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Nach Unfall: Autofahrer flüchtet auf Krücken - Polizei kommt ihm durch Zeugen auf die Schliche

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Von: Daniel Schröder

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Der Wagen wurde bei dem Unfall stark beschädigt. Der Fahrer ergriff die Flucht.
Der Wagen wurde bei dem Unfall stark beschädigt. Der Fahrer ergriff die Flucht. © Daniel Schröder

Am späten Sonntagabend krachte im Warsteiner Ortsteil Suttrop ein Auto gegen eine Grundstücksmauer. Der Unfall stellte die Einsatzkräfte vor ein Rätsel.

Update vom Montag, 31. Mai, 9.45 Uhr: Die Polizei hat weitere Details zu dem Fall aus der Nacht bekannt gegeben. Die wichtigste Neuigkeit: Der Fahrer wurde gefunden! Polizeisprecher Holger Rehbock erklärte: „Der nach Alkohol riechende Mann verließ auf Krücken den Unfallort in Richtung Soestweg. Ein Zeuge versuchte, ihn aufzuhalten, ließ dann jedoch aufgrund seiner Gegenwehr wieder von ihm ab.“

Um den Flüchtigen zu finden, setzte die Polizei neben dem Hubschrauber auch mehrere Streifenwagen ein: „Gegen 1 Uhr wurde dann ein 35-jähriger Tatverdächtiger durch Zeugen gemeldet. Die Beamten stellten den Führerschein des Warsteiners sicher und nahmen ihn zur Entnahme einer Blutprobe mit ins Krankenhaus“, erklärte Holger Rehbock. Der Unfallschaden wird von der Polizei auf 10.000 Euro geschätzt.

Mann auf Krücken flüchtet nach Unfall: Die Erstmeldung

Suttrop - Gegen 23.30 Uhr schreckten die Anwohner der Kreisstraße im Bereich der Suttroper Johannes-Kirche wegen eines lauten Knalls auf: Ein Autofahrer, der von Warstein kommend durch den Suttroper Ortskern fuhr, war mit seinem SUV in eine Grundstücksmauer gekracht, nachdem er in der langgezogenen Rechtskurve einfach geradeaus gefahren war.

Direkt nach dem Unfall sei der augenscheinlich verletzte Autofahrer laut Zeugenaussagen ausgestiegen und habe die Flucht ergriffen. Besonders schnell kann er dabei nicht gewesen sein - sein auffälligstes Erkennungsmerkmal: Er war auf Krücken unterwegs.

Mit seinem SUV krachte der Fahrer in diese Mauer.
Mit seinem SUV krachte der Fahrer in diese Mauer. © Daniel Schröder

Neben zwei Streifenwagen der Polizei eilte auch die Löschgruppe Suttrop der Freiwilligen Feuerwehr Warstein mit zwei Fahrzeugen und rund 15 Einsatzkräften zum Unfallort. In einer ersten Meldung war den Feuerwehrleuten mitgeteilt worden, dass der Wagen möglicherweise brenne.

Die Feuerwehr streute ausgelaufene Betriebsmittel ab.
Die Feuerwehr streute ausgelaufene Betriebsmittel ab. © Daniel Schröder

In Flammen stand der Wagen allerdings nicht, wie sich bei der ersten Erkundung herausstellte. Ebenso konnten vor Ort keine weiteren Unfallbeteiligten ausgemacht werden. So beschränkte sich die Arbeit für die Feuerwehrleute auf die Sicherstellung des Brandschutzes, das Abstreuen ausgelaufener Betriebsstoffe und das Ausleuchten der Einsatzstelle.

Die Polizei forderte einen Hubschrauber für die Personensuche an.
Die Polizei forderte einen Hubschrauber für die Personensuche an. © Daniel Schröder

Die Polizei stand indes vor einem Rätsel: Die Zeugen hatten beobachtet, dass der Autofahrer sich über den Soestweg aus dem Staub gemacht hatte. Eine Nahbereichsfahndung blieb erfolglos. Deshalb forderten die Beamten Unterstützung aus der Luft an: Gegen 0.40 Uhr ertönte das Dröhnen der Rotorblätter des Polizeihubschraubers, der nach dem SEK-Einsatz in Warstein und der Suche nach der betrunkenen Frau, die sich mit ihrem Wagen im Wald verirrt hatte, bereits zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit über Warstein seine Runden drehte.

Autofahrer flüchtet nach Unfall auf Krücken: Suche aus der Luft hat keinen Erfolg

Doch auch die Besatzung der „Hummel“, wie der Hubschrauber heißt, konnte keinen Such-Erfolg vermelden. Ein Zeuge hatte den Mann an der Kreuzung Am Appenberg/Mühlweg in der Nähe der LWL-Klinik gesichtet. Die Suche der Polizei läuft weiter.

Der Nissan wurde sichergestellt.
Der Nissan wurde sichergestellt. © Daniel Schröder

Am Nissan Qashqai, mit dem der Mann verunfallt war, entstand ein starker Schaden im Frontbereich. Der Wagen wurde abgeschleppt und sichergestellt. Für die Feuerwehr war der Einsatz gegen 0.45 Uhr beendet.

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