Unteren Wasserbehörde alarmiert worden. Ein Mitarbeiter sei „draußen gewesen“. Zu diesem Zeitpunkt sei die Belastung der Wäster aber bereits wieder beendet gewesen, schilderte Sabine Leitner. Der Mitarbeiter habe noch gewartet, ob es einen zweiten Schub gebe, habe einen solchen aber anschließend nicht mehr bemerken können.

„Das ist ein ständiges Ärgernis, das kann so nicht bleiben“, sagte Norbert Hurtig, Abteilungsleiter bei der Unteren Wasserbehörde. Er erinnerte sich, dass die beiden beteiligten Behörden in dieser Sache mehrfach mit den Steinbruchbebtrieben beraten hätten. Die Probleme lägen aus seiner Sicht eindeutig im Rangetriftweg. Aber: „Es gibt viele Gründe, warum das Wasser weiß gefärbt sein könnte“, so Hurtig.

Informationen unserer Zeitung zufolge war auch die gestrige Weiß-Färbung kein Einzelfall. Vor etwa drei Wochen wurde von Anwohnern ebenfalls ein Vorfall beobachtet, an dem das Wasser weiß getrübt war. In der Regel passiere dies an Freitagen, so eine der Subjektiven Beobachtungen.

Gestern war es ausnahmsweise an einem Donnerstag der Fall. Überlegungen, ob es in Zusammenhang mit längeren Zeiten der Trockenheit und anschließend starken Regenereignissen steht, werden ebenfalls immer wieder angestellt. In der Nacht zu gestern hatte es zwar ein wenig geregnet, aber es waren keine ungewöhnlich großen Mengen.

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