„Kinder sollen Ruhe und Entspannung erleben“

Vorlesetag in Schulen und Kindergärten in der Stadt Warstein begeistert

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Brigitte Peters, Heike Kruse, Ulrike Wiegelmann sowie Schulleiter Peter Wiegelmann lasen in der Grimmeschule.

Warstein - Ein Bürgermeister, der in der Nase bohrt. Schüler, die im Klassenraum dösen. Kindergartenkinder, die echte Abenteuer erleben: Zahlreiche Kindergärten und Schulen beteiligten sich gestern am bundesweiten Vorlesetag, mal mit Lesungen in den Einrichtungen, mal aber auch entsprechend dem Motto „Natur und Umwelt“ an einem spannenden Ort.

Einen abenteuerlichen Vorlesetag erlebten gestern 15 Schulkinder aus dem Familienzentrum Am Mühlenbruch in Warstein. Gemeinsam mit den Erzieherinnen Doreen Blotenberg und Andrea Dolle-Schulte verlegten sie das Vorlesen in die Tropfsteinhöhle und erlebten mit dem für sie noch neuen Busfahren schon das erste Abenteuer. „Das war schon spannend“, so Andrea Dolle-Schulte. Doch spannend ging es auch weiter, denn mit Stefan Enste ging es in die Höhle. In der großen Halle ließen sich die Kinder auf den Treppenstufen auf extra mitgebrachten Sitzkissen nieder und lauschten dem nächsten Abenteuer, der Geschichte vom Luchskind Leopold und seiner abenteuerlichen Reise durch den Kreis Soest. Dass die Mädchen und Jungen aufmerksam lauschten, freute Andrea Dolle-Schulte natürlich, schließlich soll neben der Motivation fürs (Vor)Lesen und der Wissensvermittlung durchs Lesen auch noch ein weiterer Aspekt deutlich gemacht werden: „Die Kinder sollen Ruhe und Entspannung erleben.“ Bianca Bräutigam, Leiterin in der Kita, hatte angesichts des Mottos „Natur und Umwelt“ die Idee für die Lesung vor Ort, stieß damit bei Bilsteintal-Höhlenführer Stefan Enste offene Türen ein. Gelesen wurde aber auch im Familienzentrum selber, dort war Buchhändler und Autor Bernhard Dust zu Gast.

Bereits zum 14. Mal beteiligte sich die Johannesschule Allagen an der bundesweiten Vorlesetag-Aktion. Lehrer Jason Durrant hatte in Allagen das Sagen und war froh, dass sich auf seinen Aufruf hin sehr schnell eine große Schar von Vorlesern fand, die am gestrigen Freitag in die Allagener Schule kamen, um den gespannten Kindern aus ihren Lieblingsbüchern vorzulesen. Selbstverständlich hatten die Vorleser lustige aber auch abenteuerliche Geschichten ausgewählt, so dass aus den Klassenräumen je nach Text frohes Schülerlachen zu hören war oder auch absolute Stille.

„Erklärtes Ziel ist, Kinder für das Lesen zu begeistern,“ erläuterte Jason Durrant und ergänzte: „Lesen bildet erwiesenermaßen und hat somit einen großen Einfluss auf die Entwicklung eines jeden Kindes.“ Zufrieden zeigte sich auch Schulleiterin Jutta Wennemann, die zusammen mit dem Kollegium hofft, dass die Kindern den Vorlesetag zum Anlass nehmen, künftig selbst mehr zu lesen und beispielsweise die Bücherei aufsuchen und sich dort mit Büchern eindecken.

In der Sichtigvorer Kindertagesstätte „Rappelkiste“ hat es bereits eine ganze Lesewoche gegeben. Leiterin Margit Winnig freute sich über die große Bereitschaft von Eltern und Großeltern aber auch ihrer 14 Kolleginnen, ins Rad zu greifen und etwas für die Leseförderung zu tun. Gestern war dann Bürgermeister Dr. Thomas Schöne als prominenter Vorleser zu Gast, gleichsam als „Höhepunkt“ der Lesewoche. „Nasebohren ist schön“, hieß das Buch, aus dem er zur Freude der Kinder in zwei Runden vorlas.

In der Grimmeschule in Warstein waren alle Schülerinnen und Schüler in den Vorlesetag eingebunden. Gleiches galt für die frühere Schulleiterin Ulrike Wiegelmann, die genau wie ihre einstige Kollegin Brigitte Peters sich von Schulleiter Peter Wiegelmann nicht lange bitten ließ. Vierte im Vorleser-Bund war stellvertretende Landrätin und Sichtigvors Ortsvorsteherin Heike Kruse. Vorgelesen wurde aus „Fünf Freunde“ ebenso wie aus der „Knickerbocker-Bande“ und einem Pferdebuch. Größten Zulauf aber hatte – zum Erstaunen des Schulleiters – ein Buch über die „Griechische Tragödie“. Es ging darin um Gott Zeus und seine vielen Liebschaften...  

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