Unfall am Freitagvormittag

Frau überquert gesperrten Bahnübergang: Zentimeter entscheiden über Leben und Tod - Lokführer erleidet Schock

Die Radfahrerin überstand den Unfall mit einem gehörigen Schrecken.
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Die Radfahrerin überstand den Unfall mit einem gehörigen Schrecken.

Bei einem Unfall in Belecke entschieden am Freitagvormittag wenige Zentimeter über Leben und Tod.

Belecke - Gegen 11.10 Uhr wollte eine 71-jährige Warsteinerin den Bahnübergang zwischen der B55 und der Bahnhofstraße in Belecke überqueren. Trotz roter Ampeln und heruntergelassener Schranken fasste sie den Entschluss, ihr E-Bike noch rechtzeitig vor dem Zug über den Bahnübergang schieben zu können.

Den aus Richtung Warstein kommenden Zug nahm sie dabei offenbar nicht wahr. Durch lautes Dauer-Hupen machte der Lokführer der WLE-Lok auf sich aufmerksam - die Seniorin schreckte auf und schaffte es in letzter Sekunde auf die andere Seite der Gleise.

Unfall mit Zug in Belecke: Lok erfasst Hinterrad des E-Bikes

Der Zug erfasste nach Angaben von Polizeisprecher Holger Rehbock noch das Hinterrad des E-Bikes. Auch der Rucksack der Frau hatte augenscheinlich noch Kontakt zum Zug - er lag nach dem Zusammenstoß stark lädiert neben dem E-Bike. „Das war ziemlich eng“, bestätigte der Polizeisprecher.

Unfall mit Zug in Belecke: Lokführer erleidet Schock - Kollege muss übernehmen

Die Fahrerin blieb körperlich unverletzt. Doch mit einem gehörigen Schrecken in den Knochen realisierte sie kurze Zeit nach dem Vorfall, dass sie an diesem Freitag wohl ihren zweiten Geburtstag feiern konnte. Auch am Lokführer ging der Vorfall nicht spurlos vorbei: Laut Holger Rehbock war der Lokführer zunächst davon ausgegangen, dass er die Frau erwischt hatte. „Er erlitt einen Schock, ein Kollege von ihm musste die Weiterfahrt übernehmen“, so der Polizeisprecher.

Dank der niedrigen Geschwindigkeit, mit der der Zug im Stadtbereich stets unterwegs ist, stoppte die Lok durch eine Notbremsung schon nach knapp 20 Metern. Doch der Unfall, bei dem es zum Glück beim Sachschaden geblieben war, zwang das tonnenschwere Gefährt mit zahlreichen Waggons erst einmal zum Stillstand. Der Bahnübergang zwischen B55 und Bahnhofstraße war etwa 45 Minuten lang blockiert. Nachdem die Polizei den Unfall aufgenommen hatte, konnte die Fahrt weitergehen.

Wegen des stillstehenden Zuges sperrte die Polizei die Abbiegespur von der B55 Richtung Bahnhofstraße - das verstand mancher Autofahrer offenbar nicht.

Für Kopfschütteln bei der Polizei sorgten wieder einmal Autofahrer, die nicht verstehen konnten, dass die Polizei die Abbiegespur von der Bundesstraße in die Belecker City sperren musste. Eine Autofahrerin scherte beispielsweise hinter dem Streifenwagen, der die Sperrung signalisierte, zurück auf die Abbiegespur und wunderte sich plötzlich, warum jetzt auf einmal ein Zug ihre Weiterfahrt verhinderte. Ein klärendes Gespräch mit einem Beamten sorgte für Erleuchtung.

Es ist nicht der erste Unfall an einem Belecker Bahnübergang. Der letzte schwere Unfall ist jedoch schon einige Jahre her: An einem unbeschrankten Übergang in Höhe der Shell-Tankstelle erfasste die WLE-Lok damals einen Pkw.

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