Mit Wärmebildkamera dem Energieverlust auf der Spur

Christoph Buerdick, Benedikt Prange, Dieter Bräutigam und Burckhardt Vitt (von links) präsentieren die neue Wärmebildkamera.
+
Christoph Buerdick, Benedikt Prange, Dieter Bräutigam und Burckhardt Vitt (von links) präsentieren die neue Wärmebildkamera.

Hirschberg - Mit der Anschaffung einer Wärmebildkamera hat die Hirschberger Workshop- Gruppe „Mobilität, Energie und Infrastruktur“ einen weiteren Schritt in Richtung „Dorf ist Energie(klug)“ getan. Fünf geschulte „Energie-Coaches“ können künftig mit dieser Technik noch genauer diverse Schwachstellen in und an den Häusern auf den Grund gehen und die Bürger in Hirschberg auf eine Verbesserung der Wärmedämmung aufmerksam machen.

„Wir haben die ganzen Einnahmen vom Frühlingsmarkt in die Kamera gesteckt“, erläutert Burckhardt Vitt. Die Gesamtkosten von etwa 4000 Euro habe man gedrittelt und seien neben der Energie-Gruppe von der Bürgerstiftung Hirschberg und der Südwestfalen-Agentur aufgebracht worden.

Am Freitag wird in der Grafenstraße ein „Thermografie-Spaziergang“ durchgeführt, bei dem sich interessierte Hausbesitzer „ein Bild“ ihres Hauses von außen machen können. Dabei kann die Kamera Fotos von Gebäuden aufnehmen und für das menschliche Auge nicht sichtbare infrarote Wärmestrahlen darstellen. Warme Bereiche sind dann rot, kühle Stellen blau, wobei die mittleren Zonen von gelb bis grün erscheinen. Alle Bilder können gespeichert und ausgewertet werden.

„Dass wir diese Maßnahme im Winter durchführen, macht Sinn“, so Burckhardt Vitt, „die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen muss 15 Grad betragen. Je höher der Unterschied, desto besser sind Wärmebrücken oder schadhafte Stellen aufzuspüren.“ Schwachstellen seien häufig an Rolladenkästen, im Mauerwerk oder am Dach auszumachen, „die Kamera zeigt genau das an, was tatsächlich ist“.

Das kostenlose Angebot, das sich zunächst an die Hausbesitzer der Grafenstraße richtet, steht künftig natürlich allen Hirschbergern zur Verfügung. „Wir haben rund 800 Haushalte, viele Häuser sind aus den sechziger und siebziger Jahren oder noch älter“, lenkt Vereinsringvorsitzender Dieter Bräutigam den Blick auf die Möglichkeit, mit angepassten Maßnahmen als Folge der Begutachtung Energie und Kosten einsparen zu können. Die berühmten Klassiker an „Energiefressern im Haus“ seien unter anderen die Heizung, der Kühlschrank oder auch alte Klingeltrafokästen. Auch innerhalb des Wohnhauses funktioniert die Kamera.

Die Hirschberger „Klimacoaches“ werden vor dem Einsatz mit der Wärmebildkamera durch den Hersteller fachgerecht geschult. „Das ist alles im Anschaffungspreis enthalten,“ erläutert Dieter Bräutigam. Die „Coaches“ freuen sich schon jetzt darauf, mit diesem zusätzlichen Service für die Bürger gute Dienste leisten zu dürfen. „Uns geht es vor allem darum, Energie in den Fokus zu rücken“, sagt Burckhardt Vitt, „und den Leuten bei der Beantragung von Wärmedämmung zu helfen.“ Für alle weiteren Maßnahmen seien Energieberater zuständig. Demnächst will die Verbraucherzentrale Arnsberg einen Mitarbeiter nach Hirschberg schicken, um der Workshop-Gruppe noch zusätzliche Informationen zu geben.

Im vergangenen Jahr brachte die Gruppe eine Schnell-Ladestation für Elektroautos auf dem Parkplatz der Volksbank an den Start, noch in Planung ist eine Station mit Stromanschluss für E-Bikes.

Der „Thermospaziergang“ mit den Klima-Coaches in Hirschberg in der Grafenstraße ist am Freitag, 27. Januar. Treffpunkt ist um 18 Uhr an der alten Grundschule.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare