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Drehleiter-Ballett: Feuerwehren Warstein und Geseke bekommen „Schlüssel“ für neue Schmuckstücke

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Von: Daniel Schröder

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Die Schlüssel-Übergabe in luftiger Höhe fand vor dem Rathaus in Warstein statt.
Die Schlüssel-Übergabe in luftiger Höhe fand vor dem Rathaus in Warstein statt. © Daniel Schröder

Es war ein eindrucksvolles Bild, das am Freitagnachmittag auf dem Marktplatz in Warstein geboten wurde.

Warstein – Gleich vier Drehleitern der Feuerwehr wurden am Freitagnachmittag in Warstein in Stellung gebracht – die nagelneue Leiter der Feuerwehr Warstein, ihre „Schwester“, die die Feuerwehr Geseke seit wenigen Wochen ihr Eigen nennt, und die beiden Vorgängerinnen der neuen Warsteiner „DLA(K) 23/12“.

Warsteins Bürgermeister Thomas Schöne und sein Geseker Kollege Remco van der Velden übergaben „ihren“ Feuerwehr-Chefs Donat Ahle und Florian Nagelmeier vor dem Warsteiner Rathaus die symbolischen Schlüssel. Bei der Übergabe hatten sie in den Drehleiter-Körben, die im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen deutlich größer geworden sind, eine herrliche Aussicht über die zwischenzeitlich sonnengeflutete Stadtmitte.

Neue Drehleitern für Feuerwehren: Warstein und Geseke schreiben zusammen aus und sparen Geld

Die gemeinsame Schlüsselübergabe war der finale Akt eines gemeinsamen Projektes, das im Januar 2019 seinen Anfang hatte. Insgesamt vier Gemeinden aus dem Kreis Soest hatten sich zusammen getan, um eine gemeinsame Ausschreibung für ihre neuen Drehleitern zu erarbeiten.

Es herrschte perfektes Wetter für die Fahrzeugübergabe.
Es herrschte perfektes Wetter für die Fahrzeugübergabe. © Daniel Schröder

Nachdem zwei Kommunen während der Planung abgesprungen waren, konnten Geseke und Warstein bei der Firma Rosenbauer zusammen zwei baugleiche Fahrzeuge in Auftrag geben. Die Kosten konnten durch den interkommunalen Zusammenschluss um 15 000 Euro pro Fahrzeug gesenkt werden und lagen am Ende bei jeweils 725 000 Euro.

Bei der Übergabe der neuen Fahrzeuge durch die Bürgermeister an die Wehrführer herrschte sichtbar gute Laune. Dank negativer Corona-Tests konnte im Leiterkorb die Maske abgenommen werden.
Bei der Übergabe der neuen Fahrzeuge durch die Bürgermeister an die Wehrführer herrschte sichtbar gute Laune. Dank negativer Corona-Tests konnte im Leiterkorb die Maske abgenommen werden. © Daniel Schröder

Herausgekommen sind zwei 16 Tonnen schwere DLA(K) 23/12, die auf einem 290 PS starken MAN-Fahrgestell aufgebaut wurden. Die Abkürzung DLA(K) steht für Drehleiter Automatik mit Korb. Die Zahlen geben an, dass mit den Drehleitern eine Rettungshöhe von 23 Metern bei 12 Metern Abstand zum Gebäude erreicht wird.

Neue Drehleitern für Warstein und Geseke: Im Korb haben bis zu 5 Personen Platz

Zwar erreicht die alte Drehleiter, die seit 1996 beim Löschzug Belecke stationiert war, die gleiche Rettungshöhe. Trotzdem ist die neue Drehleiter ein Quantensprung mit vielen Neuerungen: Der Multifunktionskorb kann bis zu 500 Kilogramm Last und bis zu 5 Personen aufnehmen. Ebenso kann er an der Vorderseite komplett geöffnet werden, sodass Rollstuhlfahrer nun auch über eine Rampe hineinfahren können.

Vier Drehleitern zur selben Zeit auf dem Warsteiner Marktplatz.
Vier Drehleitern zur selben Zeit auf dem Warsteiner Marktplatz. © Daniel Schröder

Die Trage, die am Korb montiert werden kann, ist für Personen mit einem Gewicht von bis zu 300 Kilogramm ausgelegt. Für noch mehr Flexibilität im Einsatz sorgt der abknickbare Leiter-Arm. Per LED-Technik können Einsatzstellen ausgeleuchtet werden, der Wasserwerfer spuckt bis zu 1800 Liter Wasser pro Minute aus und kann ferngesteuert werden, sodass nicht mehr zwingend eine Einsatzkraft im Korb gebunden ist.

Bürgermeister: Dieses Erlebnis hat meine Hochachtung vor der Feuerwehr noch einmal gesteigert“

Als die neue Drehleiter am 28. April in ihrem neuen Zuhause in Belecke eintraf, wurde Bürgermeister Schöne zusammen mit Ordnungsamts-Leiterin Roswitha Wrede im Korb bis „ganz oben“ gefahren. „Das war unfassbar beeindruckend. Da wird einem bewusst, wie mutig und überzeugt unsere Feuerwehrleute sind. Wenn ich mir vorstelle, man müsste aus dieser Höhe einen Menschen retten – Wahnsinn. Dieses Erlebnis hat meine Hochachtung vor der Feuerwehr noch einmal gesteigert“, betonte er.

Warsteins Bürgermeister Thomas Schöne zeigte sich beeindruckt.
Warsteins Bürgermeister Thomas Schöne zeigte sich beeindruckt. © Daniel Schröder

In Richtung aller Feuerwehrleute seiner Stadt unterstrich er: „Ihr macht einen geilen Job. Wir hoffen, dass wir als Stadt Warstein euch durch die Anschaffung solcher Geräte auch eine Freude machen können.“

Feuerwehr Warstein: Alte Drehleiter wird versteigert

Nach der Übergabe am Rathaus fuhren „die Neue“, ihre Vorgängerin und deren Vorgängerin (Baujahr 1972), die weiterhin bei der Betriebsfeuerwehr der Warsteiner Brauerei im Einsatzdienst ist, für ein einmaliges „Gruppenfoto“ zum WIM-Gelände am Hillenberg. Ob die alte Drehleiter, die jetzt vom neuen Modell abgelöst wird, weiterhin auf Warsteins Straßen unterwegs sein wird, ist ungewiss. Sie geht nach 17.530 gefahrenen Kilometern und 1017 Betriebsstunden in den Ruhestand und wird bei einer Onlineauktion über den Zoll versteigert.

Drehleitern aus drei Generationen auf einem Bild – ein Gruppenfoto mit Seltenheitsweit.
Drehleitern aus drei Generationen auf einem Bild – ein Gruppenfoto mit Seltenheitsweit. © Daniel Schröder

Einige Wochen wird sie jedoch noch im Stadtgebiet zusammen mit ihrer Nachfolgerin unterwegs sein. Denn bevor das neue Schmuckstück der Feuerwehr Warstein alleine zu Einsätzen ausrücken wird, müssen genügend Drehleitermaschinisten in kleinen Gruppen mit ihr vertraut gemacht werden.

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