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Hirschberger Schützen ließen Lichter tanzen

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WARSTEIN ▪ Eine generalüberholte Schützenhalle konnten zahlreiche Gäste in Augenschein nehmen, die sich auf Einladung der Schützenbruderschaft zu der „Einweihung Baumaßnahmen Schützenhalle“ eingefunden hatten.

Der erste Eindruck, so sagt ein altes Sprichwort, ist entscheidend. Und in der Tat, bevor Schützenoberst Ernst Adams seine Ansprache erhob, schweiften die Blicke der Anwesenden staunend umher. Allerdings galten sie nicht so sehr ihm, sondern vielmehr dem Tanzflächen- und Bühnenbereich, der sich in ungewohnter Helligkeit, abwechselnd mit einem buntem Lichtspiel den Besucheraugen darbot.

„Wir hatten uns ganz spontan entschlossen, unsere Tanzfläche in Angriff zu nehmen, sie von Grund auf zu renovieren und zu verschönern“, begrüßte Ernst Adams die Schützenbrüder, Offiziere, Ehrenmitglieder und Gäste. Genau am 15. September habe man mit der Baumaßnahme begonnen, um sie pünktlich bis auf den heutigen Tag im neuen Glanz erstrahlen zu lassen.

„Die Schützen sollen auch die ersten Nutznießer dieser Anlage sein“, lobte der Oberst das Engagement vieler Helfer, die bei der Renovierungsmaßnahme tüchtig mit Hand angelegt hätten.

Die Vorkalkulation für die Renovierung ergab eine Summe von etwa 65 000 Euro, doch im weiteren Verlauf hätte der Schützenvorstand festgestellt, dass es auch an der Zeit wäre, die elektrische Anlage zu erneuern, die allerdings inklusive Deckenabriss und Giebelwand-Restaurierung zusätzliche Kosten von 10 000 Euro verursachte. Ein neuer, aber nicht unwesentlicher Aspekt sei auch das alte Heizsystem gewesen, das besonders in den Wintermonaten Probleme bereitet hätte. „Machte dann gleich nochmals 15 000 Euro aus“ rechnete Ernst Adams den Besuchern vor, dafür habe der Vorstand eine außerordentliche Sitzung einberufen, und letztlich auch grünes Licht gegeben. „Die Tanzfläche kann jetzt gesondert geheizt, und schnellst möglichst warm werden“, erklärte der Oberst und zeigt unter die Decke auf die besonderen Highlights in Form von Spots mit bunter Beleuchtung, Theaterstrahlern, Traverse- und Bühnentechnik. Die neue Decke in Lochoptik und den grau angestrichenen Balken verleiht der Schützenhalle einen modernen Touch mit besserer Akustik, ohne ihre traditionelle Art einbüßen zu müssen. „Der Vorteil, dass wir die gesamte Halle auf den Kopf gestellt haben“, so Adams, „ist unter anderem der, dass wir in dem Zuge die Hauptfachwerkverbinder mit Stahl verstärkt haben.“

Ebenso wurde auch ein Mischpult angeschafft, das zusammen mit der Beleuchtungstechnik in Zukunft Theateraufführungen und Musikveranstaltungen den richtigen Schliff gibt. „Besonders stolz sind wir auf die Giebelwand an der linken Seite“, freute sich Ernst Adams. Hier konnten drei historische Glasfenster aus der alten Schule eingebaut werden, die indirekt beleuchtet, innen und außen eine schöne Atmosphäre schaffen. Auf der gegenüberliegenden Wand soll der alte Spruch „Glaube, Sitte, Heimat“ prangen, in Verbindung mit den Wappen von Hirschberg und dem Kreisschützenbund Arnsberg.

Mehrkosten hätte auch der dringend notwendige Ausbau des Brandschutzes mit sich gebracht, der im Kellerbereich in den Räumlichkeiten der Schieß-Sport-Gruppe sowie in dem oberen Gebäudeteil verbessert wurde, der regelmäßig von den Ferienkindern benutzt würde. Insgesamt habe die Renovierung ein Gesamtvolumen von 105 000 Euro gekostet, wobei die Photovoltaikanlage in einem Zeitraum von April 2012 bis Ende Januar 2013 etwa 5000 Euro „eingefahren“ habe. Künftig könne man damit rechnen, dass die generalüberholte Halle gut zu vermieten sei, zumal der große Raum nicht nur teilbar, sondern auch gesondert beheizbar ist. Vermietungen in kurzen Abständen sind aufgrund dessen wesentlich flexibler.

Mit Hilfe von Sponsoren, privaten Investoren und günstigen Darlehen, und nicht zuletzt durch unzählige, geleistete Arbeitsstunden von Schützenbrüdern, Helfern und Freunden seien dem Schützenverein keine zusätzlichen Belastungen entstanden. Oberst Ernst Adams sprach allen seinen Dank aus, auch den heimischen Handwerksbetrieben, die in irgendeiner Form dazu beigetragen haben, dass die Renovierung durchgeführt werden konnte und damit „eine weitere Bereicherung für die Schützenhalle ist.“ Stellvertretend galt sein Dank vor allem Markus Kairies, der für die Koordination zuständig war, und Franz Köhne, welcher die Bauleitung inne hatte. Noch in Planung weiterer Renovierungsarbeiten ist der Foyerbereich mit Garderobe, „mit Einbau einer vierteiligen Schiebetür“, sowie eine Notstromanlage. Das Jahr 2015 ist ein wichtiges Datum: dann feiert der Schützenverein Hirschberg sein 350-jähriges Jubiläum.

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